Nachfrageboom bleibt: GlobalWafers kann frühstens 2024 wieder Nachfrage decken

Volker Rißka
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Nachfrageboom bleibt: GlobalWafers kann frühstens 2024 wieder Nachfrage decken
Bild: GlobalWafers

Die Hoffnung auf ein schnelles Ende der Halbleiterknappheit zerschlägt sich zusehends. Bis zum Jahr 2024 könnte es demnach dauern, erklärte mit GlobalWafers einer der führenden Anbieter für große Siliziumscheiben. Erst dann hofft man, wieder alle Kundenanfragen voll bedienen zu können.

Der Nachfrageboom bleibt noch länger

Dass es im kommenden Jahr mit echter Besserung noch nichts wird, war zuletzt bereits deutlich geworden. Gebetsmühlenartig versuchen CEOs der großen Konzerne in der IT-Industrie zwar zu beschwichtigen, doch mit jedem neuen Quartalsbericht rutscht der Zeitraum der Besserung der Lieferbarkeiten sogar noch etwas weiter nach hinten. An eine echte Besserung im Jahr 2022 glaubt nun de facto niemand mehr, zumindest im Jahr 2023 könnte es in einigen Bereichen Entspannung geben – so zumindest die Hoffnung aktuell. Eventuell verschiebt sich diese aber im kommenden Jahr nach und nach auf 2024. Fab-Neubauten kommen frühestens dann zum Einsatz, dann ist die Chance auf echte Entspannung vermutlich am größten.

GlobalWafers erklärte am Rande einer Veranstaltung in Taiwan, dass auch das Jahr 2023 komplett ausgebucht sei und man dort die Nachfrage der Kunden nur zu rund 90 Prozent bedienen könne. Erst für 2024 sei wieder etwas Luft vorhanden. Ein echter Nachfragerückgang sei aber auch bis dahin nicht erkennbar, GlobalWafers hat Bestellungen für 3,6 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Viele der eingesessenen Kunden aus den frühen 2000er-Jahren ändern zudem Verträge, noch längere Laufzeiten werden der Normalfall. Waren es bisher bereits zum Teil fünf Jahre, schließen einige Abnehmer nun Verträge über acht Jahre ab – Versorgungssicherheit ist der Schlüssel. Denn wenn es schon bei den Rohlingen hakt, dann geht auch an anderen Stellen nichts mehr.

GlobalWafers hatte zu Beginn dieses Jahres 70 Prozent des deutschen Wafer-Herstellers Siltronic erfolgreich übernommenwenngleich noch immer letzte Behördenfragen ausstehen – und ist damit zur Nummer 2 im Gesamtmarkt aufgestiegen. Das Portfolio umfasst nahezu alles, was mit dem Thema Silizium und Wafer zu tun hat. Die kommenden Jahre wird GlobalWafers 800 Millionen US-Dollar in den Ausbau der Fertigung von 300-mm-Wafer investieren, Siltronic wiederum legte kürzlich den Grundstein für eine gänzlich neue Fabrik in Singapur für 2 Milliarden Euro.

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