Tiefenkameras & Co: Intel gibt RealSense zugunsten des Kerngeschäfts auf

Volker Rißka
13 Kommentare
Tiefenkameras & Co: Intel gibt RealSense zugunsten des Kerngeschäfts auf

Intel schließt seine Abteilung rund um die RealSense-Kameras, die viele Jahre interessante, aber vom Markt kaum umgesetzte Lösungen hervorgebracht hatte. Sie passt nicht zum neuen Geschäftsmodell, welches rund um die Kernthemen von Intel aufgebaut und von dem neuen Foundry-Geschäft unterstützt wird.

Anfang 2014 vorgestellt sollte es einige Zeit dauern, bis die ersten Lösungen auf Intels Kamera mit RealSense bauen konnten. Dell versuchte sich als erstes mit einem Tablet, das Venue 8 7840 (Test) bot mit der Kamera in der Theorie eine Fülle von Möglichkeiten, aber wie so oft klafften auch hier Versprechen und Realität weit auseinander. Am Ende war dies eher ein Beta-Test, für Kunden war die Kamera kaum nutzbar.

In den darauffolgenden Jahren setzen nur noch wenige Hersteller überhaupt auf eine der speziellen Kamera-Lösungen von Intel, Googles Project Tango war noch das größte Aushängeschild für Intel RealSense. Dennoch ging die Entwicklung an neuen Produkten in den Abteilungen weiter, ein Mixed-Reality-Headset unter dem Codenamen Project Alloy sollte erscheinen, aber überlebte nur wenige Monate. Auch Intels Drohnenabteilung setzt mit Problemen auf die Technik und erst zu Beginn dieses Jahres wurde RealSense ID vorgestellt, eine Weiterentwicklung für mehr Sicherheit. Der seinerzeit noch werbende Manager Sagi Ben Moshe verließ Intel bereits vor einigen Wochen – heute ist klar warum. Vom viel beworbenden „Industry Standard“ war RealSense stets weit entfernt.

We are winding down our RealSense business and transitioning our computer vision talent, technology and products to focus on advancing innovative technologies that better support our core businesses and IDM 2.0 strategy

Intel

Der Fokus aufs Kerngeschäft und das Beenden der Ausflüge in Randbereiche steht unter dem neuen CEO Pat Gelsinger weit oben auf der Liste, weshalb das nicht die letzte Abteilung sein dürfte, die auf den Prüfstand kommt. Kunden von RealSense sollen aber weiterhin unterstützt werden, schreibt CRN, wenngleich deren Anzahl nur auf rund ein Dutzend geschätzt wird, die auch nur geringe Stückzahlen abnahmen. Teile der Technologien und Forschungen dürften intern beispielsweise in der Auto-Sparte weiter genutzt werden, Mobileye schwingt sich in den letzten Monaten und Jahren auf, beim Thema Autonomes Fahren groß mitspielen zu wollen.