Funklöcher: Telekom will für LTE und 5G 700-MHz-Frequenzen nutzen

Nicolas La Rocco 49 Kommentare
Funklöcher: Telekom will für LTE und 5G 700-MHz-Frequenzen nutzen
Bild: Deutsche Telekom

Was früher einmal für das terrestrische Fernsehen DVB-T verwendet wurde, will die Deutsche Telekom bis zur Jahresmitte für den Ausbau von LTE und später auch 5G verwenden. Die Rede ist von den 700-MHz-Frequenzen, die bereits 2015 ersteigert worden waren. Das 700-MHz-Band ist gut für den ländlichen Raum geeignet.

Die Deutsche Telekom hat die Nutzung der 700-MHz-Frequenzen bei der Bundesnetzagentur beantragt. Das Unternehmen sieht in den Bändern einen wichtigen Baustein für den weiteren Ausbau eines schnellen Mobilfunknetzes in Deutschland. Die niedrigen Frequenzen sind aufgrund ihrer großen Reichweite insbesondere für den ländlichen Ausbau geeignet, da sich mit vergleichsweise wenigen Masten (Sites) eine hohe Abdeckung in der Fläche erreichen lässt. Auch bei der Durchdringung von Gebäuden hat das 700-MHz-Band Vorteile gegenüber etwa 2.600 MHz.

Mit diesen Frequenzen können wir einen entscheidenden Beitrag zur Erschließung weißer Flecken gerade auch im ländlichen Raum leisten. Gleichzeitig dienen sie auch dem 5G-Aufbau in der Fläche“, sagte Telekom-Vorstand Dirk Wössner zur heutigen Ankündigung des Vorhabens.

Frequenzen auch für 5G geeignet

Abseits der Nutzung für LTE sind die 700-MHz-Frequenzen auch für die Verwendung beim späteren 5G geeignet. Auch hier kommen die Vorteile der Flächenabdeckung mit wenigen Sites zum Tragen. Im ländlichen Raum ist kein eng gestecktes 5G-Netz wie in den Städten zu erwarten, ebenso dürfte es weit weniger Micro-Sites etwa in Laternenmasten geben.

Probleme soll der Deutschen Telekom derzeit allerdings noch die fehlende Grenzkoordinierung bereiten. Der in den Nachbarländern Deutschlands teilweise noch genutzte terrestrische Rundfunk könnte dabei den Mobilfunk hierzulande stören. Mit Polen müsse deshalb zum Beispiel von der Regulierungsbehörde ein Vertrag für die Nutzung abgeschlossen werden. Erst durch die Zuteilung durch die Bundesnetzagentur könne mit der Planung von 700-MHz-Standorten und der Beantragung der lokalen Nutzungskoordinaten begonnen werden, so die Telekom.