Konflikt mit USA: Huawei will 1 Milliarde US-Dollar von Verizon für Patente

Frank Hüber 51 Kommentare
Konflikt mit USA: Huawei will 1 Milliarde US-Dollar von Verizon für Patente
Bild: Huawei

Dass die Sanktionen durch die US-Regierung gegen Huawei auch für US-amerikanische Unternehmen Folgen abseits der eingefrorenen Kooperationen und Lieferungen an Huawei haben könnten, war abzusehen: Huawei verlangt nun mehr als eine Milliarde US-Dollar vom US-Mobilfunkanbieter Verizon für die Nutzung von Patenten.

Dies berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf einen Insider. Huawei soll sich mit der Forderung gegenüber Verizon auf rund 200 Patente berufen, die der US-amerikanische Mobilfunkanbieter derzeit nutzt und Huawei zuzuordnen sind.

Auch andere US-Mobilfunkanbieter betroffen?

Gegenüber Reuters wollte ein Sprecher von Verizon zwar nicht direkt auf den Sachverhalt eingehen und diesen somit auch nicht bestätigen, sagte jedoch, dass es in der Angelegenheit nicht nur um Verizon gehe, und „angesichts des geopolitischen Zusammenhangs hat jede Sache, die Huawei betrifft, Auswirkungen auf die gesamte Branche und gibt Anlass zu nationaler und internationaler Besorgnis.“ Ob auch die anderen US-Mobilfunkanbieter T-Mobile, AT&T und Sprint entsprechende Forderungen von Huawei für die Nutzung von Patenten erhalten haben, ist bislang nicht bekannt. Keines der Unternehmen war bisher zu einer Stellungnahme bereit.

Zahlungsaufforderung stammt schon aus dem Februar

Die Zahlungsaufforderung an Verizon sei allerdings nicht neu, sondern bereits im Februar von Huawei an Verizon übermittelt worden. Sie liegt somit deutlich vor dem Ausrufen des Nationalen Notstands in der Telekommunikation durch den US-Präsidenten Trump und das Hinzufügen von Huawei zur schwarzen Liste der Unternehmen, mit denen US-Unternehmen eine Zusammenarbeit nur noch nach Genehmigung durch die US-Regierung gestattet ist.

Huawei verkauft in Deutschland weniger Smartphones

Berichte, wonach der Absatz von Huawei-Smartphones in Deutschland von einem Marktanteil von 26 Prozent auf nur noch 6 Prozent in Folge der US-Sanktionen eklatant eingebrochen sein soll, sollen allerdings nicht stimmen. Wie stark der Rückgang tatsächlich ausfällt, ist aber noch nicht bekannt.