The Division 2 im Test: DirectX 12 ist ein Muss, eine schnelle Grafikkarte ratsam 3/3

Wolfgang Andermahr et al. 550 Kommentare

Grafikkarten-Empfehlungen für The Division 2

The Division 2 bleibt auch mit recht niedrigen Frameraten noch gut spielbar. Die Steuerung arbeitet dann immer noch ziemlich direkt und Gegner zu treffen ist nicht unmöglich. Da es sich aber um einen Mehrspieler-Titel handelt, sind hohe Frameraten dennoch anzuraten.

Weil die Testszene sehr anspruchsvoll ist und The Division 2 fast durchweg besser läuft, ist eine Framerate von 40 FPS im Benchmark notwendig, um in der folgenden Tabelle das Prädikat „annehmbar spielbar“ zu erhalten. Meistens erreicht das Spiel dann um die 60 FPS, allerdings muss man gelegentlich mit einem Ruckeln leben. Für „gut spielbar“ sind 55 FPS im Benchmark notwendig. Werden diese in der Testszene erreicht, läuft das Spiel meistens mit deutlich mehr als 60 FPS, unter 50 FPS fällt die Framerate nicht.

Empfehlungen anhand FPS & Frametimes für die genutzten Einstellungen
gut spielbar annehmbar spielbar
1.920 × 1.080
AMD ab Radeon RX Vega 56 ab Radeon RX 580
Nvidia ab GeForce RTX 2060
ab GeForce GTX 1070
ab GeForce RTX 2060
GeForce GTX 1660 Ti
ab GeForce GTX 1070
2.560 × 1.440
AMD Radeon VII ab Radeon RX Vega 56
Nvidia ab GeForce RTX 2070
GeForce GTX 1080 Ti
ab GeForce RTX 2060
ab GeForce GTX 1070
3.840 × 2.160
AMD nicht möglich ab Radeon RX Vega 64
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti ab GeForce RTX 2070

Prozessor-Benchmarks inklusive DX11 und DX12 (Update)

The Division 2 benötigt eine schnelle Grafikkarte und auch einen schnellen Prozessor. Zunächst fällt auf, dass manche Prozessoren deutlich mehr von DirectX 12 profitieren als andere. So legt der Core i7-8700K durch die Low-Level-API auf einer Asus GeForce RTX 2080 Ti Strix OC zum Beispiel nur 20 (FPS) und 16 Prozent (Frametimes) zu. Der Ryzen 5 1600X dagegen um 36 und 53 Prozent.

Einzig der Core i3-8100 ist mit DirectX 12 langsamer als mit DirectX 11. Der allerdings ohnehin die im Abschnitt über DirectX 12 benannten Probleme mit Abstürzen aufweist.

Darüber hinaus ist auffällig, dass das Spiel nur wenig von vielen CPU-Kernen profitiert. In der Testszene arbeiten Ryzen 7 2700X mit acht Kernen und Ryzen 5 1600X mit sechs Kernen zum Beispiel fast gleich schnell. Und in Anbetracht des deutlich höheren Taktes halten sich auch die Differenzen des Core i7-7700K (vier Kerne) zum Core i7-8700K (sechs Kerne) mit 21 und 3 Prozent in Grenzen.

Für die vollen Grafikdetails muss es unter DirectX 11 mindestens ein Core i7-8700K sein, sonst ruckelt das Spiel von Zeit zu Zeit. AMD-Prozessoren profitieren enorm von DirectX 12, mit DirectX 11 sind die Frametimes selbst mit einem Ryzen 7 2700X problematisch. Mit der Low-Level-API schneiden die AMD-CPUs dagegen gut ab. Der Ryzen 7 2700X muss sich dem Core i7-8700K nur um neun und sieben Prozent geschlagen geben, während sich der Ryzen 6 1600X mit dem Core i7-7700K anlegt und mehr Frames, dafür aber etwas schlechtere Frametimes bietet. Beide Prozessoren liefern unter DirectX 11 eine gute Leistung ab.

Der Core i3-8100 ist für maximale Grafik viel zu langsam

Der Core i3-8100 ist mit den vollen Grafikdetails völlig überfordert. Die Testszene ruckelt mit DirectX 11 enorm, The Division 2 ist so nicht spielbar. Der Ryzen 5 1600X spielt in einer ganz anderen Liga, auch schon mit DirectX 11. Mit einem vergleichbaren Prozessor müssen die Grafikdetails deutlich reduziert werden.

Wie gut ist The Division 2? (Update)

Wenn Actionspiel und MMO verschmelzen, kann ein sinnvoller Test aufgrund des großen Umfangs und insbesondere einer nötigen Bewertung des langfristig motivierenden Endgames nicht zeitnah erfolgen. Dementsprechend sind einmal mehr zum Veröffentlichungstermin nur (fast finale) Eindrücke verfügbar, wenngleich solche, die nach einer zweistelligen Stundenzahl im neuen Division entstanden sind.

Die Bilanzen nach den ersten Stunden lassen aber hoffen, sie sind in den Worten von Gamespot „ermutigend“. Das sind gute Anzeichen, denn The Divsion war dann ein doch eher seelenloses Spiel, das zwar eine grandios hübsche Kulisse, aber außer pflichtbewusst vernünftig umgesetzten, endorphingetriebenen Belohnungsmechaniken wenig zu bieten hatte. Sieben Monate nach den Geschehnissen des ersten Teils dürfen Spieler-Agenten nun wieder das von einem Virus verheerte postapokalyptische Washington betreten und aus den Klauen der Anarchie befreien.

Wertungsüberblick für The Division 2
Publikation Wertung
Destructoid 8.5/10
Gamespot w.i.p.
PC Games w.i.p.
PC Gamer w.i.p.
US Gamer w.i.p.
Metacritic (PC) Presse: -/100
Nutzer: 8.2/10 (~230 Bewertungen)

An den Schwächen des Vorgängers hat Ubisoft angesetzt – und zwar laut allen vier Frühberichten, die weitgehend die gleichen Beobachtungen enthalten. Mit einer Stimme wird die dichte Atmosphäre der Zivilisationsruinen und die Lebendigkeit der bevölkerten Bereiche gelobt; World-Building gehörte schon immer zu Kernkompetenzen von Ubisoft, die einmal mehr zum Tragen kommen. Destructoid bemängelt in diesem Kontext die Story aber als „fade“, Gegner blieben gesichtslos und würden sich nicht im Kopf festsetzen. Auch der Kampf gefällt den Testern: PC Games bemerkt schneller sterbende Feinde, verbesserte KI und mehr Abwechslung bei Gegnertypen. Stärkere Anpassungsmöglichkeiten eröffnen darüber hinaus mehr Vorgehensweisen, was der Abwechslung weiter zu Gute kommt.

Bei US Gamer werden Setting und Aufbau allerdings als „weder ästhetisch noch mechanisch“ allzu interessant abgekanzelt. Gameplay bzw. Kämpfe des Cover-Shooters begeistern nicht, sie sind, lässt sich aus dem Bericht herauslesen, zu wenig besonders. Trotzdem konnte auch diese Seite bislang nicht die Finger von den Eingabegeräten nehmen; sie erklärt sich zur Gefangenen der Spielwelt, die Neugierde weckt. Die hübsch virtualisierte Stadt bleibt nicht der einzige Anreiz, den Ubisoft setzt; es gebe immer etwas zu entdecken oder eine Belohnung einzusammeln, wobei The Division 2 in beiden Fällen mit Vielfalt punkte. Weiterspielen werde stets belohnt, als Looter-Shooter funktioniere der Titel gut, schließt die Seite.

Dies motivierte die Tester dazu, stets noch etwas länger zu spielen, um nur noch die nächste Ecke der Stadt im Sinne des „nur noch eine Quest abgeben“ zu sein. PC Gamer lobt ebenfalls die natürliche Progression und den Fluß des Spiels. Angemerkt wird jedoch, dass das „klassische Ubisoft-Aufgebot von Kartensymbolen“ nicht nur auf Spannendes weist, einige Nebenaktivitäten liefen zu sehr nach Schema F ab, hieß es. Hauptmissionen und viele Nebenaktivitäten zeigen sich aber, das stellen Spieler einhellig fest, stark verbessert und hätten zahlreiche Höhepunkte zu bieten. Auch erste Eindrücke vom Endgame fallen positiv aus. Ab Level 30 fühle sich das Spiel noch einmal anders an und halte noch einmal eine Reihe interessanter Inhalte bereit.

Trotz aller Verbesserung bleibt The Division 2 dem Prinzip des Vorgängers aber im Grundsatz treu. Diese Erkenntnis, die sich aus den Berichten entnehmen lässt, benennt PC Gamer in deutlichen Worten. Ubisoft habe „größtenteils eine bessere Version der selben Sache“ entwickelt, die sich nun rund anfühle. Wenn schon The Division 1 grundsätzlich nicht dem eigenen Geschmack entsprochen hat, dann wird Teil 2 der Reihe also nicht zum Bekehrer. Ein gutes Spiel für Freunde von Loot-Shootern nach Destiny-Modell ist aber herausgesprungen.

Fazit

Der Technik-Test zu The Division 2 zeigt, dass das Spiel nach Shadow of the Tomb Raider (Test) und Metro: Exodus der dritte Titel ist, der DirectX 12 zur „Must-have-API“ macht. Denn wer mit DirectX 11 spielt, muss eine deutlich schlechtere Performance in Kauf nehmen – was mit DirectX 12 spielbar ist, kann mit DirectX 11 durchaus unspielbar sein. Wer noch Windows 7 oder 8.1 einsetzt, hat damit zwangsweise einen großen Nachteil. Ob das so bleibt, muss die Zukunft zeigen.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat der Leistungsabfall dabei durchaus eine positive Ursache: Wie das oben erwähnte SotTR zeigt The Division 2 unglaublich viele Objekte und Details, die es in dieser Masse so in quasi keinem anderen Spiel gibt. Die PC-Version von The Division 2 bietet einige optische Highlights. Allerdings gibt es auch immer mal wieder Sequenzen, die nicht so gut aussehen. Insgesamt ist die Qualität somit gut.

Selbst mit DirectX 12 gibt es das aber nicht umsonst. Das Spiel benötigt auch in geringeren Auflösungen eine schnelle Grafikkarte, um durchweg flüssig zu laufen. Meistens läuft der Multiplayer-Titel zwar auch mit schwächerer Hardware gut, doch der Spieler kommt immer wieder an Stellen in Washington D. C., die nach deutlich mehr Rechenleistung gieren.

The Division 2 im Technik-Test

Turing liegt vor Vega, Polaris vor Pascal

Auch wenn The Division 2 mit einigen AMD-Techniken daherkommt, liefern Nvidias Turing-Grafikkarten die mit Abstand beste Leistung ab. Vor allem in niedrigen Auflösungen liegt die Framerate im Vergleich zu anderen Spielen weiter zurück. Je mehr Pixel dargestellt werden, desto mehr gleichen sich die Konkurrenzmodelle an. Bei den Frametimes sieht es dagegen deutlich besser aus, dort liegen die Radeon-Modelle auf einem vergleichbaren Niveau wie die GeForce-Beschleuniger. Und auch gegen die älteren Pascal-Modelle gibt es einen Gleichstand. In der Einsteigerklasse für Spieler – nichts anderes sind Radeon RX 580 und GeForce GTX 1060 noch – kann AMD dann sogar abermals einen Punktsieg einfahren.

ComputerBase wurde The Division 2 für den Test von Ubisoft unter NDA zur Verfügung gestellt. Einzige Vorgabe war der frühstmögliche Veröffentlichungstermin, den die Redaktion aber hat verstreichen lassen, um mehr Messwerte und Erkenntnisse liefern zu können. Eine Einflussnahme seitens des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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