ColorOS 11: Oppo-Smartphones erhalten Android 11 ab Dezember

Nicolas La Rocco 6 Kommentare
ColorOS 11: Oppo-Smartphones erhalten Android 11 ab Dezember
Bild: Oppo

Oppo will ab Dezember mit der Verteilung von ColorOS 11 auf Basis des neuen Android 11 starten. Hinsichtlich des Funktionsumfangs sei das Betriebssystem mehr an Stock-Android angeglichen worden, erklärt Oppo. Eigene Anpassungen für ColorOS 11 geben dem Nutzer vor allem mehr Gestaltungsoptionen bei Farben oder Always-on-Display.

Die ColorOS-Versionsnummer orientiert sich künftig an Googles Versionsnummer für Android. Oppo will ColorOS 11 zunächst an die aktuellen Flaggschiffe, dann an die Oberklasse und im weiteren Verlauf an Smartphones der Mittelklasse verteilen. Im Detail sieht der Plan vor, folgende Smartphones mit dem Update auf ColorOS 11 zu versorgen:

  • Ab Dezember 2020: Find X2 Pro, Find X2 Pro Automobili Lamborghini Edition, Find X2
  • Ab Q1 2021: Find X2 Neo, Find X2 Neo Lite
  • Später ohne Termin: A72, A52, A91, Reno2 Z, Reno Z, Reno2, Reno 10x Zoom, Reno, A5 2020, A9 2020

Die Angaben beziehen sich auf den europäischen Markt und dort auf frei im Handel gekaufte Geräte sowie solche, die über einen Mobilfunkanbieter erworben wurden. Laut Oppo könne das Update der Smartphones von Mobilfunkanbietern aufgrund zusätzlicher Zertifizierungen aber etwas länger als bei den freien Geräten auf sich warten lassen.

Leistungsoptimierungen auch für Spieler

ColorOS 11 soll allgemein schneller laufen als der direkte Vorgänger ColorOS 7 auf Basis von Android 10. „UI First 2.0“ nennt Oppo die Optimierungen an der Benutzeroberfläche, die mit der eigenen Animations-Engine „Quantum Animation“ einhergehen. Der Hersteller lagert dafür bis zu 45 Prozent mehr Daten in den RAM aus, um diese stets abrufbereit zu halten. Diese Maßnahme soll Reaktionen auf Eingaben um bis zu 32 Prozent beschleunigen und das Halten stabiler Frameraten von je nach Endgerät bis zu 120 FPS um 17 Prozent verbessern. Mit „AI App Preloading“ soll das System vom Nutzungsverhalten des Anwenders lernen und tageszeitabhängig häufig verwendete Apps vorab in den RAM laden. Ähnliches passiert mit „SuperTouch“ für Touch-Eingaben, das ebenfalls Muster im Nutzungsverhalten erkennen soll, um schneller zu reagieren.

Für Spieler führt Oppo einen „Gamer Mode“ ein, der dem Spiel die höchste Priorität zuweist. Darüber hinaus kann sich der Spieler wahlweise und individuell einstellbar von allen anderen Apps und Benachrichtigungen abschotten, in dem eingehende Anrufe und Mitteilungen, Hinweise in der Statusleiste, die Android-Navigationstasten und Gestensteuerung sowie die physischen Tasten am Smartphone blockiert werden.

Übersetzen mit Google Lens

Die weiteren Veränderungen für ColorOS 11 fangen bei Screenshots an, wo Anwender nun mit der Unterstützung von Google Lens Text auf Bildern, Websites und in Apps übersetzen können. Dabei werden alle Sprachen unterstützt, die vom Google-Übersetzer in Google Lens angeboten werden. Nutzer können das Werkzeug nach einem Screenshot oder über die Sidebar aufrufen.

Übersetzen mit Google Lens
Übersetzen mit Google Lens (Bild: Oppo)

Dark Mode und Always-on-Display anpassen

ColorOS 11 bringt viele neue Gestaltungsoptionen mit, angefangen beim Dark Mode, der fortan in drei Abstufungen von Schwarz, Dunkelgrau und Hellgrau zur Auswahl steht. Für den Modus können individuelle Start- und Stoppzeiten festgelegt werden, außerdem kann der Dark Mode mit Sonnenauf- und Sonnenuntergang aktiviert respektive deaktiviert werden.

Anpassbar mit eigenen Mustern und Farben ist künftig auch das Always-on-Display. Den Anfang bildet eine schwarze Leinwand, auf der Nutzer mit verschiedenen Pinseln, Formen und Farben eigene Muster kreieren können, die dann zusammen mit der Uhrzeit und den wichtigsten Benachrichtigungen auf dem Always-on-Display landen.

Hintergrundbilder und Klingeltöne erstellen

Eine ähnliche Möglichkeit steht für Hintergrundbilder zur Verfügung. Aus gespeicherten Fotos kann ColorOS 11 abstrakte Wallpaper mit Farben und Mustern erstellen, die sich an dem Inhalt der Aufnahme ausrichten. Neue Farben stehen auch für das System selbst zur Auswahl. In fünf vorgefertigten Farbschemen können Anwender mit zehn zusätzlichen Farben ihrer Kreativität freien Lauf lassen, um so Bedienelemente, Icons und mehr anzupassen. Auch die eigene Schriftart „Oppo Sans“ lässt sich verändern.

Neben eigenen Hintergrundbildern können eigene Klingeltöne komponiert werden. ColorOS 11 bietet dafür Instrumente, vorgefertigte Töne und unterschiedliche Rhythmen an, mit deren Hilfe eigene Klingeltöne für Anrufe, Nachrichten und andere Hinweise erstellt werden können. Speziell für eingehende Benachrichtigungen von Messengern hat ColorOS 11 eine neue Funktion in petto, die dann zum Einsatz kommt, wenn viele Benachrichtigungen auf einmal auf dem Smartphone eintreffen. Anstatt immer wieder denselben Ton in schneller Reihenfolge zu hören, etwa wenn mehrere WhatsApp-Nachrichten kurz hintereinander eintreffen, macht ColorOS 11 daraus eine Melodie, sodass Benachrichtigungen weniger stören sollen.

Relax App 2.0
Relax App 2.0 (Bild: Oppo)

In den Bereich Audio gehen auch die Anpassungen der Oppo-Relax-App. Die mit ColorOS 7 eingeführte Anwendung für weißes Rauschen wird um Geräusche aus bekannten Großstädten erweitert. Über das „Sound of Cities Project“ hat Oppo Geräusche bekannter Städte gesammelt, sodass sich als entspannende Hintergrundmusik – etwa der Vogelgesang der Stadtparks von Tokio – abspielen lässt.

FlexDrop heißt ein neues Feature, das Apps aus dem Vollbild- in den Fenstermodus versetzt, um ohne Verlassen der einen App den Inhalt einer anderen zu überprüfen. Die Fenster sind frei in der Größe einstellbar und erlauben Drag and Drop untereinander.

FlexDrop
FlexDrop (Bild: Oppo)

Smartphones sollen zwei Updates erhalten

Künftig will Oppo zwei Android-Hauptversionen für Smartphones anbieten. Das mit Android 10 vorgestellte Find X2 Pro (Test) soll im Dezember mit ColorOS 11 (Android 11) versorgt werden und im kommenden Jahr Android 12 erhalten. Sicherheitsupdates seien je nach Geräteklasse im Rhythmus von 60 oder 90 Tagen auch noch nach der letzten Hauptversion geplant. Feste Zusagen für einzelne Smartphones gab es nicht.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Oppo unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühest mögliche Veröffentlichungszeitpunkt.