Fliegende Mobilfunkstationen: Telekom bekämpft weiße Flecken aus der Stratosphäre

Sven Bauduin 118 Kommentare
Fliegende Mobilfunkstationen: Telekom bekämpft weiße Flecken aus der Stratosphäre
Bild: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom und der Technologiepartner Stratospheric Platforms Limited haben zusammen die weltweit ersten erfolgreichen Tests fliegender Mobilfunkstationen für Sprach- und Datenverbindungen via LTE abgeschlossen. Der Bonner Netzbetreiber möchte „Mobilfunk aus der Stratosphäre“ anbieten und damit sein Netz erweitern.

Mobilfunk aus der Stratosphäre

Wie die Telekom bekanntgegeben hat, verliefen mehrere Demonstrationen Anfang Oktober in rund 14 km Flughöhe (Flight Level 450) über Bayern erfolgreich.

Dabei waren Voice-over-LTE-Anrufe (VoLTE), Videoanrufe, Datendownloads und das Web-Browsing auf einem Standard-Smartphone möglich, so die Telekom.

Das Smartphone war während des Tests über die Antennen am Flugzeug mit dem terrestrischen Mobilfunknetz der Telekom Deutschland verbunden“, so das Unternehmen weiter.

Über die Höhenplattform, die sogenannte High Altitute Platform (HAP), konnten bis zu 70 Mbit/s im Down- und bis zu 20 Mbit/s im Uplink erzielt werden. Im Frequenzbereich von 2,1 GHz betrug die Kanalbandbreite dabei 10 MHz.

Weiße Flecken auf der Landkarte schließen

Auf diesem Weg will die Deutsche Telekom zukünftig Funkzellen von bis zu 100 km Durchmesser aus einem mit speziellen Antennen ausgerüsteten Flugzeug erzeugen und so sein bestehendes Mobilfunknetz am Boden ergänzen und weiße Flecken auf der Landkarte schließen.

Wir haben gezeigt, dass wir zukünftig schnelles Internet und Konnektivität überall hinbringen können. Das vereinte Knowhow der SPL mit der Mobilfunk-Kompetenz der Telekom ist die Basis dieser neuen Technologie.

Gerade in Bereichen, die durch klassische Mobilfunkmasten nur schwer zu erschließen sind, werden fliegende Basisstationen eine sinnvolle und kosteneffiziente Ergänzung unseres Mobilfunknetzes sein.

Bruno Jacobfeuerborn, Geschäftsführer der Telekom Tochter Deutsche Funkturm

Für Kunden erfolge der Übergang der Verbindung von einem klassischen Mobilfunkmast zu einer fliegenden Mobilfunkstation dabei „reibungslos und unbemerkt“.

Wasserstoff betriebene Flugzeuge ab 2022

Das Partnerunternehmen Stratospheric Platforms Limited, ein britisches Startup, arbeite mit anderen Unternehmen an der Entwicklung eines „wasserstoffbetriebenen, ferngesteuerten Flugzeugs, der damit verbundenen Kommunikationskapazität und der zugehörigen terrestrischen Infrastruktur“, so die Deutsche Telekom.

Netz in der Stratosphäre noch Zukunftsmusik

Die ersten Flüge mit der neuen Technologie sollen für Mitte 2022 geplant sein, auch wenn Telekom-Chef Tim Höttges abschließend einschränkte, das Netz in der Stratosphäre werde es „nicht heute und auch nicht morgen geben, sondern in fünf bis zehn Jahren“.