Resident Evil 2 im Test: Vorbildliches Remake trifft auf ordentliche Performance 2/4

Wolfgang Andermahr et al. 273 Kommentare

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind mit einem auf 4,7 GHz übertakteten Core i7-8700K durchgeführt worden, der auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (16-16-16-38, Dual-Rank) zugreifen kann. Windows 10 Oktober Update (1809) inklusive aller derzeit verfügbaren Updates ist installiert. Als Treiber werden der Adrenalin 19.1.2 beziehungsweise der GeForce 417.71 genutzt. Der AMD-Treiber ist offiziell für Resident Evil 2 optimiert, das Nvidia-Gegenstück noch nicht.

Eine fordernde Testszene mit viel Dynamik

In der 25 Sekunden langen Testszene wird durch dunkle, enge Gänge geschlichen – sie zeigt damit genau das, was man meistens im Spiel tut. Die Sequenz verfügt über mehrere Screenspace Reflections und viel volumetrisches Licht, dasselbe gilt aufgrund der Taschenlampe des Spielers für Schatten. Die Benchmarksequenz gehört mit zu den anspruchsvollsten Stellen im Spiel.

In 1.920 × 1.080 sowie in 2.560 × 1.440 werden die maximalen Grafikdetails genutzt. Für 3.840 × 2.160 wird die Option volumetrisches Licht auf die Einstellung „Mittel“ zurückgeschaltet. Die Grafikkarten-Benchmarks werden durchweg in DirectX 11 durchgeführt.

Auflösung Grafik-Details
1.920 × 1.080 Maximale Details, FXAA+TAA, HBAO+, DirectX 11
2.560 × 1.440 Maximale Details, FXAA+TAA, HBAO+, DirectX 11
3.840 × 2.160 Maximale Details, volumetrisches Licht „Mittel“, FXAA+TAA, HBAO+, DirectX 11

Grafikkarten-Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

In Resident Evil 2 schneiden AMD-Grafikkarten durch die Bank besser als die Konkurrenzmodelle von Nvidia ab. So liefert eine Radeon RX Vega 64 im Durchschnitt gewöhnlich drei Prozent mehr Bilder in der Sekunde als die GeForce GTX 1080. In Resident Evil 2 sind es aber gleich neun (Full HD), zehn (WQHD) und gar 16 Prozent (UHD). Auch im Vergleich zu Nvidias neuer Turing-Generation ändert sich das nicht. So ist AMDs aktuelles Flaggschiff eigentlich acht Prozent langsamer als die GeForce RTX 2070, in Resident Evil 2 aber nur ein Prozent (Full HD und WQHD), in Ultra HD ist die Radeon-Grafikkarte dann gar vier Prozent schneller. Bei den Frametimes sieht es genauso aus.

Auch in den Preisklassen darunter sieht es nicht anders aus. Liefern sich Radeon RX 580 und GeForce GTX 1060 gewöhnlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, ist die die RX 580 in Resident Evil 2 18 (Full HD) und 24 Prozent (WQHD) schneller. Die Radeon RX 590 rückt gar der GeForce GTX 1070 gefährlich nah.

Auch die ältere Radeon R9 390 kann noch halbwegs gut mithalten und muss sich der Radeon RX 570 nur um acht Prozent geschlagen geben. Ganz anders jedoch die GeForce GTX 970, die einbricht und weniger als 30 FPS liefert; die GeForce GTX 1060 ist mehr als doppelt so schnell, der Abstand zur konkurrierenden Radeon R9 390 ist kaum weniger. Der Grund liegt am Speicher. 4 GB sind bereits zu wenig, die schnellen 3,5 GB und die langsamen 0,5 GB der GeForce GTX 970 sind dann viel zu wenig. Auch das Zurückschalten um eine Texturstufe bringt kaum Besserung. Die Texturdetails müssen um mindestens zwei, besser drei Stufen für die GeForce GTX 970 zurückgeschaltet werden.

Auch wenn AMD-Grafikkarten in Resident Evil 2 schneller arbeiten als die Nvidia-Pendants, liegt Nvidia unangefochten an der Spitze – nur der Abstand ist geringer. Die GeForce GTX 1080 Ti ist in Ultra HD 13 Prozent schneller als die Radeon RX Vega 64. Die GeForce RTX 2080 liegt weitere elf Prozent voraus, die GeForce RTX 2080 Ti noch einmal 29 Prozent. Die GeForce RTX 2080 Ti ist damit 62 Prozent schneller als die Radeon RX Vega 64 und liegt so auch außer Reichweite für die in Kürze erscheinende Radeon VII. Das Duell mit der GeForce RTX 2080 wird in Resident Evil 2 hingegen spannend.

Der zu sehende Ruckler auf der Radeon RX Vega 64 (0:17 Minuten) kommt durch AMDs eigene Aufnahmesoftware ReLive zu Stande.

Die Frametimes auf einer AMD- und Nvidia-Grafikkarte

Resident Evil 2 hat in der Testszene unabhängig von der Grafikkarte unter DirectX 11 ein ziemlich irreguläres Verhalten. In manchen Sequenzen sind die Frametimes gleichmäßig und niedrig, in anderen springen diese plötzlich hin und her, nur um kurz danach wieder gleichmäßig zu werden – und dann fängt dasselbe Verhalten wieder von vorne an.

Warum das so ist, ist unklar. Die Testszene selbst gibt auf jeden Fall keinen Anlass dafür. Die Grafikkarten selbst, ComputerBase hat dies mit einer GeForce RTX 2070, GeForce GTX 1080 und einer Radeon RX Vega 64 getestet, verhalten sich absolut gleich. Da die Sprünge in den Frametimes jedoch keine großen Ausreißer haben, lässt sich das Verhalten bei einer ausreichenden Framerate nicht spüren. Bei weniger als 50 FPS stellt der Spieler allerdings fest, dass etwas bei der Performance nicht stimmt.

DirectX 11 vs. DirectX 12

Kurz gesagt: Zumindest mit einem schnellen Prozessor ist DirectX 12 in Resident Evil 2 durchweg langsamer als DirectX 11. Und das gilt unabhängig von der Grafikkarte und der Auflösung. Auch wenn sich alle drei getesteten Grafikkarten, die GeForce RTX 2070, GeForce GTX 1080 und die Radeon RX Vega 64, ziemlich ähnlich verhalten, gibt es kleine Unterschiede zwischen den Modellen.

So schneidet die Radeon RX Vega 64 unter DirectX 12 noch am besten ab. Auch wenn das nur bedeutet, dass der Leistungsverlust gegenüber DirectX 11 am geringsten ist. Das macht sich in höheren Auflösungen bemerkbar. So schafft es die AMD-Grafikkarte in 2.560 × 1.440 und 3.840 × 2.160, mehr FPS als die GeForce RTX 2070 zu liefern. Das ist etwas, was unter DirectX 11 nicht passiert.

Darüber hinaus läuft DirectX 12 besser, wenn die GPU mehr gefragt ist. Je höher die Auflösung, desto näher rückt die Low-Level-API an DirectX 11 heran. Je mehr CPU-Limit es gibt, desto schlechter schneidet DirectX 12 ab. Obwohl das Verhalten eigentlich gegensätzlich sein sollte.

Aktuell sollte immer DirectX 11 genutzt werden

Wie und warum auch immer, schlussendlich ist die Wahl in Resident Evil 2 einfach: DirectX 11. Die DX12-Umsetzung ist zumindest derzeit schlecht.

Mit 8 GB auf der sicheren Seite für – meist – durchschnittliche Texturen

Auch wenn das Grafikmenü im Spiel mit VRAM-Anzeige und Warneinblendung einem etwas anders weismachen will, läuft Resident Evil 2 mit einem 8.192 MB großen Grafikkartenspeicher auch in Ultra HD bei maximalen Texturdetails fehlerfrei. Für Full HD reichen auch 6 GB aus, während 2.560 × 1.440 genau auf der Kippe zwischen beiden Ausstattungen steht. Normalerweise sollten 6.144 MB aber auch dann ausreichend sein. 4.096 MB reichen dagegen auch in Full HD nicht für die schönsten Texturen aus.

Die Texturqualität ist in Resident Evil 2 höchstens Mittelmaß. Und das auch nur meistens. Stellenweise gibt es auch Oberflächen, die zwar noch deutlich besser aussehen als die Pendants im Original, aber so nicht in einem Spiel aus dem Jahre 2019 (oder auch nur 2009) auftauchen sollten.

Grafikkarten-Empfehlungen für Resident Evil 2

Wenn die Hardware in der Testsequenz etwa 60 FPS erreicht, ist Resident Evil 2 problemlos spielbar. Ab 45 FPS ist der Titel generell spielbar, allerdings wird es ab und zu Sequenzen geben, die etwas ruckeln.

Empfehlungen anhand FPS & Frametimes für die genutzten Einstellungen
gut spielbar annehmbar spielbar
1.920 × 1.080
AMD ab Radeon RX 570
ab Radeon RX 480
ab Radeon R9 390X
ab Radeon RX 570
ab Radeon RX 470
ab Radeon R9 390
Nvidia ab GeForce RTX 2060
ab GeForce GTX 1060 (6 GB)
GeForce GTX 980 Ti
ab GeForce RTX 2060
ab GeForce GTX 1060 (6 GB)
ab GeForce GTX 980
2.560 × 1.440
AMD ab Radeon RX Vega 56 ab Radeon RX 580 (8 GB)
Nvidia ab GeForce RTX 2060
ab GeForce GTX 1080
ab GeForce RTX 2060
ab GeForce GTX 1070
GeForce GTX 980 Ti
3.840 × 2.160
AMD derzeit nicht möglich Radeon RX Vega 64
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti ab GeForce RTX 2080
GeForce GTX 1080 Ti

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