OnePlus 8T im Test: 600 Euro sind hier gut angelegt

Nicolas La Rocco 205 Kommentare
OnePlus 8T im Test: 600 Euro sind hier gut angelegt

tl;dr: OnePlus dreht mal wieder an der Preisschraube – diesmal aber nach unten. Mit einem Startpreis von 599 Euro stellt das neue OnePlus 8T ein attraktives Gesamtpaket dar, das vor allem Nutzer anspricht, die sich ein Smartphone mit einem großen, 120 Hz schnellen Display und dem aktuellsten Snapdragon-Prozessor wünschen.

OnePlus hält am halbjährlichen Rhythmus fest und bringt mit dem OnePlus 8T eine Neuauflage des im Frühjahr vorgestellten OnePlus 8 auf den Markt. Eine Neuauflage des OnePlus 8 Pro als OnePlus 8T Pro gibt es diesmal nicht, das hatte das Unternehmen schon im Vorfeld der Ankündigung des Smartphones bestätigt.

Das OnePlus 8T bringt in puncto Hardware abgesehen von einer neuen Ladetechnik eher kleine Veränderungen mit, die zum einen das Design vor allem hinsichtlich der Kamera und den Akku mit etwas größerer Kapazität betreffen. Auch beim Display hat OnePlus nachgebessert und kalibriert es nun bereits ab Werk genauer. Vollständig neu ist hingegen das beschleunigte Aufladen mit Warp Charge 65 und damit bis zu 65 Watt.

Die größeren Veränderungen betreffen ebenso die Software, da das OnePlus 8T das erste Smartphone des Unternehmens ist, das direkt ab Werk mit OxygenOS 11 auf Basis des neuen Android 11 ausgeliefert wird. Seit kurzem steht das Update auch für OnePlus 8 und OnePlus 8 Pro zur Verfügung, bevor im Dezember OnePlus 7, OnePlus 7 Pro, OnePlus 7T und OnePlus 7T Pro an der Reihe sind. Ältere Geräte bis zurück zum OnePlus 6 will der Konzern im Anschluss mit Aktualisierungen versorgen.

Preis und Verfügbarkeit

Nach vielen Jahren der Preissteigerungen dreht OnePlus die entsprechende Stellschraube das erste Mal wieder in die entgegengesetzte Richtung. Kostete das Basismodell des OnePlus 8 im Frühjahr noch 699 Euro, ist das OnePlus 8T mit 599 Euro wieder beim Preis des OnePlus 7T angekommen. Wer mehr RAM oder Nutzerspeicher benötigt, kann zu einer teureren Variante mit 12 GB/256 GB für 699 Euro greifen.

Das OnePlus 8T kann seit der Vorstellung am 14. Oktober über die Website des Unternehmens vorbestellt werden und soll am 20. Oktober in den regulären Verkauf starten. Zur Auswahl stehen die Farben „Aquamarine Green“ (Testgerät) und „Lunar Silver“, wobei letztere matt ausgeführt ist und nur mit 8 GB/128 GB angeboten wird. Für „Aquamarine Green“ stehen hingegen beide Speicherkonfigurationen zur Auswahl.

Technische Daten im Überblick

OnePlus 8T
OnePlus 8
OnePlus 7T
Software:
(bei Erscheinen)
Android 11.0 Android 10.0
Display: 6,55 Zoll
1.080 × 2.400, 402 ppi
AMOLED, HDR, Gorilla Glass 6
Bedienung: Touch, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner
SoC: Qualcomm Snapdragon 865
1 × Kryo 585 Gold, 2,84 GHz
3 × Kryo 585 Gold, 2,42 GHz
4 × Kryo 585 Silver, 1,80 GHz
7 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 855 Plus
1 × Kryo 485, 2,96 GHz
3 × Kryo 485, 2,42 GHz
4 × Kryo 485, 1,80 GHz
7 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 650
587 MHz
Adreno 640
675 MHz
RAM:
8.192 MB
LPDDR4X
Variante
12.288 MB
LPDDR4X
8.192 MB
LPDDR4X
Variante
12.288 MB
LPDDR4X
8.192 MB
LPDDR4X
Speicher: 128 / 256 GB 128 / 256 GB 128 GB
1. Kamera: 48,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,7, AF, OIS
48,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,8, AF, OIS
48,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,6, AF, OIS
2. Kamera: 16,0 MP, f/2,2, AF 12,0 MP, f/2,2, AF, OIS
3. Kamera: 5,0 MP 2,0 MP, f/2,4, AF 16,0 MP, f/2,2, AF
4. Kamera: 2,0 MP Nein
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 16,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,4
16,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,0
2. Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced Pro
↓1.200 ↑150 Mbit/s
5G: NSA/SA Nein
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac/ax
Wi-Fi Direct
802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct
Bluetooth: 5.1 5.0 LE
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo
Weitere Standards: USB 3.1 Typ C, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM
Akku: 4.500 mAh
fest verbaut
4.300 mAh
fest verbaut
3.800 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T): 74,1 × 160,7 × 8,40 mm 72,9 × 160,2 × 8,00 mm 74,4 × 160,9 × 8,13 mm
Schutzart:
Gewicht: 188 g 180 g 190 g
Preis: ab 581 € / ab 694 € 699 € / 799 € 599 €

OnePlus versetzt die Kamera

Die größte Veränderung am Design des OnePlus 8T ist die Neupositionierung des Kameramoduls mit insgesamt vier Linsen. Anstatt die Kameras zentral und untereinander zu positionieren, setzt OnePlus dieses Mal auf ein oben links platziertes Rechteck, das alle Sensoren und den Dual-LED-Blitz aufnimmt. Wie der Hersteller erklärt, schaffe diese Neupositionierung mehr Platz zentral im Gehäuse und ermögliche eine optimierte Konstruktion für Kühlung und Mobilfunkantennen. Ansprechend sieht das OnePlus 8T auch mit dieser Veränderung aus, wenngleich es an Symmetrie verliert und nun mehr dem Design manches Konkurrenz-Smartphones gleicht.

Für das OnePlus 8T spricht ganz abgesehen von dieser Veränderung wieder die durchweg hohe Qualität der Verarbeitung einzelner Bauteile. Tasten sitzen ak­ku­rat im Gehäuse, es gibt keinen Spielraum oder unansehnliche Spaltmaße, die negativ in Erscheinung treten. Auch im Bereich der unteren USB-Typ-C-Buchse oder des Lautsprechers punktet das Smartphone mit sauber ausgefrästen Aussparungen. Darüber hinaus integriert OnePlus mit dem „Alert Slider“ auf der rechten Seite wieder ein cleveres Detail, das einen schnellen Wechsel zwischen den verschiedenen Lautstärkemodi wie Klingelton, nur Vibration oder komplett stumm erlaubt.

IP68 hat nur das Flaggschiff

Nichts hat sich hingegen an der Front des Staub- und Wasserschutzes getan, da die IP68-Zertifizierung weiterhin ein exklusives Merkmal der Pro-Modelle bleibt. Zwar ist auch das OnePlus 8T erneut mit den dafür benötigten Abdichtungen ausgerüstet, die offizielle IP-Zertifizierung fehlt aber. Ein paar Wasserspritzer hier und da sowie der eine oder andere Regentropfen sollen dem Gerät aber keinen Schaden zuführen können.

Ebenfalls Pro-exklusiv, aber für manchen Anwender potenziell sogar Vor- statt Nachteil, ist das nicht zum Rand gebogene Display. Das OnePlus 8T kommt stattdessen wieder mit einem sogenannten 2,5D-Glas, also einem Bildschirm, der wie ein zu volles Wasserglas überzulaufen scheint. Eine echte Krümmung zum Rand hin gibt es aber nicht, Wischgesten in Android können so dennoch einfacher durchgeführt werden.

OLED-Display mit 120 statt 90 Hz

Das AMOLED-Panel hat mit 6,55 Zoll dieselben Abmessungen wie die letzten Jahre, kommt erneut mit 1.080 × 2.400 Pixeln und bietet auch wieder eine erhöhte Bildwiederholfrequenz – nun aber mit 120 statt 90 Hz, die sich auf Wunsch auf 60 Hz reduzieren lassen, um je nach App etwas längere Akkulaufzeiten zu realisieren. Notwendig, um mit dem Smartphone einen vollen Tag zu meistern, ist dieses 60-Hz-Downgrade aber nicht.

Auf technischer Seite bietet das Display ein paar Neuerungen. Zum Beispiel setzt nun auch das günstigere Smartphone im OnePlus-Portfolio auf eine sogenannte „Chip-on-Panel-Bauweise“ (COP), bei der die Komponenten zur Ansteuerung des Bildschirms, die im unteren Bereich mit dem Panel verbunden sind, gefaltet hinter dem Display verstaut werden. Diese Methode war im Smartphone-Segment mit dem iPhone X eingeführt worden und führt nun auch bei OnePlus dazu, dass das „Kinn“ unterhalb des Bildschirms kleiner ausfällt, wenngleich noch keine vollständige Symmetrie zum oberen Bereich hergestellt wurde.

Bildschirm ist besser ab Werk kalibriert

Darüber hinaus führt der Hersteller eine bessere Kalibrierung nach DCI-P3 direkt ab Werk durch. Den primär für Filme im Heimkino entwickelten Standard erfüllt das OnePlus 8T zu 100 Prozent und kommt mit einem Weißpunkt von 6.900 Kelvin auf ein deutlich natürlicheres Weiß als frühere Geräte. Der Kontrast geht aufgrund der AMOLED-Technik gegen unendlich, für die Helligkeit gibt OnePlus punktuell bis zu 1.100 cd/m² in der Spitze an. ComputerBase kann mit dem eigenen Kolorimeter minimal einen Weißanteil von 10 Prozent messen, wo mit Werten von über 850 cd/m² etwas schlechtere Resultate als die Herstellerangabe erreicht werden. Mit über 750 cd/m² bei 100 Prozent „Average Picture Level“ schneidet das OnePlus 8T aber deutlich besser ab als das OnePlus 7T vor einem Jahr und kommt dem OnePlus 8 Pro gefährlich nahe.

Außerdem will OnePlus den Energieverbrauch des Panels reduziert haben, was sich allerdings nur eingeschränkt überprüfen lässt. Zutreffend ist hingegen, dass das OnePlus 8T durchaus sehr lange Akkulaufzeiten etwa beim Streaming erreicht.

OxygenOS 11 mit Always-on-Display

Völlig neu, allerdings mehr auf die Software bezogen als durch Veränderungen an der Hardware umgesetzt, ist die mit OxygenOS 11 eingeführte Unterstützung für ein echtes Always-on-Display (AOD), das sich vielfältig vom Anwender gestalten lässt. Das AOD lässt sich mit elf Zifferblättern gestalten und stellt unter anderem Zeit und Datum, Benachrichtigungen aus verschiedenen Messengern, den aktuellen Akkustatus oder auch einfach nur einen Bildschirmschoner dar. Darüber hinaus stellt OnePlus drei speziell designte Zifferblätter zur Verfügung, die kreative Besonderheiten aufweisen.

Den Anfang dieser speziellen AODs macht das „Insight AOD“, das von der in New York ansässigen Parsons School of Design entworfen wurde und sich um das Thema digitales Wohlbefinden dreht. Indem die Anzahl der Entsperrungen des Smartphones angezeigt wird, soll der Nutzer dazu verleitet werden, eben dies weniger häufig zu tun und stattdessen mehr Zeit im „echten Leben“ zu verbringen. „Insight AOD“ zeigt zudem den aktuellen Sonnenstand auf einer vertikal verlaufenden Linie an und positioniert darauf die aktuelle Uhrzeit. Bei „Canvas AOD“ werden hingegen Porträtaufnahmen aus der Galerie ausgewählt, die dann als simpler Sketch auf dem Sperrbildschirm landen. Beim Entsperren des Smartphones wird ein sanfter Übergang zum echten Bild als Hintergrund durchgeführt. Darüber hinaus kann mit „Bitmoji AOD“ ein in Kooperation mit Snapchat entwickeltes, personalisiertes 3D-Emoji auf dem AOD angezeigt werden.

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