RTX 3080 & 3070 Laptop GPUs im Test: Fazit

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Jan-Frederik Timm
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Hinweis vom 2. Februar 2021: Inzwischen ist auch der Test der GeForce RTX 3060 Laptop GPU auf ComputerBase erschienen. Für Notebook mit Full-HD-Display stellt sie eine sehr interessant, weil mit hoher TGP zumeist nicht langsamere Alternative dar.

RTX 3000 Laptop GPUs sind schneller, aber

Mit den neuen GeForce RTX 3000 Laptop GPUs legt Nvidia die Messlatte für High-End-Gaming-Notebooks abermals höher. Wie hoch, lässt sich in Ermangelung eines Musters mit GeForce RTX 3080 Laptop GPU bei 150+ Watt absolut zwar noch nicht sagen, aber schneller waren Gaming-Notebooks zweifelsohne noch nie.

Zugleich lagen die schnellsten Gaming-Notebooks auch Jahre nicht mehr so weit hinter den schnellsten Gaming-PCs zurück. Mit 105 Watt Verbrauch erreicht die GeForce RTX 3080 Laptop GPU im Test in Ultra HD nur 53 Prozent der FPS der Founders Edition – das Notebook ist lediglich halb so schnell wie der Desktop-PC. Eine GeForce RTX 3080 Laptop GPU mit 150+ Watt dürfte Informationen der Redaktion zufolge noch einmal rund 20 Prozent auf die 105-Watt-Variante im Test obendrauf legen, die Founders Edition wäre dann aber immer noch 60 Prozent voraus.

Der größten mobilen Ausbaustufe wird in diesem Fall Nvidias Strategie, die GeForce RTX 3080 für Gaming-PCs auf dem größten Chip basieren und 320 Watt aufnehmen zu lassen, zum Verhängnis. Konsequent wäre es gewesen, dem Verzicht auf GA102 auch den Verzicht auf die mobile RTX 3080 folgen zu lassen.

Die GeForce RTX 3070 legt deutlich zu

In der Klasse darunter sieht es für die neue Generation nämlich schon besser aus: Die mobile 3070 legt annähernd so zu wie die Desktop-Version, bei der noch ausstehenden 3060 könnte es sogar genau andersherum sein.

Nvidia GeForce RTX 3000 Laptop GPUs im Test
Nvidia GeForce RTX 3000 Laptop GPUs im Test

So hat das Topmodell GeForce RTX 3080 Laptop GPU auf Basis des GA104 mit 105 Watt maximaler Verlustleistung sogar gegen die interne Konkurrenz einen schweren Stand. In Full HD kann sich die GPU quasi gar nicht, in UHD nur um 10 Prozent von der mit 105 Watt konfigurierten GeForce RTX 3070 Laptop GPU absetzen. Damit liegt auch auf der Hand, warum Nvidia nur dieser Variante – in entsprechend dickeren Notebooks – bis zu 150 Watt und optional 16 GB Speicher zugesteht: Das Verkaufsargument, das Enthusiasten und professionelle Anwender ansprechen dürfte, steht dem Topmodell gut.

Zum Start fehlt es weiterhin an Transparenz

Grundsätzlich sehr zu begrüßen ist, dass Nvidia alle mobilen GPUs mit dem Zusatz „Laptop GPU“ im Namen wieder als solche kennzeichnet – die „M“-Versionen sind quasi zurück. Weil die Typenkennungen (3080, 3070 und 3060) dieselben wie im Desktop bleiben und die direkt sichtbare Kennzeichnung besonders stromsparender Versionen („Max-Q“) entfällt, bleibt die Einordnung für weniger versierte Kunden dennoch extrem schwierig, ja in Teilen unmöglich. Nvidia selbst liefert zwar erstmals die maximale Verlustleistung der GPU direkt über die Systemsteuerung des Treibers und will OEMs zu mehr Transparenz bei TGP und Takt verpflichten, bisher halten sich viele Partner aber nicht daran.

Die Transparenz muss aber gelebt werden, sonst hat der Kunde davon nichts und kauft eine GeForce RTX 3080 Laptop GPU mit der Leistung einer GeForce RTX 3070 Laptop GPU in einem anderen System, die in Cyberpunk 2077 nur die Performance eines Gaming-PCs mit GeForce RTX 2060 Super erreicht.

Was macht AMD?

AMD könnte in diesem Jahr ein vergleichbares Schicksal erfahren, wenn es darum geht, welches Leistungsniveau im Notebook welche Bezeichnung erhält. Auch AMD muss theoretisch die größten Big-Navi-Grafikkarten von 300 Watt im Gaming-PC auf Gaming-Notebook-Niveau schrumpfen und dürfte sich mit Nvidias Entscheidung im Zugzwang sehen, die vom PC bekannte Nomenklatur ebenfalls im Notebook zu bringen.

AMD hat erste mobile RDNA-2-Grafikkarten für das 1. Halbjahr 2021 angekündigt. Letzte Gerüchte sprachen von einer Radeon RX 6700 (XT) mit kleinerer Navi-23-GPU, was unterhalb der für die Desktop-Variante kolportierten Navi-22-GPU liegen würde.

XMG Pro 17 und Aero 15 OLED überzeugen

Zu den getesteten Notebooks lässt sich noch kein abschließendes Fazit ziehen, aber schon jetzt festhalten: Das neue XMG Pro 17 im (beim Anbieter) wesentlich schlankeren Gehäuse mit sehr hellem UHD-Display sowie das schon als Vorgänger empfehlenswerte Gigabyte Aero 15 OLED (Test) (beim Anbieter) machen einen sehr guten Eindruck.

Schenker XMG Pro 17 mit Core i7-10870H und GeForce RTX 3080 Laptop GPU
Schenker XMG Pro 17 mit Core i7-10870H und GeForce RTX 3080 Laptop GPU
Gigabyte Aero 15 OLED mit Core i7-10870H und GeForce RTX 3070 Laptop GPU
Gigabyte Aero 15 OLED mit Core i7-10870H und GeForce RTX 3070 Laptop GPU
Asus TUF Dash F15 mit Core i7-11370H und GeForce RTX 3070 Laptop GPU
Asus TUF Dash F15 mit Core i7-11370H und GeForce RTX 3070 Laptop GPU

Nicht mithalten kann da das Asus TUF Dash F15 im neuen Gewand, denn die Kombination aus Tiger Lake-H35 und GeForce RTX 3070 Laptop GPU mit 85 Watt wird dem eigenen Anspruch an viel Leistung im Gaming-Notebook nicht gerecht. Asus hat hier zweifelsohne etwas gewagt, aber gewonnen hat das Konzept dieses Mal nicht.

Wie der Core i7-11370H (Test) in Anwendungen abschneidet, hat sich die Redaktion separat angesehen.

ComputerBase hat Informationen zu den GeForce RTX 3000 Laptop GPUs sowie den Treiber von Nvidia erhalten. Die drei Notebooks kamen zu Testzwecken leihweise unter NDA von den jeweiligen Herstellern. Einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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