Call of Duty: Warzone im Test: Kostenloses Battle Royale mit hohen FPS im Benchmark

Wolfgang Andermahr 207 Kommentare
Call of Duty: Warzone im Test: Kostenloses Battle Royale mit hohen FPS im Benchmark

tl;dr: Mit Warzone erhält auch Call of Duty: Modern Warfare einen Battle-Royale-Modus, der dank Free-2-Play-Modell im Kern kostenlos angeboten wird. ComputerBase hat einen Blick auf die Technik des neuen Spielmodus geworfen und zahlreiche Grafikkarten-Benchmarks angefertigt. Die Anforderungen kommen denen des Hauptspiels nahe.

Update 13.03.2020 09:00 Uhr

Benchmarks mit neun verschiedenen Prozessoren zeigen, dass nicht nur die Grafikkarte, sondern auch die CPU einen wichtigen Einfluss auf Framerate und Frametimes in Call of Duty: Warzone hat. Unspielbar ist der Battle-Royale-Modus zwar mit keinem der getesteten Prozessoren, für hohe Frameraten eignen sich aber nicht alle CPUs.

Die PC-Version von Call of Duty: Modern Warfare (Test) hat imTechnik-Test im Oktober 2019 richtig Spaß gemacht. Mit der neuen Engine ließ das Spiel vor allem in der Kampagne die optischen Muskeln spielen, ohne dass dafür gleich ein High-End-Rechner notwendig gewesen wäre. Und mit Raytracing vom ersten Tag an gab es auch noch ein optisch gelungenes Highlight für die Besitzer einer GeForce-RTX-Grafikkarte.

Das neue Battle Royale von Call of Duty ist F2P

Nun öffnet sich das Spiel deutlich weiter und bietet einen Battle-Royale-Modus an. Anstatt klassisch für den Vollpreis von 60 Euro gibt es diesen Teil mit Free-2-Play-Modell, also kostenlos – aber mit Mikrotransaktionen. Die Kampagne und der Multiplayer-Modus bleiben weiterhin Käufern der Vollversion vorbehalten. Warzone soll eine Konkurrenz zu Fortnite (Benchmarks), Apex Legends (Benchmarks) oder dem kostenpflichtigen PUBG werden.

Dieser Artikel wird sich nicht um spielerische Aspekte von CoD: Warzone drehen, sondern sich rein auf die Technik der PC-Version inklusive umfangreicher Grafikkarten-Benchmarks konzentrieren.

Die Grafik reicht nicht ans Hauptspiel heran

Die Kampagne von Call of Duty: Modern Warfare sieht sehr gut bis absolut beeindruckend aus. Schon der Mehrspielermodus fällt dagegen deutlich ab und Warzone macht noch einmal einen optischen Schritt zurück. Der Grund – eine höhere Performance und damit potentiell mehr (zufriedene) Spieler – liegt auf der Hand.

Blackout, der Battle-Royale-Modus von CoD: Black Ops 4, lief deutlich langsamer als der Rest des Spiels. Bei Warzone ist das anders: Trotz der hohen Spielerzahlen von 150 Teilnehmern pro Partie performt der Titel gut.

Weil das Niveau im Hauptspiel sehr hoch liegt, ist die neue Battle-Royale-Karte auch mehrere Stufen darunter keineswegs hässlich. In einigen Gebieten lässt die neue Engine immer noch ihre Muskeln spielen. Im Schnitt ist die Grafik allerdings höchstens Durchschnitt. Der größte Schwachpunkt ist der Level of Detail (Details in der Ferne, LOD), der in Warzone unglaublich aggressiv arbeitet. Ab geschätzten 10 Metern Entfernung gibt es quasi überhaupt keine Vegetation, direkt vorm Spieler aber durchaus viel. Und diese ploppt dann zwangsweise gut sichtbar beim Laufen vor ihm auf. Das fällt beim Spielen auf und stört.

Bildvergleich: Hügel ohne Vegetation (links) und derselbe Hügel ein paar Meter weiter (rechts)

Die restlichen Einschnitte im Vergleich zur Kampagne fallen deutlich weniger ins Gewicht. So ist die Vegetation nicht nur vom LOD betroffen, es gibt auch schlicht weniger. Die Texturen sind deutlich unschärfer, stellenweise scheinen sie auch gar nicht erst geladen zu werden, solange man nicht kurz vor dem Objekt steht. Das ist nicht durchweg beim Test passiert, aber immer mal wieder – möglich, dass es sich hierbei noch um einen Fehler handelt. Der Schattenwurf fällt in CoD: Warzone ebenfalls deutlich einfacher aus. Er ist in Kombination mit der tollen Beleuchtung auch ohne Raytracing eines der Highlights der Kampagne. Apropos Raytracing: Es ist in Warzone eine Option, wird aufgrund der hohen Leistungskosten aber nicht weiter betrachtet.

Die Texturen sind stellenweise schlecht
Die Texturen sind stellenweise schlecht

Keine Änderungen abseits der Grafik

Abgesehen von der Grafikqualität hat es bei Call of Duty: Warzone keine technischen Änderungen gegeben. Auch der Battle-Royale-Modus läuft ausschließlich mit DirectX 12. Trotzdem funktioniert das Spiel nicht nur unter Windows 10, sondern auch unter Windows 7, da Infinity Ward für das alte Betriebssystem die Low-Level-API gesondert implementiert hat. Auch an den guten Grafikoptionen hat sich nichts getan: Es gibt dieselben Optionen, Möglichkeiten und Hilfetexte. Das bedeutet aber ebenso: Es fehlen immer noch Grafik-Presets, sodass jede Grafikoption einzeln verstellt werden muss.

Testsystem, Testsequenz und Einstellungen

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind auf einem Intel Core i9-9900K durchgeführt worden, der mit den Standard-Einstellungen betrieben wird und auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (14-14-14-32) zugreifen kann. „Windows 10 November 2019 Update“ (1909) inklusive aller derzeit verfügbaren Patches ist installiert. Als Treiber wurden der Adrenalin 20.2.2 und der GeForce 442.59 genutzt. Der Nvidia-Treiber ist offiziell für Warzone optimiert, von AMD gibt es kein entsprechendes Pendant.

Die 25 Sekunden lange Testsequenz zeigt einen Lauf über die Battle-Royale-Map in der Nähe des Kartenabschnittes „Hills“. Die Szene spielt in der Außenlandschaft und weist eine hohe Weitsicht und Vegetation, zahlreiche Gebäude und allgemein viele Objekte auf. Es ist eine anspruchsvolle Sequenz, aber kein Worst-Case-Szenario. Vergleichbare Frameraten werden in mehreren anderen Gegenden auf der Karte erzielt.

In 1.920 × 1.080 sowie in 2.560 × 1.440 werden die maximalen Grafikdetails genutzt, einzig Raytracing ist deaktiviert. Für 3.840 × 2.160 sind die Grafikdetails reduziert. Da es keine Presets gibt, wird jede Option einzeln gesetzt, einzig die Texturen und die Caching-Optionen stehen dann noch auf dem Maximum. Wenn vorhanden, wird die Detailstufe „Normal“ ausgewählt. Gibt es diese nicht, wird die Option um eine Stufe reduziert. Die Kantenglättung steht auf SMAA 1X.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Maximale Details, kein Raytracing, filmisches SMAA T2X
2.560 × 1.440 Maximale Details, kein Raytracing, filmisches SMAA T2X
3.840 × 2.160 Normal Details, mindestens eine Stufe reduziert, SMAA 1X, kein Raytracing

Benchmarks in Full HD, WQHD und Ultra HD

Call of Duty: Warzone verhält sich bei der Performance wie das Hautspiel Modern Warfare und zeigt damit durchaus einige Besonderheiten auf. Gleich geblieben ist aber die allgemein sehr gute Framerate. Selbst die GeForce GTX 1060 schafft im Durchschnitt 60 FPS, GeForce RTX 2080 Super und GeForce RTX 2080 Ti erzielen bei maximalen Grafikdetails 144 Bilder pro Sekunde. 60 FPS bei den Frametimes sind ab GeForce GTX 1070 und GeForce GTX 1660 Super gegeben. Bei AMD erreichen das bereits Radeon RX 580 und Radeon RX 5500 XT.

Höhere Auflösungen benötigen natürlich schnellere Grafikkarten, aber auch der Battle-Royale-Modus bleibt dann genügsam. 144 FPS schafft zwar auch keine GeForce RTX 2080 Ti mehr, 60 FPS gibt es aber ab GeForce GTX 1080, GeForce RTX 2060, Radeon RX Vega 56 oder Radeon RX 5600 XT. Auch in Ultra HD erreichen mehrere Grafikkarten diese Zielmarke. Ab GeForce GTX 1080 Ti, GeForce RTX 2070 Super, Radeon RX Vega 64 und Radeon RX 5700 läuft Warzone ziemlich flüssig. Die Detailstufe musste dafür allerdings reduziert werden.

Radeons und vor allem GCN gefällt das Battle Royale

Call of Duty: Modern Warfare lief mit Grafikkarten von AMD bereits besser als mit solchen von Nvidia und daran ändert auch der neue Modus Warzone nichts. So liegt die Radeon RX 5700 XT mit der RDNA-Architektur in 2.560 × 1.440 nur um 3 Prozent hinter der GeForce RTX 2070 Super zurück und in 3.840 × 2.160 gibt es gar einen Gleichstand. Im AAA-Spieleschnitt ist Nvidias Turing-Modell dagegen 11 Prozent schneller.

Der eigentliche Gewinner ist aber die alte GCN-Generation. So ist die Radeon RX Vega 64 nur 2 Prozent langsamer als die Radeon RX 5700, gewöhnlich beträgt der Rückstand dagegen 9 Prozent. Damit ist die alte Radeon so schnell wie die GeForce RTX 2060 Super, die im Schnitt dagegen mit einem Plus von 13 Prozent klar flotter ist. Einzig das Flaggschiff Radeon VII kommt in Warzone nicht aus dem Schützengraben: Das Modell ist kaum schneller als die Radeon RX Vega 64 und der Radeon RX 5700 XT trotz der massiv höheren Rohleistung unterlegen.

Schon Turing gerät gegen RDNA und GCN also etwas ins Hintertreffen, so richtig hart trifft es aber Nvidias Vorgängergeneration Pascal. Gewöhnlich ist die Radeon RX 580 nur geringe 5 Prozent schneller als die GeForce GTX 1060. In CoD: Warzone sind es aber eben mal satte 33 Prozent. Die Radeon RX Vega 64 ist sonst eher so performant wie die GeForce GTX 1080, in dem Free-2-Play-Part von Call of Duty hingegen um 17 Prozent bei den FPS überlegen, bei den Frametimes sind es gar 27 Prozent.

Turing legt bei den Frametimes im Vergleich zu Pascal deutlich zu

Bei den Frametimes zeigt sich dann, dass Turing in Warzone durchaus besser als Pascal arbeitet. So liefert die GeForce RTX 2070 „nur“ 39 Prozent mehr Bilder in der Sekunde als die GeForce GTX 1080, bei den Frametimes beträgt das Plus aber hohe 59 Prozent.

Eine GPU-Generation zeigt Schwächen bei den Frametimes

Allgemein zeigt Call of Duty: Warzone sehr gute Frametimes. Vor allem die GeForce RTX 2070 Super weiß in dieser Disziplin zu überzeugen, denn der Turing-Beschleuniger hat nur sehr geringe Schwankungen bei der Bildausgabe. Auch Radeon RX 5700 XT und Radeon RX Vega 64 schneiden diesbezüglich gut ab, jedoch gibt es bei beiden Grafikkarten einen größeren Ausschlag. Er ist nicht tragisch, da beim Spielen nicht zu spüren, aber er ist reproduzierbar. Während Turing das beste Ergebnis erzielt, kommt der Vorgänger Pascal auf das schlechteste. Die GeForce GTX 1080 hat mehrere mittelgroße Ausreißer, die sich durch das gesamte Pascal-Portfolio ziehen. Bei hohen Frameraten von mehr als 60 FPS ist das kein Problem. Sind die FPS geringer, lassen sich die kleinen Haker aber spüren.

CPU-Benchmarks zeigen große Unterschiede

Die gute Nachricht: Auch mit einem langsamen Prozessor wie dem Core i3-8100 mit nur vier Kernen und vier Threads bleibt Call of Duty: Warzone spielbar. Die Framerate bleibt mit einer GeForce RTX 2080 Ti FE bei über 60 FPS, die Frametimes fallen jedoch unter diesen Wert. Optimal ist das Spielerlebnis damit also nicht. Und es geht deutlich besser.

Die anderen getesteten CPUs zeigen, dass auch der kostenlose Battle-Royale-Modus auf die CPU stark reagiert. Für hohe Frameraten eignet sich längst nicht jedes Produkt. Und damit ist COD: Warzone auch deutlich CPU-fordernder als der klassische Multiplayer in Modern Warfare.

Wer 144 FPS anvisiert, benötigt schon einen der schnellsten Prozessoren im Handel. Selbst der Core i9-9900K und damit die schnellste getestete CPU in dem Spiel können 144 Bilder in der Sekunde nicht durchweg halten. Allerdings wird die volle Framerate immer mal wieder erreicht.

CPU-Tests auf einer RTX 2080 Ti FE – 1.920 × 1.080
  • FPS, Durchschnitt:
    • Intel Core i9-9900K (8K/16T)
      178,8
    • AMD Ryzen 9 3900X (12K/24T)
      149,7
    • AMD Ryzen 7 3700X (8K/16T)
      145,7
    • Intel Core i7-8700K (6K/12T)
      144,6
    • AMD Ryzen 5 3600 (6K/12T)
      140,3
    • Intel Core i7-7700K (4K/8T)
      127,6
    • AMD Ryzen 5 2600X (6K/12T)
      118,3
    • AMD Ryzen 5 1600X (6K/12T)
      112,7
    • Intel Core i3-8100 (4K/4T)
      76,9
  • 99,8th Percentile (Frametimes in FPS):
    • Intel Core i9-9900K (8K/16T)
      111,8
    • AMD Ryzen 9 3900X (12K/24T)
      97,7
    • Intel Core i7-8700K (6K/12T)
      92,8
    • AMD Ryzen 7 3700X (8K/16T)
      90,2
    • AMD Ryzen 5 3600 (6K/12T)
      88,4
    • Intel Core i7-7700K (4K/8T)
      74,7
    • AMD Ryzen 5 2600X (6K/12T)
      71,7
    • AMD Ryzen 5 1600X (6K/12T)
      64,3
    • Intel Core i3-8100 (4K/4T)
      50,6

Alle Ryzen 3000 sind vergleichbar schnell

Ebenso gut schneiden der Core i7-8700K desselben Herstellers und AMDs gesamte Ryzen-3000-Riege auf Basis von Zen 2 ab. Zweitschnellster Prozessor ist der Ryzen 9 3900X, der sich gegenüber dem Core i9-9900K dennoch um 16 (FPS) und 13 Prozent (Frametimes) geschlagen geben muss. Ryzen 7 3700X, Ryzen 5 3600 und auch Core i7-8700K liegen alle auf einem vergleichbaren Niveau. Das zeigt dann auch, dass Warzone mit mehr als sechs CPU-Kernen nichts anfangen kann.

Alle anderen getesteten CPUs eignen sich ebenfalls für ein gutes Spielerlebnis mit konstant über 60 FPS, sind aber nicht mehr für das Ziel 144 FPS geeignet. Der Core i7-7700K muss sich dem Core i7-8700K um 12 respektive 20 Prozent geschlagen geben. Der Ryzen 5 2600X ist derweil 16 respektive 19 Prozent langsamer als der Ryzen 5 3600 mit ebenso sechs Kernen, der Ryzen 5 1600X ist nochmal 5 und 10 Prozent langsamer.

Fazit

Infinity Ward hat es tatsächlich geschafft, dass der kostenlos spielbare Battle-Royale-Modus Warzone von Call of Duty trotz der massiv größeren Map und der deutlich höheren Spieleranzahl gleich hohe Frameraten wie der klassische Mehrspielermodus von Modern Warfare erreicht. Gezaubert haben die Entwickler aber nicht. Stattdessen musste die Grafikqualität doch sichtbar reduziert werden. Die Präsentation ist zwar immer noch in Ordnung und hat einige Highlights behalten, reicht aber nicht an den klassischen Multiplayer-Modus und erst recht nicht an die sehr hübsche Kampagne des Spiels heran.

Aufgrund der hohen Framerate braucht es für CoD: Warzone weder in Full HD noch in WQHD eine High-End-Grafikkarte und selbst in Ultra HD muss es bei reduzierten Grafikdetails nicht gleich eine GeForce RTX 2080 Ti sein.

Die Benchmarks der Redaktion zeigen ein beinahe durchweg auffällig gutes Abschneiden von AMDs alter GCN-Generation. Egal ob Radeon RX 580 oder Radeon RX Vega 64, die alten Radeons sind vor allem Nvidias Pascal-Generation deutlich überlegen. Doch auch gegenüber den neueren Turing- und RDNA-Produkten schneidet die alte Garde sehr gut ab. Damit verhält sich der F2P-Part von Call of Duty: Warzone genauso wie das kostenpflichtige Hauptspiel Modern Warfare.

Call of Duty: Warzone im Technik-Test

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