Grafikkarten-Tests 2019: Lautstärke, Temperatur, Leistungsaufnahme und ein Schlusswort

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Wolfgang Andermahr 268 Kommentare

Lautstärke & Kühlung

Geschlossen am Ende des Testfeldes liegen bei der Lautstärke auch beim neuen Testparcours die Referenzkarten von AMD. Die Radeon RX Vega 64 und die Radeon VII sind beim Spielen besonders laut, von der Radeon RX Vega 64 gibt es aber auch deutlich leisere Partnermodelle. Die Sapphire-Modelle der Radeon RX 580 sowie der Radeon RX 590 zeigen bereits, dass es deutlich besser geht. Nvidias Founders Edition arbeiten deutlich leiser, wobei die GeForce RTX 2080 Ti auch nicht gerade ruhig zu Werke geht – und sie sind alle auf dem Windows-Desktop unerwartet laut.

Wie heiß werden die Grafikkarten

Am wärmsten im neuen Testsystem wird die GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition, die nach 30 Minuten Last mit 86 Grad Celsius über dem Temperature Target arbeitet und daher in manchen Spielen ein wenig bei den Taktraten eingebremst wird. Interessant ist auch, dass AMD offenbar die Lüftersteuerung der Radeon RX Vega 64 auf neueren Treibern geändert hat. Die neue Variante arbeitet lauter, dafür bleibt die GPU aber kühler.

Der Stromhunger im Spielen, unter Windows und auf YouTube

Die meisten Grafikkarten werden durch ein Power Limit eingegrenzt, sodass immer dieselbe Leistungsaufnahme unabhängig vom Spiel erreicht wird. So landet zum Beispiel die Radeon RX Vega 64 in allen drei Titeln bei den maximal erlaubten 300 Watt, die GeForce RTX 2080 FE bei 228 Watt. Die Radeon VII gerät dagegen nicht immer ins Power Limit, weswegen die Leistungsaufnahme schwankt. In Battlefield V benötigt die Grafikkarte 295 Watt, in Metro Exodus sind es dann noch 274 Watt und in Shadow of the Tomb Raider nur noch 248 Watt.

Die Energieeffizienz als Performance pro Watt

Nvidia-Grafikkarten haben durchgängig eine deutlich bessere Energieeffizienz als AMD-Beschleuniger. Das ist etwas, dass die Radeon-Macher wohlmöglich mit der Navi-Generation angehen werden. So zeigt sich, dass selbst die im 7-nm-Prozess gefertigte Radeon VII unabhängig von der Auflösung weniger FPS pro Watt erzeugt als die schlechteste Pascal-Grafikkarte.

Preis-Performance-Verhältnis

Es ist offensichtlich, dass AMD mit der in Kürze erscheinenden Navi-Generation einen Großteil des Radeon-Portfolios ersetzen wird. Denn sämtliche Produkte, angefangen von der Radeon RX 570 bis hinauf zur Radeon VII, sind in den letzten Wochen massiv günstiger geworden. Im Ergebnis bietet AMD derzeit unabhängig von der Preisklasse wesentlich mehr FPS pro Euro als Nvidia. Das kann sich aber auch schnell wieder ändern, wenn die Lager leer werden und die Navi-Modelle erschienen sind.

Schlusswort

Pünktlich zum Start neuer Grafikkarten ist der neue Testparcours fertig geworden. Ein neues Windows, neue Hardware, frische Treiber, neue Spiele und modifizierte Testmethoden haben zwar nicht zu gänzlich anderen Ergebnissen geführt, kleinere Unterschiede zum alten Testparcours gibt es dann aber doch. Jetzt können die weiteren Neuvorstellungen dieses Jahres kommen.

Der neue Testparcours ist dabei so transparent wie nur möglich aufgelegt. Der Artikel Grafikkarten-Tests: Methodik, Einstellungen und Savegames enthält nicht nur alle Details zum Testsystem, den Treibern, Taktraten und Messmethoden, sondern nennt auch alle Einstellungen in den Spielen, zeigt die Testsequenzen im Video und – wo möglich – gibt es Savegames zum Nachtesten. Wer Interesse daran hat nachzuvollziehen, wie ComputerBase zu all den Messwerten gekommen ist, sollte also einen Blick in den Artikel werfen.

So oder so freut sich die Redaktion über konstruktives Feedback (oder auch einfach nur einmal ein Lob) zum neuen Testparcours. Kleinere Anpassungen des Testprozederes und natürlich auch mögliche Änderungen für die Zukunft sind schließlich nie ausgeschlossen. Weitere Grafikarten werden in Zukunft hinzugefügt.

Diverse AMD- und Nvidia-Grafikkarten im Test
Diverse AMD- und Nvidia-Grafikkarten im Test

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