Intel Pentium Gold G5400 im Test: Schneller als der Pentium G4560, aber noch nicht besser

Volker Rißka 148 Kommentare
Intel Pentium Gold G5400 im Test: Schneller als der Pentium G4560, aber noch nicht besser

tl;dr: Intels Entscheidung, dem Pentium bereits im Jahr 2017 mehr Threads zu spendieren, machte den Pentium G4560 vor anderthalb Jahren zu einer echten Empfehlung. Der Nachfolger Pentium Gold G5400 hat es im Test hingegen schwerer, denn Intel Core i3 und AMD Ryzen bieten gegen Aufpreis schon deutlich mehr Leistung.

Intel Pentium G in der Übersicht

Im April hat Intel nicht nur neue Core-i-Prozessoren auf Coffee-Lake-Basis in den Handel entlassen, sondern auch das Einsteigersegment rund um Celeron und Pentium überarbeitet. Im Vergleich zu den Core-CPUs fielen die Neuerungen allerdings geringer aus, denn den Sprung auf mehr Threads hatte der Pentium schon vor einem Jahr beim Wechsel auf Kaby Lake gemacht. In Sachen Preis/Leistung war der Intel Pentium G4560 (Test) vor einem Jahr deshalb eine der Empfehlungen des Jahres, denn er bot quasi die Leistung des Core i3 zum deutlich niedrigeren Preis. Und das Interesse war groß: Der Test war einer der Artikel des Jahres 2017.

Klasse Kaby Lake Coffee Lake
Core i7 4 Kerne/8 Threads 6 Kerne/12 Threads
Core i5 4 Kerne/4 Threads 6 Kerne/6 Threads
Core i3 2 Kerne/4 Threads 4 Kerne/4 Threads
Pentium 2 Kerne/4 Threads 2 Kerne/4 Threads
Celeron 2 Kerne/2 Threads 2 Kerne/2 Threads

Der Nachfolger auf Basis von Coffee Lake hat es da schwerer, denn der Core i3 ist ihm jetzt wieder zwei echte Kerne voraus und es braucht neue Mainboards mit 300er-Chipsatz. Zum in der Preisliste unveränderten Preis bleibt die neue Pentium-CPU, die sich im ComputerBase-Test gegen den Vorgänger beweisen muss, trotzdem interessant.

Von Intel selbst gab es wie vor einem Jahr allerdings kein Muster, der PR-Fokus liegt hier erneut nur auf den größeren Modellen. ComputerBase hat den Pentium Gold G5400 stattdessen vom PC-Onlineshop Mifcom leihweise zur Verfügung gestellt bekommen.

Vorgänger und Nachfolger im Überblick

Schon im letzten Jahr wurde bei den Einsteigerprozessoren der Schritt von zwei auf vier Threads gemacht, was den Pentium gefährlich nahe an die Core i3 heran brachte. Jene wurden später aber auf echte Quad-Core-Prozessoren aufgewertet, weshalb die ursprüngliche Hierarchie zum Großteil wiederhergestellt wurde. Mit Coffee Lake erhalten die Pentium deshalb 2018 ein vergleichsweise nur kleines Update. Die Pentium auf dieser Basis bekommen nur einen größeren L3-Cache, von 3 auf 4 Megabyte geht es hinauf. Der Celeron bleibt komplett in seinem alten Schema.

Einsteiger-Prozessoren Pentium und Celeron
Kerne/
Threads
Takt L3-Cache Grafik Grafik-Takt Speicher TDP Preis
Standard-Modelle (54 Watt)
Pentium Gold G5600 2/4 3,9 GHz 4 MB UHD 630 1,10 GHz DDR4-2400 54 W $ 86
Pentium G4620 2/4 3,7 GHz 3 MB HD 630 1,10 GHz DDR4-2400 54 W $ 86
Pentium Gold G5500 2/4 3,8 GHz 4 MB UHD 630 1,10 GHz DDR4-2400 54 W $ 75
Pentium G4600 2/4 3,6 GHz 3 MB HD 630 1,10 GHz DDR4-2400 54 W $ 75
Pentium Gold G5400 2/4 3,7 GHz 4 MB UHD 610 1,05 GHz DDR4-2400 54 W $ 64
Pentium G4560 2/4 3,5 GHz 3 MB HD 610 1,05 GHz DDR4-2400 54 W $ 64
Celeron G4920 2/2 3,2 GHz 2 MB UHD 610 1,05 GHz DDR4-2400 54 W $ 52
Celeron G3950 2/2 3,0 GHz 2 MB HD 610 1,05 GHz DDR4-2400 54 W $ 52
Celeron G4900 2/2 3,1 GHz 2 MB UHD 610 1,05 GHz DDR4-2400 54 W $ 42
Celeron G3930 2/2 2,9 GHz 2 MB HD 610 1,05 GHz DDR4-2400 54 W $ 42
Stromsparende Modelle (T, 35 Watt)
Pentium Gold G5500T 2/4 3,2 GHz 4 MB UHD 630 1,05 GHz DDR4-2400 35 W $ 75
Pentium G4600T 2/4 3,0 GHz 3 MB HD 630 1,05 GHz DDR4-2400 35 W $ 75
Pentium Gold G5400T 2/4 3,1 GHz 4 MB UHD 610 1,05 GHz DDR4-2400 35 W $ 64
Pentium G4560T 2/4 2,9 GHz 3 MB HD 610 1,05 GHz DDR4-2400 35 W $ 64
Celeron G4900T 2/2 2,8 GHz 2 MB UHD 610 1,00 GHz DDR4-2400 35 W $ 42
Celeron G3930T 2/2 2,7 GHz 2 MB HD 610 1,05 GHz DDR4-2400 35 W $ 42
fett = Coffee Lake, normal = Kaby Lake

Der tabellarische Überblick macht deutlich, dass der Taktgewinn bei den neuen Prozessoren im Durchschnitt bei rund 200 MHz liegt. Auch die integrierte Grafik darf sich nun UHD statt HD nennen, wenngleich sich dort seit Skylake nichts geändert hat. Doch in Zeiten von UHD-Displays ist dies dem Marketing geschuldet. Eines konnte der alte Pentium aber auch noch: Auf älteren Skylake- und Kaby-Lake-Mainboards konnte dieser mit DDR3-Speicher betrieben werden, diese Option gibt es beim G5400 nicht mehr.

Coffee-Lake-Pentium brauchen ein 300er-Mainboard

Einen Haken haben die neuen Prozessoren aber noch: Weil sie auf Coffee Lake basieren, benötigen sie wie die anderen Prozessoren dieser Familie ein neues Mainboard auf Basis eines 300er-Chipsatzes (Test) für den Sockel LGA 1151 (v2).

Den Starttermin für die Prozessoren hatte Intel deshalb so gewählt, dass er mit der Verfügbarkeit der günstigen Chipsätze zusammenfällt. So bekommt der Kunde Mitte Mai bereits ein kompatibles Mainboard mit H310-Chipsatz ab 54 Euro, besser ist jedoch der Griff zu den B360-Mainboards, die bereits ab 62 Euro verfügbar sind und mit größerer Ausstattung wie nativem USB 3.1 Gen2 mit 10 Gbit/s oder einen M.2-Slot für PCIe-SSDs aufwarten können.

Intel Pentium Gold G5400 im Test

Neue Pentium G gibt es einige, ComputerBase hat sich aber ganz bewusst für den Pentium Gold G5400 entschieden. Erstens bildet er mit 64 US-Dollar (ohne Steuern) Listenpreis zum selben Preis wie der Pentium G4560 den günstigsten Einstieg in die Serie bei 54 Watt TDP. Zum anderen bieten die zwei größeren und teureren Modelle nur wenige MHz zum exorbitanten Aufpreis mehr. Unterm Strich kann damit auch gesagt werden, dass es jetzt die Leistung des laut Liste 35 Prozent teureren Pentium G4620 aus dem letzten Jahr gibt.

Intel Pentium Gold G5400
Intel Pentium Gold G5400

Die bekannten Auslesetools erkennen den Pentium Gold G5400 wie erwartet und zeigen 3,7 GHz für vier Threads unterstützt von DDR4-2400-Speicher. Bei den Zusatzinstruktionen gibt es neben Virtualisierung noch AES, auf AVX müssen die Pentium auch im Jahr 2018 verzichten – das gibt es erst ab den Core i3. Das neue U0-Stepping wurde für alle Coffee Lake mit maximal vier Kernen aufgelegt, mit dem Microcode 84 ist die Plattform zudem gegen die aktuellen Sicherheitslücken Spectre und Meltdown geschützt.

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