Grafik: Aufstieg und Fall der HDD in über 40 Jahren

Michael Günsch 172 Kommentare
Grafik: Aufstieg und Fall der HDD in über 40 Jahren
Bild: bohed | CC0 1.0

Klassische Festplatten, auch Hard Disk Drive (HDD) genannt, befinden sich auf dem absteigenden Ast. Immer mehr werden sie von Solid State Drives (SSD) verdrängt. Die Entwicklung der HDD-Verkäufe der letzten rund 40 Jahre hat die Website Storage Newsletter in einer Grafik zusammengefasst.

HDD-Absatz von 1976 bis heute

Die Grafik nennt die globalen Absatzzahlen für Festplatten in den Jahren 1976 bis 2018 sowie die Prognosen bis zum Jahr 2022. Die Basis der Daten bilden Studien von Marktforschungsinstituten. Für die Werte von 1976 bis 2001 wurde auf Erhebungen von Disk/Trend zurückgegriffen, die Jahre 2002 bis 2022 wurden von Studien von Trendfocus abgedeckt, lediglich beim Jahr 2009 diente eine IDC-Studie als Grundlage.

HDD-Verkäufe seit 1976 (Tausend Einheiten)
HDD-Verkäufe seit 1976 (Tausend Einheiten) (Bild: Storage Newsletter)

Wurden im Jahr 1976 nur etwa 176.000 HDDs verkauft, stieg mit dem wachsenden Speicherbedarf auch der Absatz rasant. Den Höhepunkt und Zugleich den Wendepunkt bildet das Jahr 2010 mit über 651 Millionen verkauften HDDs. Seitdem geht es trotz zunehmender Anzahl großer Datenzentren in der Cloud fast nur noch bergab und 2018 wurden nur noch rund 375 Millionen Festplatten ausgeliefert. In diesem Jahr sollen es noch 320 Millionen sein, die Schätzung für 2022 geht von lediglich 269 Millionen HDDs aus, was weniger als noch im Jahr 2004 wäre.

Seit 1976 sollen insgesamt mehr als 9 Milliarden Festplatten ausgeliefert worden sein.

SSDs laufen HDDs den Rang ab

Der Hauptgrund für den sinkenden HDD-Absatz sind die rein elektronischen SSDs auf Basis von NAND-Flash-Speicher. Die SSD-Technik ist nicht nur wesentlich schneller, sondern bietet auch Vorteile bei Speicherdichte, Lautstärke und Leistungsaufnahme – nur beim Preis pro Terabyte sind HDDs noch klar im Vorteil. Aufgrund der Vorzüge und durch die Massenproduktion sinkenden Preisen verdrängen SSDs die HDD insbesondere bei Consumer-PCs aber allmählich auch im Server-Segment immer mehr.

HAMR und MAMR sollen Überleben der HDD verlängern

Dennoch ist die HDD noch nicht am Ende, denn 3,5-Zoll-Laufwerke mit hoher Speicherkapazität und niedrigem Preis pro Terabyte sind für viele Storage-Aufgaben immer noch die wirtschaftlichste Lösung. Neue Techniken wie HAMR und MAMR sollen die Speicherkapazität von Festplatten auf über 20 Terabyte steigern und dem altbewährten Massenspeicher neues Leben einhauchen. Mit dem Einsatz der Multi-Actuator-Technik soll außerdem die Leistung verdoppelt werden, auch wenn dies die erheblich niedrigeren Zugriffszeiten von SSDs lange nicht wettmacht.