XCOM: Chimera Squad im Test: GPU sowie CPU-Benchmarks und Frametimes

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Wolfgang Andermahr et al.
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Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind auf einem AMD Ryzen 9 3900X durchgeführt worden, der mit den Standard-Einstellungen betrieben wird und auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (14-14-14-32) zugreifen kann. „Windows 10 November 2019 Update“ (1909) inklusive aller derzeit verfügbaren Patches ist installiert. Als Treiber wurden der Adrenalin 20.4.2 und der GeForce 442.87 genutzt. Beide sind nicht offiziell für XCOM: Chimera Squad optimiert.

Testsequenz und Einstellungen

Benchmarks von einem Rundenstrategiespiel zu erstellen, ist nie optimal. Denn in solchen Spielen gibt es meist kaum Bewegung und es läuft höchstens eine Figur über den Bildschirm, während die anderen stillstehen. Deutlich mehr anspruchsvolle Action gibt es bei den Schusssequenzen, allerdings sind diese kaum reproduzierbar. Entsprechend zeigt der Benchmark nur ein „stillstehendes Bild“ ohne Handlung, das aber dennoch an einer möglichst fordernden Stelle stattfindet.

Für 1.920 × 1.080, 2.560 × 1.440 sowie 3.840 × 2.160 werden das Maximal-Preset und damit die höchstmöglichen Grafikdetails genutzt.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Maximal-Preset
2.560 × 1.440 Maximal-Preset
3.840 × 2.160 Maximal-Preset

Benchmarks in Full HD, WQHD und Ultra HD

Nvidia-Grafikkarten schneiden in XCOM: Chimera Squad durchweg deutlich besser als die AMD-Pendants ab. Das zeigt sich durch alle Preisklassen und alle Generationen. Im GeForce-Lager schneiden sowohl die alte Pascal- als auch die aktuelle Turing-Generation sehr gut ab. Die GeForce GTX 1080 hat die Radeon RX Vega 64 klar im Griff und liefert in 2.560 × 1.440 16 Prozent mehr FPS und 7 Prozent bessere Frametimes. In AAA-Spielen herrscht zwischen beiden Grafikkarten gewöhnlich ein Gleichstand. Bei der alten Mittelklasse sieht es genauso aus. Die GeForce GTX 1060 ist in 1.920 × 1.080 21 Prozent flotter als die Radeon RX 580 und 13 Prozent schneller als die Radeon RX 590, während letztere gewöhnlich klar voraus ist.

Bei der aktuellen Generation sieht es nicht anders aus. Die GeForce RTX 2070 Super spielt mit der Radeon RX 5700 XT und liefert in WQHD 30 Prozent mehr FPS und 16 Prozent bessere Frametimes. Das Turing-Modell ist zwar auch im AAA-Schnitt vorne, dann aber um deutlich geringere 11 Prozent. In der derzeitigen Einstiegsklasse sieht es nicht anders aus. Die GeForce GTX 1650 Super ist der Radeon RX 5500 XT um 11 Prozent bei der Framerate voraus, während letzte eigentlich schneller ist. Nur bei den Frametimes liegt die Radeon 2 Prozent vorne. Das zeigt, dass AMD bei den Frametimes deutlich weniger Probleme hat als bei der Framerate, ohne aber auf das gewohnte Niveau zu kommen.

Eine bessere GPU-Architektur bringt in Chimera Squad nichts

Vergleicht man die Generationen untereinander, zeigt sich, dass Pascal im Vergleich zu Turing besser als im AAA-Spiele-Durchschnitt abschneidet. In XCOM: Chimera Squad ist die GeForce RTX 2070 Super 29 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080, in AAA-Spielen sind es gewöhnlich 36 Prozent. Es ist wenig verwunderlich, dass eine quasi uralte Engine nicht von der besseren Turing-Architektur profitieren kann. Bei AMD sieht es genauso aus. Die Radeon RX 5700 XT ist in dem Rundenstrategiespiel 14 Prozent schneller als die Radeon RX Vega 64, im AAA-Schnitt sind es hingegen 22 Prozent. Auffällig ist jedoch das schlechte Abschneiden der Polaris-Generation. Denn die Radeon RX 580 und Radeon RX 590 haben nicht nur gegen die Radeon RX 5500 XT das Nachsehen, auch der Abstand zur Radeon RX Vega 64 mit der gleichnamigen Vega-Architektur ist größer als sonst. Offenbar macht Vega etwas besser als Polaris, was in dem Spin-Off für einen guten Leistungsschub sorgt.

Viel Speicherbandbreite hilft offenbar viel

XCOM: Chimera Squad reagiert zwar nicht gut auf eine bessere GPU-Architektur, aber offenbar schon auf eine höhere Speicherbandbreite. Denn alle Grafikkarten mit einer hohen Speicherbandbreite schneiden gut ab, was sowohl für AMD als auch Nvidia gilt. So ist die GeForce GTX 1080 Ti in 3.840 × 2.160 39 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080, was mehr als normal ist (+32 Prozent), so dass das Pascal-Modell nur knapp hinter der GeForce RTX 2080 Super liegt, was ihr eigentlich nicht gelingt. Die GeForce RTX 2080 Ti Super ist derweil um 28 Prozent der GeForce RTX 2080 Super voraus, hier liegt der Durchschnitt bei 22 Prozent. Und die Radeon VII ist 47 Prozent schneller als die Radeon RX Vega 64, der AAA-Schnitt beträgt aber gerade einmal 27 Prozent. Dazu passt es aber, dass die Radeon VII ein Speicherexot ist und mehr als doppelt so viel Speicherbandbreite wie das kleinere Modell bietet.

Auch die Frametimes haben einen Gewinner und einen Verlierer

Bei der Framerate hat AMD Probleme, bei den Frametimes dagegen Nvidia. Die GeForce GTX 1080 zeigt immer mal wieder kleine bis mittelgroße Unregelmäßigkeiten bei der Frameausgabe. Die GeForce RTX 2070 Super hat derweil gleichmäßigere Frametimes, dafür aber ein paar größere Ausreißer. Beide Verhaltensarten sind reproduzierbar. Als Rundenstrategiespiel hat das in XCOM: Chimera Squad zwar keine praktischen Auswirkungen, zeigt aber, dass das Spiel offenbar generell noch ein paar Schwierigkeiten mit der Leistung hat – oder einfach auch, dass die Unreal Engine 3.5 vieles, aber nicht mehr modern ist.

XCOM: Chimera Squad – Frametimes, 2.560 × 1.440 048121620Millisekunden 11242473704936167398629851.1081.2311.3541.4771.6001.7231.8461.9692.0922.2152.3382.4612.5842.7072.8302.9533.0763.1993.319  Nvidia GeForce GTX 1080  Nvidia GeForce RTX 2070 Super  AMD Radeon RX Vega 64  AMD Radeon RX 5700 XT

AMD zeigt, dass es aber auch besser geht. Bereits die Radeon RX Vega 64 zeigt gute Frametimes. Zwar gibt es quasi durchweg kleine Schwankungen, doch sind diese eben wirklich nur klein und zudem sehr regelmäßig. Die Radeon RX 5700 XT auf Basis der RDNA-Architektur bietet dann absolut perfekte Frametimes. Es gibt nicht einen einzigen, kleinen Ausreißer in der Testsequenz, so etwas sieht man selten.

CPU-Benchmarks zeigen interessante Ergebnisse

Man mag es kaum glauben, aber die Redaktion hat es mehrmals überprüft – und zwar immer mit demselben Ergebnis. Die mit Abstand schnellsten Prozessoren in XCOM: Chimera Squad sind sämtliche Ableger von AMDs aktueller Zen-2-Generation. Das an sich wäre nicht so verwunderlich, da Zen 2 auch in Spielen ab und zu einmal vor den Intel-Derivaten liegt. So ein riesiger Vorsprung wie in dem neuen Rundenstrategiespiel hat es bis jetzt aber noch nicht gegeben.

So liefert der Ryzen 9 3900X in Full HD auf einer GeForce RTX 2080 Ti FE 28 Prozent mehr FPS und 29 Prozent bessere Frametimes als ein Core i9-9900K. Da der Ryzen 5 3600 fast genauso schnell ist, platziert sich auch AMDs Mittelklasse-Modell vor Intels Consumer-Flaggschiff.

CPU-Tests auf einer RTX 2080 Ti FE – 1.920 × 1.080
  • FPS, Durchschnitt:
    • AMD Ryzen 9 3900X (12K/24T)
      195,6
    • AMD Ryzen 5 3600 (6K/12T)
      191,8
    • Intel Core i9-9900K (8K/16T)
      153,2
    • AMD Ryzen 5 2600X (6K/12T)
      150,7
    • Intel Core i7-7700K (4K/8T)
      148,5
    • AMD Ryzen 5 1600X (6K/12T)
      134,1
    • Intel Core i3-9100 (4K/4T)
      133,2
  • 99,8th Percentile (Frametimes in FPS):
    • AMD Ryzen 9 3900X (12K/24T)
      156,6
    • AMD Ryzen 5 3600 (6K/12T)
      153,5
    • Intel Core i9-9900K (8K/16T)
      121,2
    • AMD Ryzen 5 2600X (6K/12T)
      110,4
    • Intel Core i7-7700K (4K/8T)
      104,6
    • AMD Ryzen 5 1600X (6K/12T)
      104,0
    • Intel Core i3-9100 (4K/4T)
      96,3

Aber nicht nur Zen 2, die Ryzen-Ableger schneiden generell gut ab. So ist der Ryzen 5 2600X zwar ordentliche 21 und 28 Prozent langsamer als der Ryzen 5 3600, damit beträgt der Rückstand zum Core i9-9900K aber nur 2 und 9 Prozent., während der Core i7-7700K knapp geschlagen wird. Dieser kommt auf eine 3 Prozent geringere Framerate und 14 Prozent schlechtere Frametimes als der größere Bruder.

Der Ryzen 5 1600X ist dann 11 und 6 Prozent dem Nachfolgemodell unterlegen. Damit ist der Prozessor vergleichbar schnell wie der Core i3-9100, nur bei den Frametimes gibt es noch einen Vorsprung von 8 Prozent.

Vier Kerne ohne SMT sind völlig ausreichend

So interessant und ungewöhnlich die Ergebnisse sind, für XCOM: Chimera Squad reicht jeder halbwegs flotte Prozessor mit vier Kernen völlig aus – auch ohne SMT. Schnellere Prozessoren erhöhen zwar die Framerate, doch hat dies in einem Rundenstrategiespiel einfach keine Vorteile. Mit mehr als vier Kernen mitsamt SMT kann das Spiel ohnehin nichts anfangen, selbst 8 Threads haben nur einen minimale Nutzen.

Bei den durchgeführten CPU-Benchmarks geht es nicht darum zu zeigen, welcher Prozessor theoretisch eine bessere Performance in XCOM: Chimera Squad zeigt. Das Ziel der Tests ist es herauszufinden, ob der Prozessor in realitätsnahen Einstellungen Auswirkungen auf das Spielgeschehen hat. Deshalb gibt es keine Benchmarks in sehr niedrigen Auflösungen, die die Grafikkarte so wenig wie möglich belasten. Stattdessen ist Full HD bei vollen Grafikdetails das häufigste Szenario für die CPUs, das im Spielalltag genutzt wird.

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