Im Test vor 15 Jahren: 7.1-Kanal-Soundkarten für unter 100 Euro

Robert McHardy 152 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: 7.1-Kanal-Soundkarten für unter 100 Euro

tl;dr: Nachdem 5.1-Kanal-Audiosysteme und Soundkarten für den PC im Jahr 2003 breit auf dem Markt verfügbar waren, folgte vor 15 Jahren der Schritt zu 7.1. Im Test traten die Creative Audigy 2 ZS und die TerraTec Aureon 7.1 Space (Test) gegeneinander an. Beide überzeugten zu einem Preis von etwa 100 Euro.

Dolby Digital und EAX Advanced HD

Beide Soundkarten waren für rund 100 Euro erhältlich, Creative legte der Audigy 2 ZS aber zusätzlich eine Vollversion des Spiels Tomb Raider: The Angel of Darkness bei. Die Audigy 2 ZS verfügte über einen 6-Kanal-S/PDIF-, drei analoge und einen FireWire-Ausgang (praktisch für Inhaber der 1. oder 2. Generation des Apple iPod) sowie zwei analoge und einen FireWire-Eingang. Zudem beherrschte die Soundkarte Dolby-Digital-Dekodierung und EAX (Advanced HD). Der Digital-Analog-Wandler unterstützte eine Abtastrate von bis zu 96 kHz bei einer Samplingtiefe von bis zu 24 Bit.

Stell es Dir mal so vor: Du befindest dich mitten in einem packenden PC-Spiel, vor einer anrückenden Überzahl von Gegnern konntest Du dich gerade noch in eine Höhle retten. Es herrscht pechschwarze Nacht. Aus dem dumpfen Rauschen links und im Hintergrund schließt Du, daß sich hier ein unterirdischer Wasserlauf befindet. Plötzlich hörst Du auf Deiner rechten Seite das metallische Klicken einer Waffe, die entsichert wird. Instinktiv wirfst Du dich zur Seite - gerade noch rechtzeitig, denn die Kugel pfeift gefährlich nahe an Deinem Kopf vorbei und prallt dann als heulender Querschläger von der Wand links und vor Dir ab. Du verhälst dich absolut still und hörst, wie die Schritte Deines Feindes schnell näherkommen. Du kannst ihn nicht sehen, aber Du kannst genau hören, wo er sich gerade befindet.

Creative im Jahr 2003 zu EAX Advanced HD

Die TerraTec Aureon 7.1 Space verfügte über einen digitalen Eingang und Ausgang, vier analoge Ausgänge sowie jeweils einen anlogen Mono-/Stereo-Eingang. Die Wiedergabe konnte mit bis zu 192 kHz Abtastrate bei einer Bittiefe von 24 Bit erfolgen, Aufnahmen bei 96 kHz bei 24 Bit. Dolby Digital wurde nicht unterstützt, statt EAX 4.0 Advanced HD (Creative) stand zudem nur EAX 2.0 zur Verfügung.

Zum Vergleich: Die aktuelle Creative Sound BlasterX AE-5 für knapp 125 Euro bietet 5.1-Sound, eine Auflösung von 32 Bit und eine Abtastrate von 384 KHz – und kommt mit PCIe-Leiste selbstverständlich mit RGB-LED-Beleuchtung.

Im Vergleich lieferte TerraTec ein sehr kleines Softwarepaket mit. Den 17 Programmen (inklusive dem beigelegten Spiel) der Creative-Soundkarte standen drei Programme bei TerraTec gegenüber. Creative ermöglichte mit der beigelegten Software auch eine sehr genaue Kalibrierung des angeschlossenen Soundsystems. Der Hersteller ermöglichte Spielern so, eine genaue 3D-Umgebung einzustellen. Beide Soundkarten glänzten im Test mit ausgezeichneter Audiowiedergabe, die TerraTec-Karte stellte sich als etwas mittenbetonter dar.

Der Treiber von Creative war genügsamer

In unterstützten Spielen wie Tomb Raider: The Angel of Darkness, Hitman 2 oder Warcraft III konnte die Audigy 2 dank EAX-4.0-Advanced-HD-Unterstützung durch bessere räumliche Wiedergabe glänzen. Eine weitere Schwäche der Aureon 7.1 Space war die im Vergleich hohe CPU-Last. In Audio Winbench 99 standen knapp vier Prozent CPU-Last gegenüber rund einem Prozent bei der Audigy 2 ZS gegenüber. Ermittelt wurde dieser Wert auf einem PC mit Intel Pentium 4C mit 2,8 GHz (FSB800) und 512 MB DDR-400.

ZD Audio Winbench 99
Angaben in Prozent
  • CPU Util 44,1kHz, 16bit Static:
    • Creative SB Live 5.1
      4,87
    • Terratec Aureon 7.1 Space
      4,26
    • Creative Audigy 1
      1,93
    • Creative Audigy 2
      1,41
    • Creative Audigy 2 ZS
      1,02

Am Ende des Tests konnte die Audigy 2 ZS die Redaktion überzeugen. Spieler, die Interesse an einem 7.1-Audiosystem hatten, waren mit der Audigy 2 ZS besser beraten und erhielten zusätzlich noch einen Vollpreis-Titel.

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Auswertung der letzten Umfrage

Letzte Woche fragte die Redaktion die Leser, ob sie eine Grafikkarte mit buntem PCB kaufen würden. Knapp unter 90 Prozent bejahten diese Frage, wobei 46,7 Prozent davon auf Nutzer fielen, bei denen der Preis ausschlaggebend ist. 42,6 Prozent machen diese Entscheidung davon abhängig, ob die Farbe zu dem restlichen Komponenten passt. Knapp über 10 Prozent achten darauf, dass das PCB der Grafikkarte die Farbe Schwarz hat.

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