Nvidia-Grafikkarten im Test: GeForce GTX 480, 580, 680, 780, 980 und 1080 im Vergleich

 2/3
Wolfgang Andermahr 204 Kommentare

Testsystem und Spieleeinstellungen

Sämtliche Tests wurden auf dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem durchgeführt. Dieses besteht aus einem auf 4,7 GHz übertakteten Intel Core i7-8700K sowie einem 32 Gigabyte großen Systemspeicher (2 × 16 GB, DDR4-3200, 16-16-38-1T, Dual-Rank). Als Betriebssystem ist Windows 10 mit sämtlichen Updates installiert. Als Treiber für die GeForce GTX 480 und die GeForce GTX 580 wird der GeForce 391.35 genutzt. Ab der GeForce GTX 680 ist der GeForce 398.82 installiert.

Die acht Spiele werden mit allen Grafikkarten in den Auflösungen 1.920 × 1.080 sowie 3.840 × 2.160 getestet. Als Basis für die Grafikdetails dient eine Radeon HD 7970 aus dem Jahr 2011. Die Detailstufen sind so gewählt, dass die AMD-Grafikkarte in Full HD spielbare Frameraten von mindestens 50 bis 60 FPS erzielt, in Ultra HD werden 30 FPS – falls möglich – anvisiert. Mit dieser Grafikkarte dient als Basis für die Texturdetails damit automatisch ein 3.072 MB großer VRAM.

Genutzte Grafikdetails in den Spielen
Spiel 1.920 × 1.080 3.840 × 2.160
Dota 2 Maximale Details Zweithöchstes Preset
Far Cry 5 Hoch-Preset Normal-Preset
Fortnite Hoch-Preset Mittel-Preset
Kingdom Come: Deliverance Hoch-Preset Niedrig-Preset
Overwatch Maximale Details Ultra-Preset
Rainbow Six Siege Ultra-Preset
100 % TAA
Mittel-Preset
100 % TAA
The Witcher 3 Hoch-Preset Niedrig-Preset
World of Warcraft Preset-Stufe 8 Preset-Stufe 7

World of Warcraft unterstützt seit Kurzem DirectX 12. Die höchste Framerate entscheidet bei jeder Grafikkarte, welche API genutzt wird. Da die restlichen Spiele durchweg auf DirectX 11 setzen, wird in WoW explizit DirectX 12 erwähnt, wenn die Low-Level-API genutzt wurde. Bei sieben Spielen wurde eine 25 Sekunden lange Spielszene getestet. In Dota 2 wurde aus Gründen der Vergleichbarkeit aber ein Replay genutzt.

Etwas Neues bei der Leistungsaufnahme

Bei der Leistungsaufnahme wird nur der Energiehunger der Grafikkarten gemessen. Da die 3D-Beschleuniger eine sehr unterschiedliche Performance aufweisen und deshalb das Messen bei identischer Last praxisfern wäre, hat die Redaktion aber die Methode geändert. Als Spiel kommt World of Warcraft zum Einsatz und in diesem wird die Leistungsaufnahme bei etwa 60 FPS in der Testszene gemessen. Das hat zur Folge, dass jede Grafikkarte bei unterschiedlichen Grafikdetails gemessen wird. Damit sind zwar die Anforderungen immer unterschiedlich, doch bildet der Messwert stets einen spielbaren Bereich ab, der so auch beim Spielen und nicht nur in der Theorie auftreten kann.

Grafikkarten-Benchmarks in 1.920 ­× 1.080 und 3.840 ­× 2.160

2.048 MB sind in dem Testparcours notwendig, um nicht gelegentlich in den Speichermangel zu geraten. Die GeForce GTX 480 und die GeForce GTX 580 sind mit 1.536 MB zwar nicht allzu weit davon entfernt, laufen teils aber dennoch langsamer, als sie theoretisch könnten. Ignoriert man die beiden Fermi-Modelle, die ohnehin für moderne Spiele zu langsam sind, fällt aber noch etwas Interessantes auf.

Nvidia hat es nämlich geschafft, von Generation zu Generation einen immer größer werdenden Geschwindigkeitsschub zu erzielen. So arbeitet die GeForce GTX 780 in 1.920 × 1.080 31 Prozent schneller als die GeForce GTX 680. Die GeForce GTX 980 ist dann 37 Prozent schneller als der Vorgänger. Und die GeForce GTX 1080 macht mit 55 Prozent den größten Schub.

In 3.840 × 2.160 fallen die Unterschiede größer aus, an „der Regel“ ändert sich aber nichts. Vor allem zeigt sich in Ultra HD, dass Nvidia mit der letzten Pascal-Generation einen richtig großen Schritt gemacht hat. Die GeForce GTX 980 ist zum Beispiel „nur“ 41 Prozent schneller als die GeForce GTX 780, die GeForce GTX 1080 dann aber gleich 70 Prozent flotter als der Maxwell-Vorgänger. Bei den Frametimes ändert sich an den Aussagen wenig. Einzig ist zu erkennen, dass zwei Gigabyte Speicher in Ultra HD zu wenig für die maximale Leistung sind.

Interessant daran ist, dass Nvidia die Basis-Architektur mit Maxwell ordentlich umgebaut, mit Pascal dann aber nur Optimierungen vorgenommen hat. Ausführungseinheiten gibt es nur vergleichsweise wenig mehr, doch lässt sich Pascal deutlich höher takten und verfügt über eine spürbar bessere Speicherkompression. Das ist für den großen Performance-Sprung ausreichend.

Bei Maxwell schwächelt die Mittelklasse

Im Vergleich zu Nvidias Mittelklasse-Modellen fällt auf, dass die Oberklasse der Maxwell-Generation stärker als die Mittelklasse abschneidet. So ist die GeForce GTX 980 in Ultra HD 41 Prozent schneller als die GeForce GTX 780, die GeForce GTX 960 aber nur 28 Prozent flotter als die GeForce GTX 760. Bei der Pascal-Generation ist der Schub dagegen gleichmäßiger. Die GeForce GTX 1060 legt um 76 Prozent zu, die GeForce GTX 1080 um 70 Prozent.

Auf der nächsten Seite: Leistungsaufnahme auf dem Desktop und beim Spielen