GeForce RTX 2060 im Test: Schnelle GPU trifft 6 GB statt 8 GB GDDR6 für 370 Euro 2/6

Wolfgang Andermahr 677 Kommentare

Testsystem und Testergebnisse

Wie bei den größeren Modellen nutzt auch das Review der GeForce RTX 2060 den vorübergehend genutzten Testparcours. Sämtliche Spiele-Benchmarks wurden im Spätsommer 2018 neu erstellt, dasselbe gilt für alle Temperatur-, Lautstärke- und Leistungsaufnahme-Messungen. Für die Benchmarks wurde Windows 10 mit dem April-Update (Version 1803) sowie sämtlichen Patches genutzt.

Ein auf 4,7 GHz übertakteter Intel Core i7-8700K dient als Prozessor. Zwei 16 Gigabyte große DDR4-Module (Dual-Rank) werden mit DDR4-3200 bei den Timings 16-16-16-38-1T betrieben. Verschiedene Grafikkarten-Treiber wurden für den Test genutzt, da es innerhalb kurzer Zeit mehrere neue Versionen gegeben hat, die zudem längst nicht alle Modelle unterstützen. Im Frühjahr wird der gesamte Parcours noch einmal erneuert – mit einheitlichen Treibern, weiteren neuen Spielen etc.

Grafikkarte Genutzter Treiber
AMD Radeon RX Vega 64 Adrenalin 18.8.2
AMD Radeon RX Vega 56 Adrenalin 18.9.3
AMD Radeon RX 590 Beta-Launch-Version
Nvidia GeForce GTX 1080 Ti, GTX 1080 GeForce 399.07
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti, RTX 2080 GeForce 411.51
Nvidia GeForce GTX 1070 GeForce 411.70
Nvidia GeForce RTX 2070 GeForce 416.33
Nvidia GeForce RTX 2060 GeForce 417.54

Details zu den Spieletests

Sämtliche Grafikkarten wurden einmal mit den Standardvorgaben von AMD und Nvidia, im zweiten Durchlauf übertaktet getestet. Die genauen Angaben dazu finden sich in einem folgenden Abschnitt. Soweit nicht anders in den Diagrammen angegeben, wurde immer DirectX 11 genutzt. Die Ausnahmen sind Shadow of the Tomb Raider (DirectX 12) und Wolfenstein II (Vulkan).

Die Benchmarks in 1.920 × 1.080 sowie 2.560 × 1.440 Bildpunkten wurden durchweg mit der maximalen Detailstufe des Spiels durchgeführt.

Die tatsächlichen Taktraten unter Last

Die Turing-GPU TU106 ist wie die größeren Modelle mit GPU-Boost in Version 4.0 ausgestattet. Der neue Turbo nutzt anstatt eines nun zwei Temperature-Targets (TT). Wurde das TT auf Pascal erreicht, taktete die Grafikkarte sofort auf den Basis-Takt herunter und „erholte“ sich dann innerhalb des Limits wieder. Wird das erste TT (83 °C) auf Turing mit GPU-Boost 4.0 erreicht, taktet die GPU jetzt nicht auf den Basis-, sondern den Boost-Takt herunter. Erst wenn das zweite TT (85 °C) erreicht wird, liegt der Basis-Takt an. Dadurch möchte Nvidia den Leistungsverlust reduzieren, der durch eine schlechte GPU- beziehungsweise Gehäusekühlung erreicht wird.

Die Temperature-Targets lassen sich mit GPU-Boost 4.0 darüber hinaus genauer beeinflussen. So lässt sich zum Beispiel konfigurieren, dass die Temperatur völlig ignoriert werden soll – zumindest so lange, bis eine gewisse unbeeinflussbare Temperatur erreicht wird und die GPU als letzter Rettungsanker heruntertaktet. Limitiert die Temperatur nicht, verhalten sich GPU-Boost 3.0 und 4.0 wiederum genau gleich.

Die Turing-GPU hat einen maximalen Takt, der bei niedrigen Temperaturen sowie Auslastung anliegt. Dieser variiert von Grafikkarte zu Grafikkarte. Bei dem Testsample der Nvidia GeForce RTX 2060 Founders Edition liegt er bei 1.950 MHz. Bei höherer Temperatur und GPU-Auslastung reduziert sich die Frequenz automatisch. Im Spielebetrieb arbeitet der 3D-Beschleuniger ohne anliegende Limits noch mit maximal 1.875 MHz.

Es gibt dieselben Limits wie bei Pascal

Mit dieser Frequenz arbeitet die Grafikkarte, wenn ein gewisses Budget bei der Leistungsaufnahme (160 Watt TDP bei der Nvidia RTX 2060 FE) und bei der Temperatur (83 °C bei der Nvidia RTX 2060 FE) nicht überschritten wird. Andernfalls wird die Frequenz so lange reduziert, bis die Limits wieder eingehalten werden. Manuell kann das Temperature-Target auf maximal 87 Grad Celsius erhöht werden. Das Power-Target kann auf 118 Prozent angehoben werden, was 190 Watt entspricht.

Auffällig bei Turing: Die GPUs wechseln den Takt in 15-MHz-Schritten und arbeiten dabei vergleichsweise gleichmäßig, während AMDs Vega-GPU in hohen Frequenzen den Takt ändert.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Spiel (1.920 × 1.080) Nvidia GeForce RTX 2060 FE
Maximaler Takt in Spielen 1.875 MHz
Assassin's Creed Origins 1.875 MHz
Call of Duty: WWII 1.845–1.860 MHz [PT]
Destiny 2 1.845–1.875 MHz [PT]
Elex 1.860–1.875 MHz [PT]
F1 2018 1.830–1.860 MHz [PT]
Far Cry 5 1.860–1.875 MHz [PT]
Final Fantasy XV 1.830–1.860 MHz [PT]
Ghost Recon Wildlands 1.875 MHz
Hellblade: Senua's Sacrifice 1.815–1.845 MHz [PT]
Jurassic World: Evolution 1.845–1.860 MHz [PT]
Kingdom Come: Deliverance 1.815–1.860 MHz [PT]
Mittelerde: Schatten des Krieges 1.815–1.845 MHz [PT]
Monster Hunter: World 1.830–1.845 MHz [PT]
Shadow of the Tomb Raider 1.845–1.875 MHz [PT]
Star Wars Battlefront II 1.785–1.845 MHz [PT]
Wolfenstein II 1.815–1.860 MHz [PT]
[P] = Power-Target limitiert, [T] = Temperature-Target limitiert

Die Nvidia GeForce RTX 2060 Founders Edition ist so konfiguriert, dass die Grafikkarte in den meisten Spielen ins Power-Target läuft und dann entsprechend heruntertaktet. Die in Spielen maximal möglichen 1.875 MHz hält das Modell nur in wenigen Fällen, meistens liegen rund 1.850 MHz an.

Star Wars Battlefront II sorgt für die geringste Frequenz der GeForce RTX 2060 und ist damit auch das einzige Spiel, das den Takt unter die 1.800-MHz-Marke drückt. In dem Actiontitel agiert die Grafikkarte mit 1.785 MHz bis 1.845 MHz.

Mit vollem Power-Target gibt es immer den vollen Takt

Wer dagegen immer die vollen 1.875 MHz haben möchte, muss manuell das Power-Target erhöhen. Dann liegt auch in Star Wars Battlefront II der volle Takt an. Das Temperature-Target ist auch dann zu keiner Zeit ein Problem.

GeForce RTX (& GTX & Radeon RX) mit OC

Die GeForce RTX 2060 FE wird wie der direkte Vorgänger GeForce GTX 1060 FE auch übertaktet getestet. Bei den Grafikkarten wurde das Referenzdesign genutzt. Das hat die jeweils höchsten Taktraten zugelassen. Die Modifizierungen betreffen ein maximiertes Power- sowie Temperatur-Limit und erhöhte GPU- sowie Speichertaktraten. Spannungen werden nicht geändert.

Die TU106-GPU auf der Nvidia GeForce RTX 2060 Founders Edition lässt ein Plus von 147 MHz zu, bevor die Grafikkarte abstürzt. In Spielen beträgt der anliegende Takt bei vollem Power-Target dann etwa 2.000 MHz. Der 6.144 MB große GDDR6-Speicher lässt sich um 603 MHz auf 7.603 MHz anheben. Noch höhere Taktraten laufen zwar ebenso stabil, allerdings sinkt dann messbar die Performance.

Die im Test genutzten Taktraten bei den OC-Einstellungen
GPU-Takt Speicher-Takt
Nvidia GeForce RTX 2060 FE 1.827 MHz
(+147 MHz)
7.603 MHz
(+603 MHz)
Nvidia GeForce GTX 1060 FE 1.711 MHz
(+205 MHz)
4.606 MHz
(+606 MHz)

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