Mobilfunk: China vollzieht 5G-Start in 50 Städten auf einmal

Nicolas La Rocco 84 Kommentare
Mobilfunk: China vollzieht 5G-Start in 50 Städten auf einmal

In der Volksrepublik China haben heute die drei großen Mobilfunkbetreiber des Landes ihre 5G-Netze für die Öffentlichkeit aktiviert. Wenngleich China den neuen Mobilfunkstandard etwas später als zum Beispiel Deutschland oder die USA anbietet, fällt der Start mit zehntausenden Basisstationen deutlich umfangreicher aus.

Statt früh, aber nur tröpfchenweise, vollzieht China den 5G-Start am heutigen 1. November etwas später, aber dafür wie ein Wasserfall. Zum heutigen Start sind mehr als 86.000 5G-Mobilfunkstandorte in 50 Städten des Landes in Betrieb genommen worden, wie der Staatsrat berichtet. Bis zum Ende des Jahres sollen mehr als 130.000 Basisstationen die Abdeckung des 5G-Netzes weiter expandieren.

Alle drei großen Mobilfunkanbieter des Landes bieten seit heute passende 5G-Tarife an. China Mobile, China Telecom und China Unicom setzen erstmals auf eine Klassifizierung der Tarife nicht nur nach Datenvolumen, sondern auch nach Geschwindigkeit.

Verträge mit bis zu 300 GB

Wie die South China Morning Post berichtet, liegen die Preise aller drei Anbieter auf vergleichbarem Niveau. Den Einstieg bilden Tarife mit 30 GB Datenvolumen zum monatlichen Preis von umgerechnet rund 16 Euro. Am oberen Ende des Spektrums werden Tarife mit 300 GB Datenvolumen für umgerechnet 76 Euro pro Monat angeboten.

Zumindest im oberen Bereich fallen die Preise kaum niedriger als in Deutschland aus. Die Deutsche Telekom nimmt für den unbegrenzten Tarif MagentaMobil XL inklusive 5G monatlich 85 Euro, bei Vodafone kostet der Tarif Red XL 80 Euro pro Monat. 30 GB samt 5G sind in Deutschland allerdings bei weitem nicht für 16 Euro zu bekommen. Die Deutsche Telekom nimmt für 24 GB 60 Euro, Vodafone liegt mit 32 GB bei 40 Euro.

Einnahmen steigen, Kosten sinken

Im Vergleich zu früheren LTE-Tarifen sind die Preise absolut betrachtet gestiegen, jedoch pro Gigabyte gefallen. Netzausrüster wie Huawei werben seit längerer Zeit damit, dass mit 5G beide Vertragspartner profitieren würden. Für den Netzbetreiber seien die Kosten pro Gigabyte niedriger und die Einnahmen pro Kunde höher, für den Kunden wiederum die Kosten pro Gigabyte ebenfalls geringer. Mit fortlaufender Verbreitung des neuen Standards wird in China eine Kostenreduzierung für den Kunden erwartet.

China erwartet starkes Wirtschaftswachstum dank 5G

In China sind alleine im September rund eine halbe Million 5G-Smartphones verkauft worden. Interesse an einem Upgrade auf ein 5G-Smartphone haben den drei Netzbetreibern zufolge 10 Millionen Kunden gezeigt, wie Aktionen mit Rabatten und zusätzlichem 5G-Datenvolumen im Rahmen des Chinesischen Nationalfeiertags am 1. Oktober gezeigt haben. China soll sich bis 2025 mit 460 Millionen 5G-Nutzern zum weltgrößten 5G-Markt entwickeln, wie die Global System for Mobile Communications Association ermittelt hat. Ökonomen des Landes erwarten für die Digitalwirtschaft zwischen 2020 und 2025 ein Wachstum von 1,9 Billionen Euro durch 5G. Das Bruttoinlandsprodukt der Volksrepublik China lag 2017 bei 12,054 Billionen US-Dollar.