CES 2020

Intel Comet Lake-S: Die fertigen Mainboards müssen auf die CPUs warten

Volker Rißka 482 Kommentare
Intel Comet Lake-S: Die fertigen Mainboards müssen auf die CPUs warten

Kein einziges Wort von Intel zu Comet Lake auf der Pressekonferenz zur CES 2020. Das hat einen Grund und Mainboardhersteller sind wenig glücklich darüber, denn ihre Produkte sind alle fertig. Doch zehn Kerne machen noch einige Probleme heißt es – und die Leistungsaufnahme soll sich gewaschen haben.

Komplette Mainboardserien, angeführt vom Z490-Chipsatz, warten nur auf das Go von Intel – doch das kommt noch einige Monate nicht. Ein zuletzt spekulierter, etwas früherer Termin im Februar steht mittlerweile wieder außer Frage, April oder Mai soll es werden. Denn so richtig rund läuft das Zehn-Kern-Flaggschiff wohl noch nicht. Die kleineren Modelle hingegen schon, aber sie entsprechen ja auch nahezu dem, was es bereits seit über einem Jahr gibt. Deshalb kommt Comet Lake-H für das Notebook mit maximal acht Kernen auch eher, wie Intels Chef der PC-Sparte nach vielen Rückfragen einen Tag nach der Pressekonferenz selbst bestätigte.

Im Mainstream-Desktop soll der Zehn-Kern-Prozessor das Aushängeschild des Jahres 2020 werden. Intel rühmt sich zwar, immer noch mehr Leistung aus der 14-nm-Fertigung herauszupressen, doch so langsam nähert sich auch das dem Ende. Denn mehr Leistung kommt auch bei Intel zuletzt oft über eine höhere Leistungsaufnahme, wie der spezielle Core i9-9900KS (Test) gezeigt hat. Und damit einher geht auch eine höhere Temperatur, die beim neuen Zehn-Kerner in gewissen Szenarien schnell in den kritischen Bereich wandert.

Mehrere Mainboardhersteller verrieten, dass mit dem Zehn-Kerner die 300-Watt-Marke bei Maximallast gerissen wird. Das überrascht nicht, schon der 9900KS kam in Szenarien dieser Art weit über die Marke von 250 Watt. Mit der TDP haben diese Angaben nichts mehr gemein, diese steht laut letzten Gerüchten bei 125 Watt. Bis zu 4,9 GHz Turbotakt für alle 20 Threads beim Flaggschiff lassen diesen Wert im Alltag je nach Last deutlich ansteigen.

Die hohe Leistungsaufnahme im Desktop könnte ein Grund sein, warum bisher keine Zehn-Kern-CPU für Notebooks gesichtet wurde. Auch zur CES 2020 zeigen viele Notebook-Hersteller bereits Konzepte für ihre kommenden Geräte, doch sprechen alle stets von acht Kernen, die es bereits seit fast einem Jahr von Intel im Notebook gibt. Auch Intel selbst hatte zuletzt bereits mehr Acht-Kerner fürs Notebook offiziell angekündigt.