Intel Alder Lake im Test: Benchmarks in Anwendungen

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Ein rekordverdächtiger Testumfang

Der Testumfang zum Start von Alder Lake suchte seinesgleichen: Nicht nur die zahlreichen Analysen auf den Seiten 1 bis 4, sondern auch die in den nachfolgenden Diagrammen enthaltenen unterschiedlichen Betriebssysteme, TDP-Limits und Arbeitsspeicher-Konfigurationen haben den Testaufwand in rekordverdächtige Dimensionen ansteigen lassen. Drei Redakteure waren fast zwei Wochen im Dauereinsatz, um diesen Artikel zum Start von Intel Alder Lake zu stemmen – und haben gleich auch noch den von Intel nicht bemusterten Core i7 besorgt.

Die neuen K-CPUs: Core i9-12900K, Core i7-12700K und Core i5-12600K
Die neuen K-CPUs: Core i9-12900K, Core i7-12700K und Core i5-12600K

Windows 10 vs. Windows 11

Benchmarks haben gezeigt: Windows 10 ist auch nach einigen Updates noch leicht schneller als Windows 11, sodass in den nachfolgenden Diagrammen die zuletzt mit Windows 10 erhobenen Werte weiterhin enthalten sind. Bei AMD Ryzen 5000 auf Windows 11 zu setzen, um am Ende schlechtere Ergebnisse in den Diagrammen zu haben, kam nicht in Frage, zumal der Hersteller mit dem Patchen von Windows 11 aktuell munter weiter macht.

Eine Ausnahme bildet Intel Alder Lake. Die Architektur setzt offiziell vorrangig auf Windows 11 und wurde nachfolgend explizit mit diesem Betriebssystem getestet. Unterschiede beim Wechsel zu Windows 10 waren in der Redaktion allerdings nicht zu beobachten. Im separaten Artikel 12900K, 12700K & 12600K vs. 11900K und Ryzen 9 5950X im Gaming-Test finden sich auch Benchmarks mit Windows 10 – auch Ryzen 5000 und die 11. Generation Core wurde dort auf beiden Betriebssystemen getestet.

Leistung in Single-Core-Anwendungen

Mit der höheren IPC gepaart mit bis zu 5,2 GHz Takt ist Intel Alder Lake ab sofort wieder die schnellste CPU in Single-Core-Lasten. Insbesondere die beiden neuesten Cinebench-Ableger legen kräftigt zu, ältere Anwendungen zeigen hingegen nicht ganz so große Zuwächse. Auf Platz 1 steht Alder Lake dennoch überall.

Im Durchschnitt sind es 16 Prozent, die der Core i9-12900K vor dem Ryzen 9 5950X liegt, der zuvor auf einem Niveau mit dem Core i9-11900K lag. Gegenüber einem nur drei Jahre alten Core i9-9900K liegt der Core i9-12900K über 40 Prozent in Front.

Diagramme
Performancerating für Anwendungen (Single-Core)
    • Intel Core i9-12900K
      553
    • Intel Core i7-12700K
      531
    • Intel Core i5-12600K
      525
    • AMD Ryzen 9 5950X
      481
    • Intel Core i9-11900K (mit AB)
      479
    • AMD Ryzen 9 5900X
      475
    • AMD Ryzen 7 5800X
      471
    • AMD Ryzen 5 5600X
      449
    • Intel Core i7-11700K
      447
    • Intel Core i5-11600K
      443
    • Intel Core i9-10900K
      409
    • Intel Core i7-10700K
      400
    • Intel Core i9-9900K
      392
    • AMD Ryzen 9 3900XT
      391
    • AMD Ryzen 9 3950X
      387
Einheit: Punkte, Geometrisches Mittel

Leistung in Multi-Core-Anwendungen

In Anwendungen, die alle Kerne des Prozessors auslasten können, folgt auf den Platz an der Sonne direkt der erste Dämpfer für Alder Lake. Gegenüber dem hausinternen Vorgänger sieht es zwar abermals sehr gut aus, gegenüber AMD Zen 3 wiederum nicht: Der AMD Ryzen 9 5950X bleibt der unangefochtene Spitzenreiter.

Gegenüber dem direkten Vorgänger Intel Core i9-11900K gewinnt der Intel Core i9-12900K wiederum 50 Prozent an Leistung, der Effekt aus mehr Threads, höherer IPC und – je nach Benchmark – identischer oder gar noch höherer Leistungsaufnahme wird hier abgebildet.

Deutlich wird darüber hinaus, dass Intel den Core i9 wieder allein an der Spitze sehen will. Nur 50 Prozent der E-Cores beim Core i7 bedeuten mit TDP-Limitierung knapp 15 Prozent Rückstand, ohne Limit sind es noch etwas mehr. In der vorherigen Generation lag der Abstand im schlimmsten Fall nur bei 3 Prozent, der Core i7 war die viel sinnvollere, weil deutlich günstigere Wahl.

Dass der neue Core i7-12700K als zweitschnellstes Modell deutlich hinter dem zweitschnellsten AMD-Prozessor bleibt, dürfte Intel wiederum nicht gefallen. Über den Preis kommt er jedoch zurück ins Spiel: Nicht nur die UVP liegt deutlich niedriger, auch die ersten Shops listen Intels CPU preiswerter.

Diagramme
Performancerating für Anwendungen (Multi-Core)
    • AMD Ryzen 9 5950X
      55
    • Intel Core i9-12900K
      50
    • AMD Ryzen 9 3950X
      48
    • AMD Ryzen 9 5900X
      46
    • Intel Core i7-12700K
      42
    • AMD Ryzen 9 3900XT
      39
    • Intel Core i9-10900K
      35
    • AMD Ryzen 7 5800X
      33
    • Intel Core i5-12600K
      33
    • Intel Core i9-11900K (mit AB)
      33
    • Intel Core i7-11700K
      29
    • Intel Core i7-10700K
      28
    • Intel Core i9-9900K
      27
    • AMD Ryzen 5 5600X
      26
    • Intel Core i5-11600K
      23
Einheit: Prozent, Geometrisches Mittel

Der Core i5-12600K liefert sich in Multi-Core-Apps ein Duell auf Augenhöhe mit dem Ryzen 7 5800X. Auch er hat am Ende einen deutlichen Preisvorteil. Gepaart mit der viel besseren Single-Core-Leistung und der höheren Gaming-Performance steht Intels neue CPU ebenfalls gut im Markt.

Ebenfalls interessant: Der Core i5 liefert jetzt ungefähr so viel Leistung in Mehr-Kern-Anwendungen wie die beiden Core i9 der letzten beiden Generationen, Core i9-11900K und Core i9-10900K. Auch hier gewinnt der kleine Core i5 am Ende in Single-Core-Anwendungen immer und landet in Spielen oft auf mindestens gleichem Niveau. Der neue Core i5 ist den alten Core i9 also vorzuziehen.

Blender als das Vorzeige-Multi-Core-Projekt

Neben dem Rating soll auch noch separat ein Blick auf Blender geworfen werden. Blender ist nicht nur ein vielschichtiges Render-Programm, sondern auch ein extrem guter Test für Prozessoren, die auf viele Kerne und Threads setzen. Er ist sehr fordernd, lastet CPUs bei sehr hohen Leistungsaufnahmen sehr gut aus und reagiert stark auf deaktivierte Kerne oder Threads.

Der neue Intel Core i9-12900K schafft es in diesem Test nicht, den Ryzen 9 5950X zu schlagen, er wird ihm nicht einmal gefährlich. Denn um auf bis zu 15 Prozent heranzukommen, muss der Neuling schon dauerhaft über seinem offiziellen PL1=PL2-Limit rechnen: bei 260 Watt. Gelten die zuletzt regulären Parameter PL1=125 Watt, PL2=241 Watt und Tau = 56 Sekunden, liegt der Core i9 satte 30 Prozent zurück. Der Ryzen 9 5950X arbeitet wiederum mit maximal 142 Watt. Die größte Zen-3-CPU für den Sockel AM4 sucht auch ein Jahr nach ihrer Vorstellung und nach Alder Lake noch ihren Herausforderer.

Wie wichtig die Aufhebung des Limits respektive Anhebung beim Intel Core i9-12900K auf 241 Watt in Anwendungen wie Blender ist, zeigt der Blick auf AMDs zweitbeste CPU, den Ryzen 9 5900X mit 12 Kernen: Ohne den 241-Watt-Betrieb ist die neue Intel-CPU mit 24 Threads (16 × P-Core + 8 × E-Core) langsamer als AMDs 24-Thread-CPU bei 142 Watt.

Blender Benchmark
  • Quick Benchmark:
    • AMD Ryzen 9 5950X
      7:38
    • AMD Ryzen 9 3950X
      8:17
    • Intel Core i9-12900K
      8:53
    • AMD Ryzen 9 5900X
      9:31
    • Intel Core i7-12700K
      10:25
    • AMD Ryzen 9 3900XT
      10:44
    • Intel Core i9-10900K
      11:44
    • Intel Core i9-11900K (mit AB)
      12:56
    • AMD Ryzen 7 5800X
      13:40
    • Intel Core i7-11700K
      14:02
    • Intel Core i5-12600K
      14:11
    • Intel Core i7-10700K
      15:19
    • Intel Core i9-9900K
      15:19
    • AMD Ryzen 5 5600X
      18:18
    • Intel Core i5-11600K
      18:53
Einheit: Minuten, Sekunden

Der Effekt aus dem dauerhaft angehobenem Power-Limit ist allerdings nur beim Core i9 derart ausgeprägt. Der Intel Core i7-12700K verliert unlimitiert (190 Watt) auf limitiert (125 Watt) lediglich sechs Prozent, der Core i5-12600K de facto nichts, denn er arbeitet selbst unlimitiert nur sehr selten über 125 Watt.

Alder Lake unter sich

Verschiedene Power-Modi, unterschiedlicher RAM, selten gab es mehr zu testen. In Anwendungen hat der RAM nahezu keine größeren Auswirkungen, DDR4-3200 ist so schnell wie DDR5, wenn dieser nicht mit den allerschlechtesten Timings gefahren wird. Die Powerlimits spielen vor allem beim Flaggschiff eine Rolle, je kleiner das Modell, desto unwichtiger wird diese Erhöhung und bringt beim Core i5 letztlich gar nichts mehr.

Performancerating für Anwendungen
Performancerating für Anwendungen (Multi-Core)
    • Intel Core i9-12900K (241W) DDR5-4400 CL26
      99
    • Intel Core i9-12900K (w/o LT) DDR5-4800 CL32
      98
    • Intel Core i9-12900K (w/o LT) DDR5-6000 CL40
      98
    • Intel Core i9-12900K (w/o LT) DDR4-3200 CL14
      97
    • Intel Core i9-12900K (241W) DDR4-3200 CL14
      97
    • Intel Core i9-12900K (125/241W) DDR4-3200 CL14
      95
    • Intel Core i7-12700K (w/o LT) DDR5-4800 CL32
      83
    • Intel Core i7-12700K (190W) DDR4-3200 CL14
      83
    • Intel Core i7-12700K (125/190W) DDR4-3200 CL14
      83
    • Intel Core i9-12900K (w/o LT) ohne E-Cores
      76
    • Intel Core i5-12600K (w/o LT) DDR5-4800 CL32
      65
    • Intel Core i5-12600K (125/150W) DDR4-3200 CL14
      65
    • Intel Core i5-12600K (150W) DDR4-3200 CL14
      65
Einheit: Prozent, Geometrisches Mittel
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