Purism Librem 5: Auslieferung des Linux-Smartphones hat begonnen

Sven Bauduin
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Purism Librem 5: Auslieferung des Linux-Smartphones hat begonnen
Bild: Purism

Die Auslieferung des von Grund auf neu entwickelten und primär auf Sicherheit und Datenschutz ausgelegten Linux-Smartphones Librem 5 mit PureOS von Purism hat begonnen. Mit rund 2,2 Millionen US-Dollar hatte das Smartphone bereits im Jahr 2017 das selbst gesteckte Finanzierungsziel von 1,5 Millionen US-Dollar weit übertroffen.

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Der Allzweck-Computer im Telefonformfaktor

Purism ist ein US-amerikanisches Unternehmen für soziale Zwecke im Bereich der Computertechnologie, eine sogenannte „Social Purpose Corporation“, und sieht im Librem 5 das „weltweit erste freie Smartphone“. Purism bezeichnet sein Smartphone als „Allzweck-Computer im Telefonformfaktor“ und vermarktet dieses regulär zu einem Preis von 799 US-Dollar im eigenen Store als Linux-Smartphone.

Sowohl das Hardware- als auch Softwaredesign des Librem 5 sollen ganz darauf ausgelegt sein, die Privatsphäre des Benutzers zu respektieren und ihm die Kontrolle über Sicherheit und Datenschutz in die eigenen Hände zu legen. Aus diesem Grund nutzt Purism die von KDE und Gnome unterstützte Linux-Distribution PureOS, die ihrerseits auf Debian GNU/Linux basiert, als Betriebssystem.

Das Design zielt auf Datenschutz

Ganz gleich ob Mobilfunkmodem, WLAN-/Bluetooth-Modul, Mikrofon oder Kamera, alle sicherheitsrelevanten Bauteile des Librem 5 lassen sich mit einem sogenannten Kill Switch vollständig von der Stromzufuhr durch den ebenfalls austauschbaren 4.500-mAh-Akku abschneiden.

Durch einen speziellen „Lockdown-Modus“ lassen sich auch alle genannten Hardware-Schalter und zusätzlich auch GPS, der Beschleunigungssensor, das sogenannte Accelerometer, sowie alle weiteren Sensoren deaktivieren.

Desktop-Betriebssystem auf dem Smartphone

Dank spezieller Bibliotheken wie Phosh, Phoc und Squeekboard wurde das gesamte Desktop-Betriebssystem PureOS auf das Smartphone angepasst. Purism arbeitet dabei mit Gnome und KDE zusammen und reicht Software-Anpassungen, wie bei Gnome Web oder dem Linux-Kernel, zurück, anstatt eigene Forks zu pflegen.

Das gesamte Desktop-Ökosystem wurde dabei auf die mobile Plattform hin angepasst, bedient sich nach dem Prinzip eines Rolling Release aber weiterhin am Main-Archiv der Repositorien von Debian-Testing. Alle Hintergründe erklären die Macher in einem Video.

Angeschlossen an einen Monitor lässt sich das Purism Librem 5 zudem als vollwertiger Desktop-PC mit Desktop-Betriebssystem verwenden. In der offiziellen Pressemitteilung zur Auslieferung des Smartphones äußert sich Todd Weaver, CEO von Purism wie folgt über das Librem 5:

Es ist der Höhepunkt des Wunsches der Menschen, eine Alternative zu Android und iOS zu sehen und zu finanzieren, gepaart mit dem Engagement eines Expertenteams, das sich mit Hardware, Kernel, Betriebssystem sowie Anwendungen befasst hat.

Todd Weaver, CEO von Purism

Das Librem 5 wird ab sofort an die ersten Founder ausgeliefert und kann zudem über den Online-Shop von Purism erworben werden. Zum Preis von 799 US-Dollar erhalten Käufer die folgende Hardware:

Purism Librem 5
  • 5,7 Zoll IPS-Display mit 1.440 × 720 Pixeln
  • Quad-Core-System-on-a-Chip i.MX 8M mit 1,5 GHz
    • ARM Cortex-A53, 1× ARM Cortex M4F, 1× ARM Cortex-GPU
  • 3 GB LPDDR4-Arbeitsspeicher
  • 32 GB eMMC-Festspeicher (erweiterbar per microSD)
  • Wi-Fi 802.11 ac/a/b/g/n und Bluetooth 4.2
  • 13 MP Hauptkamera, 8 MP Selfie-Kamera
  • Akku mit 4.500 mAh Nennleistung
  • PureOS 9.0 („Hephaestus“)

Weitere Informationen liefert die offizielle Website von Purism.