Apple Silicon: Thunderbolt darf bleiben, AMD und Nvidia fliegen raus

Nicolas La Rocco 151 Kommentare
Apple Silicon: Thunderbolt darf bleiben, AMD und Nvidia fliegen raus
Bild: Intel

Apple wird auch nach dem Wechsel zum eigenen Apple Silicon Thunderbolt auf dem Mac unterstützen. Das hat der Konzern gegenüber mehreren US-Medien bestätigt. Die dafür benötigten PCIe-Lanes bietet die neue Plattform an. Im Bereich der GPU wird Apple hingegen vollständig auf eigene Lösungen ohne AMD, Nvidia oder Intel setzen.

Nach der Ankündigung von Apple, zum Ende dieses Jahres den ersten Mac mit eigenem Apple Silicon auf den Markt bringen zu wollen und damit den Abschied von Intel einzuläuten, der bis Ende 2022 abgeschlossen werden soll, stand die Frage im Raum, ob das Unternehmen weiterhin auf Thunderbolt für den Mac setzen wird.

Die seit 2011 im MacBook Pro verfügbare und inzwischen in der Version Thunderbolt 3 in allen aktuellen Macs angebotene Schnittstelle wird auch in Zukunft bei Apple zum Einsatz kommen, wie das Unternehmen gegenüber TechCrunch und The Verge bestätigt hat. Die Bestätigung ist vor allem für Anwender wichtig, die sich über die letzten Jahre ein Thunderbolt-Ökosystem potenziell zahlreicher externer Geräte aufgebaut haben und dieses somit auch in Zukunft an einem neuen Mac mit Apple Silicon verwenden können.

Over a decade ago, Apple partnered with Intel to design and develop Thunderbolt, and today our customers enjoy the speed and flexibility it brings to every Mac. We remain committed to the future of Thunderbolt and will support it in Macs with Apple Silicon.

Apple

Intel bietet Controller für Thunderbolt 4 an

Das gestern im Detail vorgestellte Thunderbolt 4 ist damit ein heißer Kandidat für den Einsatz in den neuen Macs. Neben der direkten Integration von Thunderbolt 4 in neue Intel-Plattformen wie Tiger Lake bietet Intel mit den neuen Thunderbolt-4-Controllern JHL8540 und JHL8340 die passenden Chips für Hersteller wie unter anderem Apple an.

Die für die Anbindung benötigten PCIe-Lanes stellt Apple Silicon zur Verfügung, wie eine zur WWDC veröffentlichte Entwicklerdokumentation zeigt. Apple Silicon kommt mit einem neuen Design für die I/O Memory Management Units (IOMMU), das eine IOMMU pro PCIe-Gerät nutzt, während Intel-basierte Macs eine IOMMU für alle PCIe-Geräte verwenden. Diese Maßnahme soll dafür sorgen, dass diese Geräte nur auf den Speicher zugreifen können, der für das Gerät vorgesehen war. Apple will durch die Veränderung zudem unterbinden, dass PCIe-Geräte sich gegenseitig „belauschen“ können.

Keine GPUs von AMD, Intel oder Nvidia mehr

Eine Abkehr bisher genutzter Komponenten wird es hingegen im Bereich der Grafikkarten geben. In dem WWDC-Video „Bring your Metal app to Apple Silicon Macs“ erklärt Apple Entwicklern, dass künftige Macs mit Apple Silicon ausschließlich eigene Apple-GPUs verwenden werden. Dass Apple nicht länger auf die integrierten GPUs von Intel setzen wird, ist eine logische Folge des Plattformwechsels. Aber auch Grafikkarten von AMD und Nvidia wird es bei Apple Silicon nicht mehr geben. Demnach sind Apples eigene GPU-Designs leistungsfähig genug, um bis Ende 2022 alle bisher eingesetzten Grafikkarten zu ersetzen. Laut Apple sind sie sogar schneller und energieeffizienter.

Dabei wird Apple auf die gleiche Tile-Based-Deferred-Renderer-Architektur wie bei den A-SoCs im iPhone und iPad setzen. Das Feature-Set der eigenen GPUs umfasst alle Features der Plattformen iOS und macOS, sodass Entwickler APIs beider Plattformen im vollen Umfang wie bisher verwenden können. OpenGL und OpenCL gelten dabei weiterhin als veraltet, werden aus Gründen der Abwärtskompatibilität aber nach wie vor bis OpenGL 4.1 und OpenCL 1.1 von Apple Silicon unterstützt. Apple sagt aber, dass die eigenen GPUs für die Nutzung der eigenen Metal-API entwickelt wurden.