Intel Elkhart Lake: Zwölf 10-nm-CPUs als Atom, Celeron und Pentium 6000

Volker Rißka 35 Kommentare
Intel Elkhart Lake: Zwölf 10-nm-CPUs als Atom, Celeron und Pentium 6000
Bild: Intel

Intel neue Einsteiger-SoC-Serie Elkhart Lake startet heute mit zwölf Modellen als Pentium, Celeron und Atom in der 6000-Serie mit 4,5 bis 12 Watt. Das industrielle Umfeld wird den Anfang machen, doch von den Pentium J/N und Celeron J/N werden in Kürze auch leicht höher taktende Ableger für Consumer-Lösungen erwartet.

Maximal vier Kerne wird die Einsteigerserie umfassen, der Prozessor-Die entsprechend klein ausfallen – er ist sogar deutlich kleiner als der Chipsatz auf dem gleichen Package. Das liegt auch daran, dass der SoC in 10 nm gefertigt wird, der Chipsatz aber bei 14 nm verbleibt. Versteckt werden beide zusammen stets unter einem Heatspreader und mit den 1.493 Kontaktflächen auf Platinen verlötet, die in vielfältigsten Lösungen angeboten werden.

Deutliche Leistungssteigerungen gegenüber vier Jahre alten CPUs

Die neue Small-Core-Architektur Tremont verspricht gewaltige Leistungszuwächse in der Klasse, allerdings vergleicht sich Intel hier mit dem vier Jahre alten Apollo Lake in Form des J4205, die schnelleren Gemini Lake (Refresh) waren nicht für Embedded-Lösungen gedacht. Basierend auf gleichem TDP-Budget von 10 Watt soll ein neuer Elkhart-Lake-Prozessor bis zu 70 Prozent schneller in Single-Threaded-Anwendungen sein, Mehr-Kern-Lasten über alle vier Kerne noch 50 Prozent flotter bearbeitet werden.

Leistungsprognosen laut Hersteller
Leistungsprognosen laut Hersteller (Bild: Intel)

Auch die Gen11-Grafikeinheit mit 32 EUs Maximalausbau soll an Leistung deutlich zulegen, hier spricht Intel vom Faktor Zwei. Der Vorgänger bot allerdings auch nur maximal 18 EUs, schon vor der Seite her ist der Neuling deutlich überlegen. Gen11 ist die Grafikeinheit, die in Ice-Lake-Prozessoren genutzt wird (10. Generation Core). Intel Xe ist intern Gen12, diese bleibt Tiger Lake (11. Generation Core) bisher vorbehalten.

Aufgebohrt wurde auch der Speichercontroller. Unterstützt werden nun maximal LPDDR4X-4267 und klassische DDR4-3200 im Zwei-Kanal-Modus, die Lösungen für den Embedded-Bereich unterstützen dabei die Fehlerkorrektur ECC, für klassische Desktop- und Mobile-Lösungen ist diese nicht verfügbar. Maximal 64 GByte können addressiert werden.

Elkhart Lake Blockdiagramm
Elkhart Lake Blockdiagramm (Bild: Intel)

Ein Dutzend Modelle zum Start

Zwölf Modelle wird Intel ab heute ausliefern, die in einem TDP-Rahmen von 4,5 bis 12 Watt rangieren. Die Celeron und Pentium dürften in ähnlicher Form in Kürze auch als Jasper Lake für Consumer-Produkte verfügbar werden. Die Angaben beziehen sich dabei auf einen High Frequency Mode und die maximal mögliche TDP der CPUs im BGA-Sockel. Je nach Modell gibt es Abstufungen bei Kernen, Cache, Takt, einem genutzten Turbo – die kleinste Lösung bietet nicht einmal mehr eine GPU.

Modell Kerne Cache Takt/mit Turbo GPU-Takt/mit Turbo TDP
Pentium J6425 4 1,5 MB 1,8 / 3,0 GHz 400 / 850 MHz 10 W
Celeron J6413 4 1,5 MB 1,8 / 3,0 GHz 400 / 800 MHz 10 W
Pentium N6415 4 1,5 MB 1,2 / 3,0 GHz 350 / 800 MHz 6,5 W
Celeron N6211 2 1,5 MB 1,2 / 3,0 GHz 250 / 750 MHz 6,5 W
Atom x6425E 4 1,5 MB 1,8 / 3,0 GHz 500 / 750 MHz 12 W
Atom x6413E 4 1,5 MB 1,5 / 3,0 GHz 500 / 750 MHz 9 W
Atom x6211E 2 1,5 MB 1,2 / 3,0 GHz 350 / 750 MHz 6 W
Atom x6427FE 4 1,5 MB 1,9 / – GHz 400 / – MHz 12 W
Atom x6425RE 4 1,5 MB 1,9 / – GHz 400 / – MHz 12 W
Atom x6414RE 4 1,5 MB 1,5 / – GHz 400 / – MHz 9 W
Atom x6212RE 2 1,5 MB 1,2 / – GHz 350 / – MHz 6 W
Atom x6200FE 2 1,0 MB 1,0 / – GHz N/A 4,5 W

Tiger Lake-U rundet die Palette nach oben ab

Für viele andere Bereiche im IoT- und Embedded-Markt bringt Intel mehr Leistung in Form von Tiger Lake. Dafür zweigt Intel auch das Flaggschiff ab, lässt den 1186G7E aber nicht mehr so hoch takten. Nur noch 4,4 GHz werden als Maximum genannt, die Notebook-Lösung darf bis zu 4,8 GHz anlegen. Im Industrieumfeld mit Temperaturbereichen von -40 bis 100 Grad Celsius und Laufzeiten bis zu einem Jahrzehnt gelten andere Vorgaben als im schnelllebigeren Markt der Notebooks. Ein geringerer Takt ist oft der erste Weg, denn der kann die Lebenserwartung schnell deutlich verlängern.

Intel Tiger Lake für Embedded/Industrial
Intel Tiger Lake für Embedded/Industrial (Bild: Intel)

Neuer Xeon D für Storage und Netzwerk

Elkhart Lake und sein Bruder Jasper Lake werden den kleinen TDP-Bereich und das Einsatzgebiet bis zu maximal vier Kernen abdecken. Snow Ridge respektive Jacobsville mit bis zu 24 Tremont-Kernen gibt es bereits seit dem Frühjahr für Basisstationen. Was fehlt, sind die Zwischenlösungen. Doch hier wird anscheinend kein weiterer small core zum Zuge kommen, neue Xeon D erscheinen auf Basis von Ice Lake, Codename Idaville. Sie wird es in den Ausführungen LCC und HCC, also mit wenigen und vielen Kernen, geben. Sie sind für Storage- und Netzwerklösungen vorgesehen und ersetzen die Modelle Atom C3000 bis Xeon D.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Intel unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühest mögliche Veröffentlichungszeitpunkt.