AMD Radeon: Die neusten Gerüchte zu den GPUs Vega 12 und Vega 20

Wolfgang Andermahr 101 Kommentare
AMD Radeon: Die neusten Gerüchte zu den GPUs Vega 12 und Vega 20

Neue Hinweise zu den kommenden AMD-GPUs Vega 12 und Vega 20 legen nahe, dass Vega 12 für Desktop-Grafikkarten ist. Vega 20 ist AMDs erste im neuen 7-nm-Prozess hergestellte GPU, die bereits lauffähig ist und als Radeon Instinct im professionellen Segment verkauft werden wird.

Vega 20 wird als HPC-Beschleuniger vor allem den alten Hawaii-Chip ablösen, da dieser immer noch AMDs höchste Double-Precision-Performance aufweist. Neuste Linux-Einträge verraten nun, dass sich die Architektur von Vega 20 „GFX906“ nennt (Vega 10 ist GFX9). Im 3DCenter-Forum wurden die Einträge genauer untersucht und es bestätigt sich die Vermutung, dass Vega 20 Double Precision wie auch schon Hawaii mit halbierter Single-Precision-Leistung ausführen kann und damit AMDs schnellste Double-Precision-GPU wäre. Darüber hinaus kann Vega 20 mit mehreren neuen Instruktionen umgehen, die für Deep-Learning-Berechnungen wichtig sind.

Vega 12 könnte für eine Desktop-Grafikkarte sein

Deutlich interessanter für Privatanwender scheint eine weitere GPU namens Vega 12 zu sein, von der bis jetzt fast nichts bekannt ist. Mit den neuesten Schnipseln, ebenso aus den Linux-Einträgen gewonnen, wird die Situation jedoch zumindest etwas klarer. So handelt es sich bei Vega 12 (GFX904) vermutlich nach Vega 10 um die zweite GPU, die auch auf einer Desktop-Grafikkarte eingesetzt wird. Denn wie ein Leser im Beyond3D-Forum herausgefunden hat, meldet der Code für Vega 12 eine Lüftersteuerung. Diese wird normalerweise nur auf einer Desktop-Grafikkarte benötigt. Das ist dennoch nur ein Hinweis für eine Desktop-Grafikkarte, AMD kann die Pläne auch geändert haben oder der Eintrag wurde fehlinterpretiert.

Bei Vega 12 zeigt sich zudem noch eine neue System Management Unit, kurz SMU, die für das Power Management zuständig ist. Der neue Microcode weist 16 DPM-States auf, Vega 10 und ältere AMD-GPUs haben nur acht. Das würde für eine genauere Kontrollmöglichkeit zwischen Takt und Leistungsaufnahme sprechen, um die Energieeffizienz zu verbessern. Darüber hinaus wurde das Temperatur-Management inklusive Lüftersteuerung vereinfacht, die erst mit Vega 10 deutlich komplexer geworden sind und für ein neuartiges Temperatur-Lüfter-Verhalten gesorgt haben. Ebenso gibt es nicht mehr die mit Vega 10 erstmals vorhandene Möglichkeit, eine LED anzusteuern.

Ein höherer GPU-Takt deutet sich für Vega 12 an

Interessant ist zudem der Eintrag #define VEGA12_ENGINECLOCK_HARDMAX 198000. Dieser deutet darauf hin, dass es eine „harte Grenze“ beim GPU-Takt von Vega 12 gibt und dieser bei 1.980 MHz liegt. Bei Beyond3D wird aus Erfahrungswerten beim Linux-Code nun geschätzt, dass dies das Taktziel von AMD für den Chip sein könnte. 2,0 GHz wären deutlich mehr als bei Vega 10, der auf der Radeon RX Vega 64 und die Radeon RX Vega 56 eingesetzt wird und maximal rund 1,7 GHz erzielt.

Falls Vega 12 tatsächlich eine Desktop-Grafikkarte wird, ist es aber noch völlig unklar, wo sich der Chip platzieren wird. AMD setzt die Vega-Architektur derzeit nur im High-End-Segment ein, sämtliche Preisklassen darunter werden noch von Polaris bedient. Entsprechend ist es denkbar, dass Vega 12 Polaris 10 ablösen soll. Allerdings muss es dafür im Vergleich zu Vega 10 mehr Änderungen als nur weniger Ausführungseinheiten geben. Denn HBM2-Speicher ist zu teuer für die unteren Preissegmenten, zudem zeigt zumindest Vega 10 nicht, dass die Chipgröße kleiner ausfallen würde als bei Polaris oder die Performance besser wäre – sprich, ein potenzieller Ersatz mit Vega wäre für AMD nicht günstiger herzustellen und auch nicht schneller.

Die GPU passt noch nicht so ganz ins „Radeon-Bild“

Entweder gibt es bei Vega 12 also entscheidende Änderungen gegenüber Vega 10 oder die GPU wird doch nicht Polaris ablösen. Zumal man diese Aufgabe bis jetzt der kommenden Navi-Architektur zugeschrieben hat. Vega 12 passt also derzeit noch nicht ins Bild der Desktop-Grafikkarten.