Kirin 990 Benchmarks: SoC des Mate 30 Pro bietet vor allem mehr GPU-Leistung

Nicolas La Rocco 28 Kommentare
Kirin 990 Benchmarks: SoC des Mate 30 Pro bietet vor allem mehr GPU-Leistung

Huawei respektive die zum Konzern gehörenden Chip-Entwickler von HiSilicon haben mit dem Kirin 990 ein 7-nm-SoC im Sortiment, das mit dem Mate 30 Pro aber nur in vergleichsweise geringer Stückzahl in Deutschland verfügbar ist. Benchmarks bescheinigen dem Prozessor vor allem eine höhere GPU-Leistung als dem Vorgänger.

HiSilicons Kirin 990 wird in zwei Varianten angeboten: als hier getesteter Kirin 990 mit integriertem LTE-Modem, der bei TSMC im N7-Verfahren produziert wird, sowie als Kirin 990 5G mit Balong-5000-Modem aus modernerer N7+-Fertigung. In der 5G-Version weist der Chip zudem leicht höhere Taktraten für zwei der vier Cortex-A76 sowie für die vier Cortex-A55 auf. In der nachfolgenden Tabelle stehen sich die aktuellen SoCs von Qualcomm, Samsung und HiSilicon gegenüber.

Kirin 990 ist im Mate 30 Pro verfügbar

Der Kirin 990 (5G) hatte seine Premiere letztes Jahr im Huawei Mate 30 und Mate 30 Pro. Auf den Verkauf des Smartphones in Deutschland war mangels Google-Diensten zunächst verzichtet worden, nach einem ersten Testverkauf im November in Spanien schaffte es das Smartphone im Dezember schließlich auch nach Deutschland. Statt der Google Mobile Services (GMS) sind die Huawei Mobile Services (HMS) mit der eigenen AppGallery als Store für Android-Apps vorinstalliert.

Qualcomm
Snapdragon 865
Qualcomm
Snapdragon 855+
Qualcomm
Snapdragon 855
Samsung
Exynos 990
HiSilicon
Kirin 990
HiSilicon
Kirin 990 5G
Prozess TSMC N7P TSMC N7 TSMC N7 Samsung 7LPP TSMC N7 TSMC N7+
Core-Design 1 + 3 + 4 1 + 3 + 4 1 + 3 + 4 2 + 2 + 4 2 + 2 + 4 2 + 2 + 4
CPU 1 × Kryo 585 Gold
(Cortex-A77) @ 2,84 GHz
3 × Kryo 585 Gold
(Cortex-A77) @ 2,42 GHz
4 × Kryo 585 Silver
(Cortex-A55) @ 1,80 GHz
1 × Kryo 485 Gold
(Cortex-A76) @ 2,96 GHz
3 × Kryo 485 Gold
(Cortex-A76) @ 2,42 GHz
4 × Kryo 485 Silver
(Cortex-A55) @ 1,80 GHz
1 × Kryo 485 Gold
(Cortex-A76) @ 2,84 GHz
3 × Kryo 485 Gold
(Cortex-A76) @ 2,42 GHz
4 × Kryo 485 Silver
(Cortex-A55) @ 1,80 GHz
2 × Exynos M5 @ 2,73 GHz
2 × Cortex-A76 @ 2,60 GHz
4 × Cortex-A55 @ 2,00 GHz
2 × Cortex-A76 @ 2,86 GHz
2 × Cortex-A76 @ 2,06 GHz
4 × Cortex-A55 @ 1,86 GHz
2 × Cortex-A76 @ 2,86 GHz
2 × Cortex-A76 @ 2,36 GHz
4 × Cortex-A55 @ 1,95 GHz
Cache 1 × 512 KB L2
3 × 256 KB L2
4 × 128 KB L2
4 MB L3
1 × 512 KB L2
3 × 256 KB L2
4 × 128 KB L2
2 MB L3
1 × 512 KB L2
3 × 256 KB L2
4 × 128 KB L2
2 MB L3
? 4 MB L3 4 MB L3
GPU Adreno 650 @ 587 MHz Adreno 640 @ 675 MHz Adreno 640 @ 585 MHz Mali-G77 MP11 Mali-G76 MP16 @ 600 MHz Mali-G76 MP16 @ 600 MHz
Speicher LPDDR5 @ 2.750 MHz
LPDDR4X @ 2.133 MHz
LPDDR4X @ 2.133 MHz LPDDR4X @ 2.133 MHz LPDDR5 @ 2.750 MHz LPDDR4X @ 2.133 MHz LPDDR4X @ 2.133 MHz
System-Cache 3 MB 3 MB 3 MB ? 3 MB 3 MB
ISP Spectra 480 Spectra 380 Spectra 380 ? ? ?
Modem Integriert × Snapdragon X24 Snapdragon X24 × Balong 765 Balong 5000
Extern Snapdragon X55 Snapdragon X50 Snapdragon X50 Exynos 5123 × ×

CPU setzt auf bekannte Architektur

Der im Vergleich zum Kirin 980 eher moderate Anstieg der CPU-Taktraten bei übernommener 7-nm-Fertigung für in den CPU-Benchmarks zu höheren, aber nicht eklatant besseren Messergebnissen. Zwei der Cortex-A76 haben 260 MHz mehr Takt erhalten, die zwei anderen Cortex-A76 kommen auf ein Plus von 170 MHz. Bei den vier Cortex-A55 sind es 60 MHz gegenüber dem Kirin 980 mehr. Beim Kirin 990 5G fährt HiSilicon mit 260 MHz, 440 MHz und 150 MHz größere Geschütze auf. Die höheren Taktraten sind auch dank TSMCs N7+-Fertigung samt EUV-Lithografie möglich.

Mali-G76 MP16 ist breiter aufgestellt und taktet niedriger

Deutlicher sind die Unterschiede zum Kirin 980 bei der GPU-Leistung. Denn wo bei der CPU noch ein bekanntes Design mit lediglich höheren Taktraten genutzt wird, kommen bei der GPU 60 Prozent mehr Recheneinheit zum Einsatz. Die Mali-G76 MP10 hat HiSilicon durch die deutlich breitere Mali-G76 MP16 ersetzt und in diesem Zuge den Maximaltakt von 720 MHz auf 600 MHz reduziert, um die Effizienz zu wahren.

Im GFXBench unter Verwendung der Vulkan-API fällt die Leistung der Mali-G76 MP16 über 30 Prozent höher als mit der Mali-G76 MP10 aus, bei OpenGL ES 3.1 sind es bis zu 23 Prozent, unter OpenGL ES 3.0 32 Prozent und bei Nutzung des älteren OpenGL ES 2.0 immerhin noch 15 Prozent. Im 3DMark sind die Abstände jeweils größer.

Mate 30 Pro schwankt bei Dauerlast

Den Direktvergleich mit den neuesten Modellen von Qualcomm und Apple verliert der Kirin 990 allerdings, auch bei kontinuierlich abgerufener Leistung schwächelt das SoC – zumindest im Mate 30 Pro verbaut. Hier kommt es unter Dauerlast ab dem 7. Durchgang zu deutlichen Leistungsschwankungen, die bei der Konkurrenz nicht festzustellen sind.

Das nächste mit HiSilicon Kirin 990 erwartete Smartphone ist das P40 Pro, das Ende März in Paris vorgestellt werden und insgesamt sieben Kameras aufweisen soll.

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