Supercomputer: HPE übernimmt Cray für 1,3 Milliarden US-Dollar

Michael Günsch 16 Kommentare
Supercomputer: HPE übernimmt Cray für 1,3 Milliarden US-Dollar
Bild: Cray/AMD

Mit Cray Inc. übernimmt Hewlett Packard Enterprise (HPE) einen der großen Hersteller von Supercomputern und stärkt damit die eigene Stellung im HPC-Segment. Beide Unternehmen haben sich auf einen Kaufpreis von 35 US-Dollar pro Cray-Aktie geeinigt, was den Deal mit rund 1,3 Milliarden US-Dollar bewertet.

Beim Anteil der schnellsten Supercomputer (Top500) rangierte Cray mit 49 Systemen zuletzt auf Rang vier, direkt dahinter folgte HPE mit 46 Systemen. Zusammengerechnet würden beide den zweiten Platz hinter Lenovo belegen, der chinesische Computergigant stellte mit 140 Großrechnern allein 28 Prozent der letzten Top500-Liste.

Top500 November 2018: Anteil der Systemhersteller
Top500 November 2018: Anteil der Systemhersteller (Bild: Top500.org)

Der Bereich High Performance Computing (HPC) gewinnt nicht nur für HPE an Bedeutung. Weltweit wächst der Bedarf an Rechenleistung für Forschungszwecke in den Bereichen Klima oder Medizin, aber auch zur Abwehr von Cyber-Attacken. Künstliche Intelligenz und Machine Learning erfordern ihrerseits leistungsstarke Systeme, die an der Spitze für die kommenden Jahre die Exascale-Klasse mit einer Rechenleistung von 1 ExaFLOPS anvisieren.

Mit der Übernahme von Cray baut HPE das eigene HPC-Portfolio aus, gewinnt neue Kunden sowie Mitarbeiter und Technik, um sich künftig besser am Markt behaupten zu können. Cray hat jüngst einen insgesamt 600 Millionen US-Dollar schweren Großauftrag für den Supercomputer Frontier mit 1,5 ExaFLOPS erhalten, der 2021 voraussichtlich der schnellste Großrechner der Welt sein wird. Das System wird CPUs sowie GPUs von AMD erhalten.