Amazon: Alexa-Armband soll Gefühle anhand der Stimme erkennen

Frank Hüber 84 Kommentare
Amazon: Alexa-Armband soll Gefühle anhand der Stimme erkennen
Bild: kaboompics | CC0 1.0

Amazon soll an einem Armband arbeiten, das die Gefühle des Trägers erkennt. Das Armband soll sich mit dem Smartphones des Nutzers verbinden und Mikrofone im Armband nutzen, um die Emotionen des Nutzers anhand seiner Stimme zu bestimmen.

Dem Bericht von Bloomberg zufolge arbeiten das Software-Team von Alexa und das Hardware-Team der Echo-Lautsprecher gemeinsam an dem Projekt, das sich bereits kurz vor dem Beta-Stadium befinden soll, wobei nicht eindeutig geklärt ist, ob sich dieser Beta-Test auf die Hardware oder die Software des Armbands oder beides bezieht. Unter Umständen handelt es sich bei dem Projekt aber auch nur um einen Test von Amazon, der kein finales, im Handel erhältliches Produkt hervorbringt. Das Armband könnte dem Nutzer auch Tipps geben, wie dieser effektiver mit anderen Personen interagiert.

Patentantrag von Amazon zur Erkennung von Emotionen
Patentantrag von Amazon zur Erkennung von Emotionen (Bild: U.S. Patent Office)

Iss eine Suppe, wenn du hungrig und erkältet bist

Amazon hat jedoch bereits im Jahr 2017 ein Patent angemeldet, in dem es um die Analyse von Sprachmustern geht, um anhand dieser den emotionalen Zustand einer Person zu erkennen und darauf aufbauend Hinweise und Empfehlungen an den Nutzer gibt. Dies beinhaltet auch Alltagssituationen und beispielsweise die Empfehlung eine Hühnersuppe zu sich zu nehmen, wenn das System erkennt, dass der Nutzer verschnupft ist. Genau diese im Jahr 2017 im Patent beschriebene Technologie soll nun bei dem Armband zum Einsatz kommen. Ein zweites Patent von Amazon beschreibt, wie die Stimme des Nutzers von Hintergrundgeräuschen unterschieden wird.

Amazon wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Immer mehr eigene Hardware mit Alexa

Ein Alexa-Armband wäre nur eines von vielen Projekten, an denen Amazon Gerüchten zufolge arbeitet, um das eigene Ökosystem rund um den digitalen Sprachassistenten auszubauen. Demnach arbeitet Amazon beispielsweise auch an eigenen kabellosen Ohrhörern im Stile von Apples AirPods, die auch Alexa unterstützen. Auch an einem Hilfsroboter für das Zuhause, der selbständig durch die Räume fahren kann, soll Amazon arbeiten.

Digitale Sprachassistenten in der Kritik der UNESCO

Die UNESCO hat sich jüngst in einem umfassenden Bericht kritisch mit der vorherrschenden weiblichen Prägung digitaler Sprachassistenten auseinandergesetzt, da durch ihre unterwürfigen und ergebenen Antworten Geschlechterrollen und -klischees gefördert und gefestigt würden.