Samsung Galaxy Note 9 im Test: Das Von-allem-etwas-mehr-Smartphone

Nicolas La Rocco 164 Kommentare
Samsung Galaxy Note 9 im Test: Das Von-allem-etwas-mehr-Smartphone

tl;dr: Möglichst viel Technik auf angemessen viel Raum will Samsung beim Galaxy Note 9 unterbringen. Dabei herausgekommen ist ein 6,4-Zoll-Smartphone vollgepackt mit High-End-Komponenten, großem Akku und neuem Bluetooth-Stylus, der nun als Fernbedienung fungiert. Das Komplettpaket verkauft Samsung ab 999 Euro.

Viel hilft viel

Getreu dem Motto „Viel hilft viel“ ist das Galaxy Note 9 nicht nur ein Galaxy S9+, das um einen Stylus erweitert wurde. Samsung legt auch in anderen Bereichen eine Schippe nach, um das Smartphone zum Unikat im eigenen Sortiment zu machen. Mit 6,4 Zoll bietet es das derzeit größte Display, mit bis zu 8 GB den größten RAM, mit bis zu 512 GB den meisten Speicher und mit 4.000 mAh den Akku mit der höchsten Nennladung. Mit 76,4 × 161,9 × 8,80 mm und 201 Gramm ist das Galaxy Note 9 allerdings auch das derzeit größte und schwerste Samsung-Smartphone.

Die Technik im Überblick

Samsung Galaxy Note 9
Samsung Galaxy Note 8
Samsung Galaxy S9+
Software:
(bei Erscheinen)
Android 8.1 Android 7.1 Android 8.0
Display: 6,40 Zoll
1.440 × 2.960, 514 ppi
WQHD+ Super AMOLED, HDR, Gorilla Glass 5
6,30 Zoll
1.440 × 2.960, 522 ppi
WQHD+ Super AMOLED, HDR, Gorilla Glass 5
6,20 Zoll
1.440 × 2.960, 531 ppi
WQHD+ Super AMOLED, HDR, Gorilla Glass 5
Bedienung: Touch, Stylus, Fingerabdrucksensor, Iris-Scanner, Gesichtsscanner, Status-LED Touch, Fingerabdrucksensor, Iris-Scanner, Gesichtsscanner, Status-LED
SoC: Samsung Exynos 9810
4 × Exynos M3, 2,70 GHz
4 × Cortex-A55, 1,80 GHz
10 nm, 64-Bit
Samsung Exynos 8895
4 × Exynos M2, 2,31 GHz
4 × Cortex-A53, 1,69 GHz
10 nm, 64-Bit
Samsung Exynos 9810
4 × Exynos M3, 2,70 GHz
4 × Cortex-A55, 1,80 GHz
10 nm, 64-Bit
GPU: Mali-G72 MP18
572 MHz
Mali-G71 MP20
546 MHz
Mali-G72 MP18
572 MHz
RAM:
6.144 MB
LPDDR4
Variante
8.192 MB
LPDDR4
6.144 MB
LPDDR4
Speicher: 128 / 512 GB (+microSD) 64 GB (+microSD) 64 / 256 GB (+microSD)
Kamera: 12,0 MP, 2160p
LED, f/1,5, AF, OIS
12,0 MP, 2160p
LED, f/1,7, AF, OIS
12,0 MP, 2160p
LED, f/1,5, AF, OIS
Sekundär-Kamera: 12,0 MP, f/2,4, OIS, AF
Tertiär-Kamera: Nein
Quartär-Kamera: Nein
Frontkamera: 8,0 MP, 1440p
Display-Blitz, f/1,7, AF
Sekundär-Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced Pro
↓1.200 ↑200 Mbit/s
Advanced Pro
↓1.000 ↑150 Mbit/s
Advanced Pro
↓1.200 ↑200 Mbit/s
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 5.0 LE
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo
Weitere Standards: USB 3.1 Typ C, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM
Nano-SIM
Variante
Nano-SIM, Dual-SIM
Nano-SIM
Variante
Nano-SIM, Dual-SIM
Akku: 4.000 mAh (15,40 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
3.300 mAh (12,71 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
3.500 mAh (13,48 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
Größe (B×H×T): 76,4 × 161,9 × 8,80 mm 74,8 × 162,5 × 8,60 mm 73,8 × 158,1 × 8,50 mm
Schutzart: IP68
Gewicht: 201 g 195 g 189 g
Preis: ab 734 € / ab 934 € ab 499 € / ab 555 € ab 678 € / ab 579 € / ab 799 €

Die Preise im Überblick

Samsung bietet das Galaxy Note 9 in zwei Varianten an: mit 6 GB RAM und 128 GB Speicher sowie mit 8 GB RAM und 512 GB Speicher. Die unverbindlichen Preisempfehlungen liegen bei 999 Euro und 1.249 Euro. Der Startpreis hat sich trotz aufgewerteter Ausstattung nicht gegenüber dem Galaxy Note 8 verändert. Verkaufsstart ist am 24. August, noch bis zum 23. August läuft eine Aktion für Vorbesteller, in deren Rahmen Samsung Altgeräte in Zahlung nimmt und zusätzlich 100 Euro Prämie bietet.

Immer mit Dual-SIM

Jedes in Deutschland verkaufte Galaxy Note 9 ist zudem ein Duos-Modell mit der Kennung N960F/DS und einem Hybrid-SIM-Schacht für entweder zwei Nano-SIM-Karten zwecks Dual-SIM-Betrieb oder für eine SIM-Karte und eine microSD-Karte zwecks Erweiterung des internen Speichers um bis zu 512 GB.

Zwei Farben für Deutschland

Grundsätzlich produziert Samsung das Galaxy Note 9 in den Farben Midnight Black, Lavender Purple, Metallic Copper und Ocean Blue. Nach Deutschland schaffen es allerdings nur das schwarze und blaue Modell. Einen besonderen Farbakzent bildet bei der Variante in Blau der gelbgoldene S Pen, der bei den anderen Farbvariationen in Gehäusefarbe kommt.

Bekanntes Design mit neuen Feinheiten

Anders als etwa ein iPhone X ist das Galaxy Note 9 nicht sofort als solches zu erkennen. Zu ähnlich sind sich zwischenzeitlich Galaxy S8+, S9+, Note 8 und das neue Galaxy Note 9 auf den ersten Blick geworden. Das soll aber nicht heißen, dass alle großen Samsung-Smartphones das gleiche Design aufweisen. Bei genauerer Betrachtung fällt dann eben doch auf, dass beim Galaxy Note 9 erneut eine etwas eckigere Gestaltung vorliegt. Die Radien der abgerundeten Ecken fallen kleiner als bei der Galaxy-S-Serie aus. Das Design und die hochwertige Verarbeitung können sich sehen lassen.

Das Galaxy Note 9 kommt mit einem vollständig symmetrischen Aufbau, der das Smartphone in zwei Hälften aus Gorilla Glass 5 aufteilt, die durch einen Rahmen aus 7000er-Aluminium zusammengehalten werden. Dieser ist in der Mitte matt ausgeführt, bevor zum Glas hin auf jeder Seite eine polierte Fase Akzente setzt. Das Glas der Vorder- und Rückseite geht zu den Seiten hin jeweils mit einer leichten Biegung in diese Fase über. Dieser Bereich fällt klein aus, damit möglichst viel Fläche für den Stylus zur Verfügung steht. Oben und unten schließt das Glas beinahe plan mit dem Gehäuse ab, sodass ein Effekt wie bei der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten entsteht.

Das Galaxy Note 9 kommt noch mit 3,5-mm-Klinke

Obwohl das Tastenlayout mitsamt der nach wie vor manchmal störenden Bixby-Taste und die Anordnung der Buchsen im Vergleich zum Galaxy S9 nicht neu sind, muss Samsung zugutegehalten werden, dass erneut geschickt Moderne und Tradition miteinander verbunden werden wie bei keinem anderen Hersteller. Alle Galaxy-Smartphones kommen mit dünnen Display-Rändern und verzichten auf die an­dern­orts beliebte Notch. Außerdem gibt es nach wie vor eine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse und eine Status-LED. Und trotzdem fehlen nicht moderne Features wie ein Always-on-Display, USB Typ C (3.1), gut klingende Stereo-Lautsprecher oder der IP68-Schutz gegen Wasser und Staub. Bei anderen Smartphone-Herstellern gibt es stets nur eine Auswahl dessen.

Auf der Rückseite finden Nutzer eine der größten optischen Veränderungen bei der Kamera und dem Fingerabdrucksensor. Die Anordnung des Kameramoduls mit zwei nebeneinander liegenden Linsen ist identisch zum Galaxy Note 8, der Fingerabdrucksensor liegt nun jedoch wie beim Galaxy S9 darunter statt daneben. Das sorgt dafür, dass die Sensorfläche einfacher mit dem linken oder rechten Zeigefinger erreichbar ist. Ein Fingerabdrucksensor im Display wäre allerdings nach wie vor die Ideallösung, um das Gerät auch auf dem Tisch liegend entsperren zu können.

Noch größeres und helleres Display

Anders als beim Wechsel vom Galaxy S8+ zum S9+ hat Samsung beim Galaxy Note 9 nicht die Display-Größe des Note 8 beibehalten. Um 0,1 Zoll auf jetzt 6,4 Zoll ist das Panel angewachsen, zum Galaxy S9+ sind es 0,2 Zoll. Die Auflösung liegt wie gewohnt bei 1.440 × 2.960 Bildpunkten, die Pixeldichte bei weiterhin sehr guten 514 ppi.

Das AMOLED-Display spielt nicht nur wieder in der ersten Liga, es läuft gleich mit der Meisterschale unterm Arm ins Stadion ein. Samsung liefert erneut eines der besten, wenn nicht sogar das derzeit beste Smartphone-Display der Branche ab – unabhängig davon, ob OLED oder LCD. So sehen es auch die Experten von DisplayMate in ihrer aktuellen Untersuchung, in der sie das Galaxy Note 9 mit „A+“ bewerten.

In den von ComputerBase durchgeführten Messungen schneidet das Display zunächst einmal mit einer sehr hohen Maximalhelligkeit ab, die noch ein kleines Stück besser als beim Galaxy S9+ ausfällt. Bei vollständig weißem Display sind Werte von knapp 670 cd/m² realistisch, im Durchschnitt aus drei Messfeldern fließen 637 cd/m² in das untenstehende Diagramm ein, da die Helligkeit im unteren Bereich des Panels etwas niedriger ausfällt. Bei manueller Ansteuerung der Display-Helligkeit sind im Schnitt 332 cd/m² möglich, hier fällt die Helligkeit auch in allen Bereichen gleich hoch aus. Unter maximaler Belastung verliert das Panel somit etwas an Homogenität. Mit seiner hohen Maximalhelligkeit im Automatikmodus eignet sich das Display sehr gut im Außeneinsatz.

Im adaptiven Display-Modus, der ab Werk voreingestellt ist, ist das Panel auf keinen gängigen Farbraum kalibriert und stattdessen für eine besonders lebendige Darstellung sowie ein sehr breites Farbspektrum ausgelegt. Der Weißpunkt fällt hier mit 7.800 Kelvin im Vergleich zu den normierten Farbräumen etwas kühl aus – typisch für OLED.

Display-Profile sorgen für perfekte Kalibrierung

Wer Samsungs adaptiven Modus nicht nutzen möchte, hat in den Display-Einstellungen drei perfekt abgestimmte Alternativen zur Auswahl: „Kino“, „Foto“ und „Einfach“. Diese entsprechen den Standards DCI-P3, Adobe RGB und sRGB. Sobald einer der Modi ausgewählt wurde, stellt sich die Charakteristik des Panels entsprechend um und Anwender erhalten ein für jedes Einsatzgebiet perfekt abgestimmtes Display. Die Abweichungen für Weißpunkt und Farbtreue liegen in allen drei Modi bei einer JND („Just Noticeable Difference“) von unter 0,1 respektive 0,01.

Genau das macht das Galaxy-Note-9-Display zu etwas Besonderem: Es kann kunterbunt nach Samsungs wildesten Vorstellungen aufspielen, sich aber auch an alle Regeln bekannter Standards halten. Der wirklich sehr gute Bildschirm des Galaxy Note 9 ist bereits ein Argument für den Kauf des Smartphones.

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