Huawei: Trump stellt zeitnahe Aus­nah­men für Embargo in Aussicht

Frank Hüber 23 Kommentare
Huawei: Trump stellt zeitnahe Aus­nah­men für Embargo in Aussicht
Bild: whitehouse.gov

Die am Rande des G20-Gipfels in Osaka erzielte Einigung zwischen der US-amerikanischen und chinesischen Regierung zur Aufhebung des Embargos gegen Huawei ist bislang nicht wie erwartet umgesetzt worden. Trump stellt nun aber eine zeitnahe und rechtzeitige Lösung in Aussicht.

Ursprünglich wollte die US-Regierung US-Unternehmen wieder gestatten, Huawei zu beliefern und mit dem chinesischen Unternehmen zu kooperieren. Derzeit gilt dies nur bis Mitte August im Rahmen einer Übergangsfrist für bereits erhältliche Produkte. Am Montag haben sich die CEOs unter anderem von Qualcomm, Intel und Google mit US-Präsident Trump getroffen und rechtzeitige Sondergenehmigungen vom Handelsministerium verlangt, denen der US-Präsident zugestimmt hätte. Trotzdem, so das Weiße Haus, würden alle CEOs der Unternehmen die Haltung des US-Präsidenten gegenüber Huawei in Bezug auf die nationale Sicherheit und den Einsatz in US-amerikanischen Mobilfunknetzen unterstützen.

CEOs führender Unternehmen kamen zusammen

An dem über mehrere Stunden dauernden Gespräch im Oval Office hätten sich die CEOs Sundar Pichai von Google, Robert Swan von Intel, Steve Mollenkopf von Qualcomm, Chuck Robbins von Cisco und die CEOs von Micron, Western Digital und Broadcom beteiligt. Intel erklärte anschließend, dass es die Chance zu schätzen gewusst hätte, seine Sicht auf den Handelskonflikt und die Auswirkungen auf die US-Wirtschaft darzulegen.

Für die US-Regierung könnte eine Lockerung des Embargos gegen Huawei auch ein Hebel in den festgefahrenen Handelsgesprächen mit China sein. So hofft es nach Einschätzung von Experten zumindest die US-Regierung.

Geschäfte mit Nordkorea werden untersucht

Auf den gestrigen Bericht der Washington Post zu einer möglichen Beteiligung von Huawei am Aufbau des 3G-Mobilfunknetzes in Nordkorea trotz Sanktionen der US-Regierung angesprochen, sagte US-Präsident Trump, dass man dies untersuchen werde, die Beziehung zu Nordkorea jedoch sehr gut sei.

Huawei entlässt 70 Prozent der Mitarbeiter bei US-Tochter

Gleichzeitig hat Huawei bekannt gegeben, dass rund 70 Prozent der Mitarbeiter der Forschungseinrichtung des chinesischen Technologiekonzerns in Kalifornien, Futurewei Technologies, entlassen werden müssen. Als Grund nennt das in Santa Clara angesiedelte Unternehmen die aus den Sanktionen der US-Regierung gegen Huawei resultierenden Einschränkungen im Geschäftsbetrieb, der faktisch zum Erliegen gekommen sei. 600 der insgesamt 850 Mitarbeiter von Futurewei Technologies müssen deshalb gehen.