Displayfertigung: Samsung investiert 10,8 Mrd. US-Dollar in Fabriken

Volker Rißka 24 Kommentare
Displayfertigung: Samsung investiert 10,8 Mrd. US-Dollar in Fabriken
Bild: Samsung

Chinas Produktionsstätten werden stetig größer und bedrohen die etablierten Hersteller im Markt – dem will Samsung nun entgegentreten. Mit Investitionen von 13 Billionen Won, rund 10,8 Milliarden US-Dollar, sollen die Kapazitäten bei der Displayfertigung ausgebaut werden.

China dringt in fast allen Bereichen dank staatlicher Unterstützung mehr und mehr auf den Markt, weshalb es auch einer der Haupt-Streitpunkte im Handelskonflikt mit den USA ist. Riesige Fabrikkomplexe in China bauen aber nicht mehr nur Platinen und Chips jeder Art, auch Displays werden mittlerweile in großer Menge auf dem chinesischen Festland hergestellt. Die etablierten Hersteller erkennen die Bedrohung in erster Linie durch wegbrechende Umsätze und vor allem geringeren Gewinnen, denn Chinas Produkte sind in der Regel deutlich günstiger und überschwemmen so den Markt. Selbst UHD-Fernseher gibt es dadurch mittlerweile zum Spottpreis – sofern nicht die höchste Qualität im Vordergrund steht.

Samsung will der Konkurrenz aber nicht nur mit zusätzlichen Kapazitäten, sondern auch steigender Qualität begegnen. Das Werk in Asan, rund 100 Kilometer südlich der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, soll dafür aufwendig erweitert werden. Der Fokus liegt dabei auf der Quantum-Dot-Technologie, die mehr Profit verspricht als herkömmliche LCD-Panele, wobei unklar ist, ob dieses Mal echte QLEDs gemeint sind oder nur Samsungs Auslegung. Bisher fertigt Samsung in dem Fabrikkomplex noch primär klassische LCDs.

Im Sommer hieß es bereits, dass bestehende LCD-Kapazitäten in zwei Fabriken auch für die Herstellung von OLED-Fernsehern umgerüstet werden sollen, genauer gesagt QD-OLED, welche die Vorteile von QLED- und OLED-Fernsehern, etwa die Helligkeit, das echte Schwarz oder die Farbtreue, in einem Produkt vereinen. Im Markt für große Displays auf OLED-Basis spielt Samsung bisher keine Rolle, dort kommt quasi jedes Panel von LG.

Lee Jae-yong, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und vermutlich zukünftig Samsungs Chef, besuchte vor wenigen Wochen Samsung Display und erklärte dabei, dass das Unternehmen das Geschäft mit großen LC-Displays nicht aufgeben sollte, nur weil es aktuell vor Schwierigkeiten stehe. Stattdessen müssten die Anstrengungen intensiviert und neue Technologien erforscht, entwickelt und später auch produziert werden – dazu passt die nun angekündigte Großinvestition.