Apple: Der modulare Mac Pro kommt, aber erst im Jahr 2019

Jan-Frederik Timm 36 Kommentare
Apple: Der modulare Mac Pro kommt, aber erst im Jahr 2019

Vor einem Jahr gab Apple öffentlich zu: Der Konzern hatte sich beim Mac Pro verrannt. Das hoch gepriesene kompakte Design steckte vor allem bei Kühlung und Aufrüstbarkeit in einer Sackgasse. Apple wollte noch einmal von vorne beginnen, das Jahr 2018 stand für den Marktstart im Raum. Nun wird es jedoch erst 2019.

Eine Workstation in der Sackgasse

Das hat Apple gegenüber ausgewählten US-Journalisten im kleinen Kreis bekannt gegeben. Unter anderem TechCrunch berichtet darüber. Details zum System nannte Apple zwar noch nicht, ließ aber erstmals einen Blick in das vor einem Jahr neue gegründete „Pro Workflow Team“ zu.

Apple hatte den Mac Pro im Jahr 2013 neu aufgelegt. Sein kompaktes Design hob die Workstation zwar von allen Alternativen am Markt ab. Das System aufzurüsten war dem Konzern bis heute nicht möglich. Sowohl das nicht modulare Design als auch die Kühlung mit nur einem zentral integrierten Lüfter auf engem Raum standen dem entgegen. Nach vier Jahren stellte Apple also fest: Der Rechner war an den Bedürfnissen der Kunden vorbei entwickelt. Parallel sorgten auch Updates für weit verbreitete professionelle Programme wie Final Cut Pro für Kritik. Viele Entwickler mussten ihre Arbeitsprozesse anpassen, der Vorwurf, auch bei der Software hätte Apple mehr auf Optik als auf Funktionalität gesetzt, stand im Raum.

Das Team, das die Pro-Kunden verstehen soll

Das neue Team soll jetzt sicherstellen, dass Apples „Pro-Kunden“ wieder Gehör geschenkt wird. An konkreten Arbeitsprozessen will der Konzern lernen und bereits gelernt haben, wie Hardware und Software wieder besser auf diese Zielgruppe ausgerichtet werden können. Dafür hat der Konzern auch externe Kreative entweder als externe Dienstleister oder sogar als Vollzeitkraft eingestellt.

Konkrete Rückschlüsse auf die Hardware des nächsten Mac Pro ließ Apple auch in diesem Zusammenhang noch nicht zu. Auffällig war für TechCrunch allerdings, wie Apple zur Präsentationszwecken sowohl verschiedene Geräte der Pro-Serie koppelte, als auch auf den Einsatz von eGPUs setzte. Sie werden seit macOS 10.13 High Sierra offiziell von Apple unterstützt.

Die von Apple erneut für den nächsten Mac Pro als Zielsetzung genannte Modularität könnte damit mehr bedeuten als Modularität über klassische Hardware-Komponenten. Auch die Koppelung mit MacBook Pro oder iPad Pro könnte damit gemeint sein. Apple könnte aber beispielsweise auch darauf setzen, dass Kunden das System über externe eGPU-Gehäuse mit mehr GPU-Leistung ausstatten, oder das System mit entsprechenden Hot-Plug-Schächten versehen.

Damit würde sich die Workstation auch weiterhin deutlich vom neuen All-in-One-PC iMac Pro abheben, der seit Ende 2017 mit bis zu 18-CPU-Kernen und einer Grafikkarte auf AMD-Vega-Basis ebenfalls um professionelle Anwender buhlt.

Der schnellste Mac für 2018 ist der iMac Pro

Die Existenz dieses Systems soll ein weiterer Grund dafür gewesen sein, dass Apple auch in diesem Frühling erneut über den Mac Pro gesprochen hat. Der Konzern habe festgestellt, dass Kunden die Anschaffung eines aktuellen iMac Pro hinauszögern, weil der neue Mac Pro implizit bereits für dieses Jahr im Raum stand. Mit der klaren Ansage, dass es sich erst um ein Produkt für das nächste Jahr handeln wird, wüssten betroffene Kunden jetzt genau, woran sie sind.