Model D und DeathAdder V2 im Test: Fazit

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Fabian Vecellio del Monego 92 Kommentare

In Anbetracht der Mitte des letzten Jahres erschienenen Model O (Test) und Model O- (Test) sowie Razers letzten Maus-Neuvorstellungen war zumindest in der Theorie bereits absehbar, dass auch die Model D und die DeathAdder V2 technisch eine erstklassige Leistung abliefern. In der Praxis bestätigt sich diese Erwartung: Die Sensorik beider Mäuse ist ausgezeichnet, der interne Speicher beider Modelle potent und auch bei der Software finden sich keine an dieser Stelle erwähnenswerten Kritikpunkte. Überdies liegen beide Eingabegeräte sehr angenehm im Palm-Grip einer rechten Hand und lassen sich dank geringem Gewicht, flexiblem Kabel und guten Gleitfüßen geschmeidig bewegen. Eine RGB-Beleuchtung gibt es in jedem Fall als Dreingabe.

Es bleibt folglich die Frage, ob Razer den höheren Preis der DeathAdder V2 objektiv rechtfertigen kann: Glorious' Model D kostet mit 55 Euro für die matte und 60 Euro für die glänzende Variante 20 bis 25 Euro weniger als die nur matt verfügbare Razer-Maus. Die Antwort auf diese Frage hängt letztendlich vom Interessenten ab, wobei die DeathAdder V2 keinesfalls in allen Bereichen überlegen ist.

So besticht die Model D mit ihrer rund 14 Gramm geringeren Masse und dem noch flexibleren Kabel mit hervorragenden – anstelle von nur sehr guten – Gleiteigenschaften und bietet überdies taktilere und mechanisch direktere Tasten sowie ein deutlich leiseres Mausrad.

Razers Konkurrentin hingegen überzeugt mit der raueren und mehr Halt bietenden Oberfläche, einer weiteren Zusatztaste auf dem Mausrücken und einer höheren Individualisierbarkeit per Software. Damit einher geht außerdem – und das mag der mutmaßlich größte Vorteil sein – eine mögliche Sekundärbelegung aller Tasten, die der DeathAdder V2 eine deutliche Steigerung der Funktionalität beschert. GPCGRs Software belässt es bei Standardfunktionen.

Technisch ist Razers Maus des Weiteren zumindest in der Theorie überlegen, doch ein praktischer Nutzen ist bei dem ausgeklügelten Sensor und den optomechanischen Primärschaltern fragwürdig bis noch nicht absehbar. Die synchronisierte Signalverarbeitung des PMW-3399 führt zwar in Messungen zu besseren Ergebnissen, ist aber im Rahmen menschlicher Wahrnehmung nicht greifbar. Die optischen Tasten bringen derweil ebenfalls keinen relevanten Zeitvorsprung, könnten sich aber auf Dauer als langlebiger erweisen, da der mechanische Verschleiß deutlich geringer ausfällt – hier fehlen bislang aber valide Erfahrungen.

Model D als erste Palm-Grip-Wahl

Doch auch abseits dieser Eventualitäten haben sich sowohl die Model D als auch die DeathAdder V2 eine Empfehlung verdient. Das liegt auch darin begründet, dass sich beide Mäuse schlichtweg keine Fehler erlauben, die über Kritik auf – teils sehr – hohem Niveau hinausgehen. Glorious' Maus stellt dabei als perfekte ergonomische Adaption der Model O die erste Wahl dar. Vor den Löchern müssen sich Interessenten grundsätzlich nicht fürchten, solange die eigenen Lungen eines kräftigen Pustens mächtig sind und keine Flüssigkeiten verschüttet werden.

Glorious PC Gaming Race Model D (Matte Black)
Produktgruppe Mäuse, 27.02.2020
  • Sensorik
    ++
  • Primärtasten & Mausrad
    +
  • Oberfläche & Verarbeitung
    +
  • Gleiteigenschaften
    ++
  • Software
    +
  • Erstklassiger Sensor
  • Äußerst geringes Gewicht
  • Sehr flexibles Kabel
  • Vollständige Funktionalität ohne Software im Hintergrund
  • PTFE-Gleitfüße
  • Gesteigerte Anfälligkeit für Verunreinigungen
ComputerBase-Empfehlung für Glorious PC Gaming Race Model D (Matte Black)

DeathAdder V2 mit Bonusfunktionalität

In Razers Eingabegerät manifestiert sich indes dank erhöhter Programmierbarkeit eine noch vielseitigere Option. Der Aufpreis mindert zwar das Preis-Leistungs-Verhältnis, ist aber bei entsprechendem Nutzen des Mehrwerts gerechtfertigt. Lediglich die nach wie vor nicht ohne im Hintergrund laufende Software steuerbare RGB-Beleuchtung fällt negativ auf, ist für viele Anwender aber erfahrungsgemäß ohnehin irrelevant.

Razer DeathAdder V2
Produktgruppe Mäuse, 27.02.2020
  • Sensorik
    ++
  • Primärtasten & Mausrad
    +
  • Oberfläche & Verarbeitung
    ++
  • Gleiteigenschaften
    ++
  • Software
    +
  • Hervorragender Sensor
  • Optomechanische Primärtasten
  • Sekundärbelegung aller Tasten möglich
  • Geringes Gewicht
  • Flexibles Kabel
  • PTFE-Gleitfüße
  • Recht lautes Mausrad
  • Funktionalität ohne Software geringfügig eingeschränkt
ComputerBase-Empfehlung für Razer DeathAdder V2

Die Suche nach weiteren Alternativen gestaltet sich derweil schwierig. Unter der Prämisse eines flexiblen Kabels, guter Gleitfüße und eines nicht allzu hohen Gewichts fallen nahezu sämtliche alten Mäuse der Kategorie durch das Sieb, darunter beispielsweise Microsofts Pro Intellimouse (Test) oder Logitechs ikonische MX518 (Test). Roccats Kone Pure Ultra (Test) erfüllt die Kriterien hingegen schon eher, ist aber deutlich kleiner als Model D oder DeathAdder V2. Die M4 RGB (Test) von Xtrfy stellt indes aufgrund des Fehlens jeglicher Programmierbarkeit keine Alternative dar.

ComputerBase wurden die Model D und die DeathAdder V2 leihweise von Caseking und Razer unter NDA zum Testen zur Verfügung gestellt. Einzige Vorgabe war in beiden Fällen der frühestmögliche Veröffentlichungstermin, der Test erschien aber erst danach. Eine Einflussnahme des Händlers oder Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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