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Im Test vor 15 Jahren: Apples Mac Mini war unflexibel und teuer

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Apples Mac Mini war unflexibel und teuer

Wer nicht auf die höchste Leistung aus war, sondern einen kompakten Computer mit nur dem Nötigsten wollte, für den hatte Apple den Mac Mini im Angebot. Die sechste Generation des Mac Mini (Test) kam zwar mit der neuesten Technik von Intel, strich dafür aber nützliche Funktionen.

Neue Technik aus dem Mobilsegment

Wie bei dem iMac verwendete Apple auch beim Mac Mini Technik aus dem Mobilsegment. Bei der sechsten Generation des kleinen Rechners hielt im Einstiegsmodell Intels Core i5-2415M mit Sandy-Bridge-Architektur bei zwei Kernen und 2,3 bis 2,9 GHz Einzug. Diesem standen zwei GByte DDR3 und eine 500 GByte große Festplatte zur Seite. Die Grafikausgabe erfolgte über die iGPU Intel HD 3000, die über keinen eigenen Speicher verfügte, sondern ebenfalls auf die ohnehin knappen zwei GByte Arbeitsspeicher zugriff. Bei der verbauten Festplatte war hingegen nicht die Kapazität, sondern die Geschwindigkeit das Problem: Die langsamen 5.400 U/min sorgten für eine behäbige Geschwindigkeit. Optional ließ sich die Hardware direkt von Werk aus deutlich aufrüsten. Bis zu acht GByte Arbeitsspeicher, eine dedizierte Grafikkarte des Typs Radeon HD 6630M von AMD, schnellere CPUs sowie mehr Festplattenspeicher oder (mehrere) SSDs standen zur Auswahl.

Bei den Anschlüssen konnte der Mac Mini zwar mit viel Auswahl punkten, die Probleme lagen aber im Detail. So gab es zwar vier USB-Anschlüsse, diese waren aber alle nach dem 2.0-Standard ausgeführt statt der moderneren und deutlich schnelleren Version 3.0. Zudem gab es einen schnellen Thunderbolt-Anschluss, der im Jahr 2011 aber nicht besonders nützlich war, sowie einen Gigabit-Ethernet-Port, einmal HDMI und einen Audio-Ein sowie einen -Ausgang. Ein weiteres Manko war, dass alle Anschlüsse rückseitig verbaut waren und Apple das optische Laufwerk eingespart hatte. Damit war der Mac Mini prinzipiell als Wohnzimmer-PC unbrauchbar, außer mit einem separat erhältlichen DVD-Laufwerk.

Apple Mac Mini 2,3 GHz (MC815D/A)
Prozessor Intel Core i5-2415M
2 Kerne, 4 Threads, 2,3 – 2,9 GHz
3 MB L3-Cache, VT-x
Chipsatz Intel 6 Series (Cougar Point)
Grafik Intel HD 3000, GPU-Takt 650 – 1.200 MHz
Grafikspeicher 288 MB, shared
Standards DirectX 10.1, OpenGL 3.0, Shader 4.1
Arbeitsspeicher 2 GB DDR3-1333
zwei Module, zwei Bänke insgesamt
Massenspeicher Hitachi HTS547550A9E384
500 GB, HDD, S-ATA 3 Gb/s, 5.400 U/min, 8 MB Cache
Optisches Laufwerk nicht vorhanden
USB 2.0 4× (4× hinten)
USB 3.0 nicht vorhanden
eSATA nicht vorhanden
Thunderbolt 1× (hinten, max. 2.560 × 1.600 Pixel)
Netzwerk 1× RJ-45 (1.000 MBit/s) (hinten)
VGA nicht vorhanden
DisplayPort nicht vorhanden
HDMI 1× (hinten, max. 1.920 × 1.600 Pixel)
Audio 2× (hinten, 3,5 mm, je ein Ein- und Ausgang)
Sonstige Anschlüsse 1× FireWire 800 (hinten)
WLAN 802.11 b/g/n
Bluetooth 4.0
Kartenleser SD
Lautsprecher Mono-Lautsprecher
Sonstige Ausstattung nicht vorhanden
Maße [B × T × H, in mm] 197,0 × 197,0 × 36,0
Gewicht inkl. Akku 1,22 kg

Gelungen wie eh und je war das kompakte Design des Mac Mini, der sämtliche Hardware in einem quadratischem 19,7 cm langem Gehäuse mit lediglich 3,6 cm Höhe unterbrachte. Das minimalistische Design gliederte sich unauffällig auf einem Schreibtisch oder in einem Regal ein. Auch die Verarbeitungsqualität war wie von Apple gewohnt nicht zu beanstanden.

In der Praxis zwiegespalten

Eigentlich bot sich der Mac Mini als Rechner für das Heimkino an: Die Lautstärke war gering, das Erscheinungsbild unaufdringlich, der Stromverbrauch niedrig und die Leistung ausreichend. Das fehlende optische Laufwerk machte dem zumindest insofern einen Strich durch die Rechnung, dass das Gesamtsystem durch ein externes Laufwerk weniger ordentlich aussah, potenziell lauter war und zudem deutlich mehr kostete. Auch durch die ungeschickte Platzierung der Anschlüsse erschwerte es sich, einfach mal schnell eine SD-Karte oder eine Kamera anzuschließen, um Urlaubsbilder oder Ähnliches zu zeigen.

Als Arbeitsrechner für typische Büroarbeit war der Mac Mini hingegen hervorragend geeignet. Vor allem durch seinen niedrigen Geräuschpegel war er angenehm zu benutzen. Wer zusätzlich den Arbeitsspeicher etwas vergrößerte und eine SSD verbaute, der hatte mit dem Mac Mini einen durchweg sehr schnellen Computer.

Fazit

Insgesamt ergab sich bei der sechsten Generation des Mac Mini ein gemischtes Bild. Während die Leistung prinzipiell gut war, die Verarbeitung und das Design ohne Makel, machte die Ausstattung dem Rechner zum Teil einen Strich durch die Rechnung. Im Standard kam er mit zu wenig Arbeitsspeicher und ohne optisches Laufwerk, und in jedem Fall mit langsamen USB-Anschlüssen. Dafür war der Mac Mini ab 570 Euro zu teuer, für nur 100 bis 150 Euro mehr gab es bereits einen Apple iMac mit optischem Laufwerk, Bildschirm und schnellerer CPU und GPU.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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