Ghost Recon Breakpoint im Test: GPU- sowie CPU-Benchmarks und Frametimes

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Wolfgang Andermahr et al. 291 Kommentare

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind auf einem Intel Core i9-9900K durchgeführt worden, der mit den Standard-Einstellungen betrieben wird und auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (16-16-16-38, Dual-Rank) zugreifen kann. „Windows 10 April 2019 Update“ (1903) inklusive aller derzeit verfügbaren Patches ist installiert.

Als Treiber wurden der Adrenalin 19.10.1 beziehungsweise der GeForce 436.48 genutzt. Beide Treiber sind offiziell für Ghost Recon Breakpoint optimiert.

Testsequenz und Einstellungen

Die Testszene zeigt einen 25 Sekunden langen Lauf beim Wegpunkt „Wall Mountain“ in der Nähe vom Lake Kathryn. Die Benchmark-Szene ist sehr fordernd, meistens ist die Framerate im Spiel höher. Sie Sequenz zeichnet sich durch eine hohe Sichtweite und eine hohe Vegetationsdichte aus, die die Hardware sehr fordert. Die Testläufe finden zur Mittagszeit (Spielzeit) statt.

Für die Auflösung 1.920 × 1.080 wird das bereits sehr fordernde Ultra-Preset genutzt. Für 2.560 × 1.440 wird auf Sehr hoch und für 3.840 × 2.160 noch einmal auf Hoch zurückgeschaltet

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Ultra-Preset
2.560 × 1.440 Sehr-Hoch-Preset
3.840 × 2.160 Hoch-Preset

Benchmarks in Full HD, WQHD und Ultra HD

Die Grafikkarten-Benchmarks zeigen in mehrfacher Hinsicht interessante Ergebnisse. Obwohl die schnellen Modelle von Nvidias Turing-Generation wie gewohnt die schnellsten 3D-Beschleuniger in Ghost Recon Breakpoint sind, können sie sich zum Beispiel nicht wie gewohnt in Szene setzen. Das gilt vor allem für die GeForce RTX 2080 Ti. Bei der Framerate kann sich diese noch um 20 (Full HD), 22 (WQHD) und 24 Prozent (Ultra HD) von der GeForce RTX 2080 absetzen, was nicht weit vom gewohnten Schnitt entfernt ist. Bei den Frametimes liegt das Plus in der Testszene dann aber nur noch bei 13 Prozent – unabhängig von der Auflösung. Damit limitiert bei der Messreihe offenkundig nicht die GPU, sondern stattdessen entweder der Prozessor, oder möglicherweise auch die DX11-API.

RDNA arbeitet deutlich schneller als GCN – vor allem in Full HD

Zudem ist auffällig, dass AMDs neue RDNA-Architektur deutlich schneller als der Vorgänger GCN arbeitet. Das gilt insbesondere für Full HD, ist aber ebenso in höheren Auflösungen der Fall. So ist die Radeon RX 5700 XT gewöhnlich um die 15 Prozent schneller als die Radeon RX Vega 64. In Ghost Recon Breakpoint sind es aber gleich satte 37 Prozent in Full HD, 33 Prozent in WQHD und noch 31 Prozent in Ultra HD. Im Vergleich mit den konkurrierenden Nvidia-Grafikkarten zeigt sich, dass RDNA beziehungsweise die Navi-Generation eine gute Leistung abliefert und Polaris sowie Vega eine schlechte – das ergibt dann die große Differenz.

So arbeitet die Radeon RX 5700 XT ein gutes Stück schneller als die GeForce RTX 2070 und rückt auch der GeForce RTX 2070 Super ziemlich nahe. Bei den Frametimes ist die Radeon RX 5700 XT in 1.920 × 1.080 sogar drei Prozent schneller als die super Grafikkarte, in höheren Auflösungen nur leicht langsamer. AMDs GCN kann dagegen mit Nvidias Pascal nicht mithalten. Die GeForce GTX 1080 erzielt vor allem in Full HD mit einem Vorsprung von zwölf Prozent ein gutes Ergebnis. In höheren Auflösungen wird der Rückstand zwar kleiner, es bleibt aber bei einem Rückstand. In anderen Spielen ist die Radeon im Schnitt schneller. Zudem hat die GeForce GTX 1060 die Nase vor der Radeon RX 580.

Im Vergleich Pascal gegen den Nachfolger Turing zeigt sich Turing etwas schneller als gewohnt – der Unterschied ist aber gering. Somit lässt sich sagen, dass RDNA in Breakpoint schneller als gewohnt, Turing und Pascal auf gewohntem Niveau und GCN ungewohnt langsam arbeitet.

Eine schnelle Grafikkarte ist Pflicht

Bereits für 1.920 × 1.080 muss in Ghost Recon Breakpoint eine schnelle Grafikkarte her. In der anspruchsvollen Testsequenz gibt es erst ab einer GeForce GTX 1080, GeForce RTX 2070 oder einer Radeon RX 5700 mehr als 50 FPS. Die GCN-Ableger schaffen dies nicht und liegen ein gutes Stück darunter, einzig die teure Radeon VII erreicht das Ziel – und bleibt dabei langsamer als die Radeon RX 5700. Für 60 FPS muss es dann schon eine Radeon RX 5700 XT oder mindestens eine GeForce RTX 2070 Super sein.

Die alte, aber immer noch beliebte Mittelklasse in Form der GeForce GTX 1060 und der Radeon RX 580 kommt nur auf mickrige 29 beziehungsweise 31 FPS. Das bedeutet, dass die 60-FPS-Marke im Benchmark nur mit dem unschönen Niedrig-Preset zu erreichen ist. 50 FPS ist mit dem Mittel-Preset möglich, aber nur wenn man ein Auge zudrückt. In Full HD, wohlgemerkt.

Das Ultimate-Preset braucht High-End-GPUs

Ubisoft warnt im Hauptmenü nicht umsonst davor, dass das Ultimate-Preset eine sehr schnelle Hardware benötigt, denn in der Tat ist selbst in Full HD eine High-End-Grafikkarte Pflicht. So gibt es schlussendlich nur drei Grafikkarten, die in 1.920 × 1.080 die 60-FPS Marke knacken: Die GeForce RTX 2080 (gerade mal so), die GeForce RTX 2080 Super und die GeForce RTX 2080 Ti. Die Radeon RX 5700 XT schneidet im AMD-Lager am besten ab, kommt aber nur auf 52 FPS.

Ghost Recon Breakpoint – 1.920 × 1.080, Ultimate-Preset
  • FPS, Durchschnitt:
    • Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE
      70,5
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      60,5
    • AMD Radeon RX 5700 XT
      51,9
    • Nvidia GeForce RTX 2070
      49,4
    • AMD Radeon VII
      46,3
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      44,0
    • AMD Radeon RX Vega 64
      37,6
  • 99,8th Percentile (Frametimes in FPS):
    • Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE
      53,9
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      50,2
    • AMD Radeon RX 5700 XT
      41,3
    • Nvidia GeForce RTX 2070
      41,3
    • AMD Radeon VII
      35,8
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      35,7
    • AMD Radeon RX Vega 64
      27,2

Ratsam ab einer GeForce RTX 2080 – für Full HD

Schlussendlich lässt sich sagen, dass man das Ultimate-Preset unter einer GeForce RTX 2080 gar nicht erst großartig ausprobieren muss. Die Framerate der Radeon RX 5700 XT und der GeForce RTX 2070 sind in 1.920 × 1.080 zwar noch brauchbar, doch wird es immer mal wieder Szenen geben, in denen der Bildfluss ziemlich zäh wird. Für 2.560 × 1.440 ist dann selbst eine GeForce RTX 2080 Ti nicht mehr schnell genug, um durchweg flüssig spielen zu können. Die Grafikdetails müssen zwar nicht gänzlich aufs Ultra-Preset reduziert werden, zumindest die Grasqualität und der volumetrische Nebel sollten aber um eine Stufe zurückgeschaltet werden.

Gute Frametimes mit Ausreißern

Allgemein betrachtet hat Ghost Recon Breakpoint unabhängig von der Grafikkarte gute Frametimes. Die Abstände zwischen den einzelnen Bildern sind zwar nicht perfekt, schlagen aber auch nicht ungewöhnlich hoch aus. Allerdings gibt es in der Testszene eine Stelle, an der das Bild auf den meisten Grafikkarten immer wieder kurz hängen bleibt – und das sieht man in der Messung. Die GeForce GTX 1080, GeForce RTX 2070 und vor allem die Radeon RX Vega 64 sind von dem Hänger betroffen. Einzig die Radeon RX 5700 XT zeigt die Problematik nicht – und das reproduzierbar. AMD hat in Zusammenarbeit mit Ubisoft Ghost Recon Breakpoint speziell für RDNA optimiert, was sich sowohl bei der Framerate als auch den Frametimes bemerkbar macht.

CPU-Benchmarks von Core bis Ryzen in Full HD und Ultra HD (Update)

Sonderlich spannend sind die CPU-Benchmarks nicht: In Ghost Recon Breakpoint ist es zwar entscheiden für eine gute Performance, eine schnelle Grafikkarte im Rechner zu haben, der Prozessor ist dagegen fast schon egal. In Schwierigkeiten gerät im Test einzig der Core i3-8100. Wie in letzter Zeit immer häufiger zu sehen, reichen vier CPU-Kerne ohne Hyper-Threading auch in Breakpoint nicht mehr für ein flüssiges Spielen aus. Bei der Framerate sieht auf einer GeForce RTX 2080 Ti in Full HD zwar noch alles in Ordnung aus. Die Frametimes fallen aber um 23 Prozent niedriger als beim zweitlangsamste Kandidaten aus und liegen bei nur noch rund 38 FPS.

Generell zeigen sich zumindest in 1.920 × 1.080 bei den Frametimes noch kleinere Unterschiede. Der Core i9-9900K ist als schnellster Ableger zumindest zwölf Prozent schneller bei dieser Messreihe als die zweitlangsamste CPU, der Ryzen 5 1600X. Spielerisch hat dies jedoch kaum Auswirkungen. Die zweite Ryzen-Generation ist etwa vier Prozent schneller als die erste und arbeitet damit genauso schnell wie der Core i7-7700K. Die aktuelle Ryzen-3000-Generation ist dann weitere sechs Prozent zügiger und liegt damit auf dem Niveau von Core i7-8700K und Core i9-9900K. Die Unterschiede zwischen dem Ryzen 5 3600 und dem Core i9-9900K sind dabei kaum mess-, geschweige denn spürbar. In 3.840 × 2.160 herrscht dann quasi durchweg Gleichstand. Nur der Core i3-8100 liegt noch ein Stück zurück.

Die Benchmarks zeigen auch, dass Ghost Recon Breakpoint mit sechs Kernen kaum etwas und mit mehr als sechs CPU-Kernen dann gar nichts mehr anfangen kann. Die Thread-Skalierung in dem Spiel ist demnach schlecht, mehr als 8 Threads bringt nur einen minimalen Schub.

Dass Ghost Recon Breakpoint selbst bei den Frametimes in Full HD kaum auf eine schnelle CPU und nur gering auf eine schnelle Grafikkarte reagiert, legt die Vermutung nahe, dass das Spiel an dieser Stelle durch die API DirectX 11 limitiert wird. Abhilfe würde eine Low-Level-API wie DirectX 12 schaffen. Diese beherrscht allerdings nur die Snowdrop- und damit die neuesten Engine im Hause Ubisoft. DirectX 12 kommt in The Divison 2 mit einem ordentlichen Leistungsschub zum Einsatz.

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