AMD Ryzen 7 5800X3D im Test: Leistungsaufnahme, Temperatur und (kein) Overclocking

 3/4
Update 2 Volker Rißka
1.502 Kommentare

ComputerBase ermittelt die Leistungsaufnahme stets in verschiedenen Szenarien. Dabei werden leichte und hohe Lasten sowohl für das gesamte Testsystem als auch zum Teil nur für den Prozessor (Package-Power) selbst dargestellt. Alle Stromspar-Modi sind wie üblich immer aktiviert, daran hängt heutzutage zu einem großen Teil auch der Turbo-Modus.

AMD Ryzen 7 5800X3D
AMD Ryzen 7 5800X3D

Die Leistungsaufnahme in Spielen

Bei einer für Spiele prädestinierten CPU interessiert natürlich auch die Leistung, die dafür aufgewendet werden muss. Hier staunte die Redaktion ebenfalls nicht schlecht, erwartete sie doch nach dem Desaster mit dem Intel Core i9-12900KS (Test) keine Verbesserung, sondern eher einen Aufschlag durch den größeren L3-Cache. Doch weit gefehlt, denn auf zwei unterschiedlichen Mainboards (einmal für diesen Test, einmal für den parallel erschienenen Artikel Gaming-Benchmarks: Ryzen 7 5800X3D vs. 5800X, Core i9-12900K und 12900KS) ergab sich dasselbe Bild: Sowohl auf einem Mainboard von Asus als auch auf einem von MSI mit jeweils identischem BIOS verbraucht der Ryzen 7 5800X3D in Spielen signifikant weniger als der Ryzen 7 5800X.

Leistungsaufnahme der CPUs in Spielen (720p)
Spiel Intel Core i9-12900K
(Durchschnitt/Maximal)
Intel Core i9-12900KS
(Durchschnitt/Maximal)
AMD Ryzen 7 5800X
(Durchschnitt/Maximal)
AMD Ryzen 7 5800X3D
(Durchschnitt/Maximal)
mit Nvidia GeForce RTX 3080 FE
Battlefield V 87 W / 95 W 152 W / 171 W 91 W / 103 W 66 W / 67 W
Borderlands 3 89 W / 101 W 121 W / 133 W 82 W / 92 W 74 W / 75 W
F1 2020 92 W / 109 W 119 W / 129 W 86 W / 94 W 53 W / 56 W
Gears Tactics 94 W / 96 W 132 W / 136 W 82 W / 88 W 57 W / 59 W
Kingdom Come 103 W / 122 W 140 W / 198 W 90 W / 99 W 57 W / 60 W
Metro Exodus 98 W / 100 W 134 W / 137 W 80 W / 84 W 69 W / 70 W
Red Dead Redemption 2 114 W / 124 W 165 W / 175 W 93 W / 97 W 52 W / 56 W
Star Wars 101 W / 113 W 126 W / 152 W 91 W / 96 W 56 W / 58 W
Valorant 106 W / 116 W 150 W / 156 W 92 W / 100 W 63 W / 65 W
Ø 98/108 Watt 138/154 Watt 87/95 Watt 61/63 Watt
mit Nvidia GeForce RTX 3090 Ti OC
Age of Empires IV 62 W / 64 Watt 94 W / 97 Watt 66 W / 70 Watt 42 W / 61 Watt
Battlefield 2042 108 W / 120 Watt 153 W / 162 Watt 86 W / 95 Watt 57 W / 64 Watt
CoD: Vanguard 110 W / 124 Watt 154 W / 169 Watt 92 W / 96 Watt 66 W / 72 Watt
Cyberpunk 2077 133 W / 141 Watt 191 W / 203 Watt 84 W / 88 Watt 59 W / 63 Watt
Death Stranding 135 W / 145 Watt 199 W / 205 Watt 84 W / 94 Watt 58 W / 69 Watt
Dying Light 2 114 W / 118 Watt 166 W / 172 Watt 91 W / 95 Watt 69 W / 73 Watt
Far Cry 6 98 W / 102 Watt 141 W / 148 Watt 77 W / 81 Watt 52 W / 56 Watt
Ghostwire: Tokyo 114 W / 120 Watt 165 W / 179 Watt 86 W / 91 Watt 67 W / 70 Watt
God of War 91 W / 110 Watt 126 W / 160 Watt 76 W / 86 Watt 49 W / 65 Watt
Guardians of the Galaxy 103 W / 109 Watt 146 W / 160 Watt 84 W / 88 Watt 59 W / 63 Watt
Resident Evil Village 106 W / 112 Watt 152 W / 161 Watt 84 W / 92 Watt 62 W / 66 Watt
Tiny Tina's Wonderlands 84 W / 100 Watt 123 W / 138 Watt 77 W / 82 Watt 56 W / 57 Watt
Ø 105/114 Watt 151/163 Watt 82/88 Watt 58/65 Watt
720p, CPU Package Power, 5800X/5800X3D sowie 12900K/12900KS auf identischem Mainboard und BIOS

Schlichtweg beeindruckend sind die Verbrauchswerte der reinen CPU. Die angepasste Spannung und der abgesenkte Takt spielen hierbei eine Rolle. In Anbetracht der Entwicklung der Leistung ist das Resultat aber noch beachtlicher. Denn bei allen Spielen steigt zugleich die Performance deutlich an. Extrembeispiel ist zum einen Ghostwire: Tokyo, wo der Ryzen 7 5800X3D gegenüber dem Ryzen 7 5800X um 39 Prozent voraus ist – bei zusätzlich noch mehr als einem Viertel geringerem Leistungsbedarf. Kingdom Come untermauert die Erkenntnisse mit 40 Prozent Leistungszuwachs im eigenen Haus bei sogar mehr als einem Drittel geringerem Energiebedarf.

Unterm Strich gewinnt AMDs neuester Prozessor 15 Prozent an Leistung im eigenen Hause und spart dazu noch 25 bis 30 Prozent Energie ein. Die CPU ist damit das komplette Gegenteil zum Intel Core i9-12900KS, der in bestimmten Spielen mehr als das Doppelte aufnimmt, um 3 Prozent schneller zu sein.

Ursache ist die gesenkte Versorgungsspannung der CPU, damit der 3D V-Cache nicht gefährdet wird. Darüber hinaus ist denkbar, dass die CPU Energie spart, weil sie seltener mit dem RAM kommuniziert. Und beide Effekte werden durch den Stromverbrauch des 3D V-Cache nicht überkompensiert.

Leistungsaufnahme Leerlauf und Single-Core

Auf dem Windows-Desktop verhält sich der AMD Ryzen 7 5800X3D wie jeder andere Ryzen 5000. Die Leistungsaufnahme ändert sich nicht. Bei Teillast ist sie geringer, was in jedem Fall auch dem niedrigeren Takt geschuldet ist.

Leistungsaufnahme
Leistungsaufnahme – Leerlauf (Steckdose)
    • AMD Ryzen 7 5700G
      38
    • Intel Core i5-12500 (wo LT)
      42
    • Intel Core i9-9900K
      43
    • Intel Core i5-12400 (wo LT)
      43
    • Intel Core i5-12600K (125/150W)
      44
    • Intel Core i7-12700K (125/190W)
      45
    • Intel Core i7-10700K
      45
    • AMD Ryzen 7 5800X3D
      46
    • AMD Ryzen 7 5800X
      47
    • Intel Core i9-10900K
      47
    • Intel Core i9-12900 (65/202W)
      52
    • Intel Core i9-12900K (241W)
      54
    • AMD Ryzen 9 5900X
      55
    • AMD Ryzen 9 5950X
      56
    • Intel Core i9-12900KS (241W)
      56
    • Intel Core i9-11900K (125/250 LT)
      56
    • Intel Core i7-11700K (w/o LT)
      65
Einheit: Watt (W)

Leistungsaufnahme Multi-Core

Dass die TDP-Einstufung von 142 Watt inklusive des Overheads für den Turbo-Modus nicht eine beliebig ausgewählte Ziffer ist, zeigen Multi-Core-Anwendungen. Denn wird der AMD Ryzen 7 5800 X3D mit AVX maximal gefordert, will er unter voller Last auch diese Leistung haben. Als Spitzenverbrauch konnten 133 Watt ermittelt werden, wobei auch hier stets TDC oder EDC bremst, bevor die 142 Watt erreicht werden.

Doch ohne AVX in Prime95 ist die CPU auch in Anwendungen sparsamer als der Ryzen 7 5800X unterwegs. Deutlich sichtbar wird es in Cinebench R20 wie auch in Blender. Rund 20 Watt weniger nimmt der Ryzen 7 5800X3D bei geringerer Spannung auf niedrigerem Takt trotz mehr L3-Cache auf. In CB R20 erkauft sich der AMD Ryzen 7 5800X am Ende mit 15 Prozent mehr Energie ein nur vier Prozent besseres Ergebnis gegenüber dem neuen AMD Ryzen 7 5800X3D. Hier zeigt der Neuling eine deutlich verbesserte Effizienz.

Leistungsaufnahme
Leistungsaufnahme – CB R20 MC (Steckdose)
    • Intel Core i9-12900 (65/202W)
      137
      Peak 312 W, dann greift PL1
    • Intel Core i5-12400 (wo LT)
      137
    • AMD Ryzen 7 5700G
      140
    • Intel Core i5-12500 (wo LT)
      148
    • AMD Ryzen 7 5800X3D
      173
    • Intel Core i5-12600K (125/150W)
      193
    • AMD Ryzen 9 5950X
      199
    • AMD Ryzen 7 5800X
      199
    • Intel Core i9-9900K
      211
    • AMD Ryzen 9 5900X
      213
    • Intel Core i7-10700K
      221
    • Intel Core i7-12700K (125/190W)
      251
    • Intel Core i7-11700K (w/o LT)
      267
    • Intel Core i9-11900K (125/250 LT)
      287
    • Intel Core i9-10900K
      287
    • Intel Core i9-12900K (241W)
      342
    • Intel Core i9-12900KS (241W)
      368
Einheit: Watt (W)

Temperaturen unter Last

Ein einziger CPU-Die, der 105 Watt TDP abführen darf (oder im Alltag sogar rund 140 Watt), sorgt auch beim X3D wie bisher beim Ryzen 7 5800X für die höchsten Temperaturen im Ryzen-5000-Portfolio. 90 °C als Maximum mit gutem Noctua-NHD15-Kühler bleiben viel, sind aber keinesfalls besorgniserregend.

Temperatur der CPUs
  • Tctl bei Prime95 29.8 (Small FFTs max. Power/Heat):
    • Intel Core i9-11900K (125/250 LT)
      52,0
      Peak 79 Grad, dann greift PL1
    • Intel Core i7-12700K (125/190W)
      62,0
      Peak 87 Grad, dann greift PL1
    • AMD Ryzen 9 5950X
      64,0
    • Intel Core i5-12500 (wo LT)
      66,0
    • Intel Core i5-12400 (wo LT)
      66,0
    • AMD Ryzen 9 5900X
      68,0
    • AMD Ryzen 7 5700G
      68,0
    • Intel Core i5-12600K (125/150W)
      74,0
      Peak 79 Grad, dann greift PL1
    • AMD Ryzen 7 5800X
      90,0
    • AMD Ryzen 7 5800X3D
      91,0
    • Intel Core i7-10700K
      91,0
    • Intel Core i9-10900K
      92,0
    • Intel Core i9-9900K
      92,5
    • Intel Core i7-11700K (w/o LT)
      93,0
    • Intel Core i9-12900K (241W)
      96,0
    • Intel Core i9-12900KS (241W)
      101,0
Einheit: °C

Overclocking und Undervolting

Der AMD Ryzen 7 5800X3D ist seit Jahren wieder einmal eine CPU des Herstellers, die nicht übertaktet werden kann. An der Stelle ist dem Produkt der „Betastatus“ anzumerken. Der Hersteller gibt die Stellschrauben einfach nicht aus der Hand, da sie dem Produkt zu schnell Schaden zufügen könnten. Allen voran ist das die Spannung, die nicht verändert werden sollte, in vielen Auto-OC-Szenarien aber oft schnell ebenfalls höher ans Werk gehen kann.

Auch vom seit zwei Tagen von einigen Medien aufgegriffenen BCLK-Overclocking kann an der Stelle nur abgeraten werden. Erstens klappt das aktuell ohnehin auf nur sehr wenigen Boards, darüber hinaus riskiert man schnell Fehler, die weit über die CPU hinausgehen. Im Testsystem klappte nicht einmal die Erhöhung über 102 MHz, die das System bereits beim Bootvorgang hängen ließ. Aber es ist mit Absicht kein Overclocking-Board gewählt worden, sondern eins aus der goldenen Mainstream-Mitte.

Was bleibt, sind zwei Dinge, die dennoch vom Kunden angefasst werden dürfen. Der Takt des Infinity Fabric, der sogenannte IF Clock, kann nach oben gesetzt werden und natürlich wird auch schnellerer Speicher als DDR4-3200 unterstützt. Mit beiden lassen sich schnell und relativ problemlos noch einige Prozent an Leistung in gewissen Szenarien gewinnen. Die Probe im ComputerBase-Testsystem ergab: DDR4-3800 mit scharfen Timings im begehrten 1:1:1-Modus lief problemlos. Und hier dürfte noch nicht ganz das Ende der Fahnenstange erreicht sein.

AMD Ryzen 7 5800X3D mit DDR4-3800 CL14 im 1:1:1-Modus
AMD Ryzen 7 5800X3D mit DDR4-3800 CL14 im 1:1:1-Modus

Undervolting geht (noch) nicht

Noch einmal zurück zur Spannung: Sie lässt sich derzeit auch nicht nach unten regulieren, Undervolting ist nicht möglich. Hier sieht sich AMD die Thematik aber noch einmal genauer an, wie der Hersteller auf Nachfrage erklärte. Mittels Curve Optimizer – hier der Verweis auf den sehr guten Artikel der ComputerBase-Community – könnte das in Zukunft also noch möglich werden.

Aktuelle Community-Benchmarks:
- Forza Horizon 6
- Cinebench 2026
Computex 2026 (2.–5. Juni 2026): Alle 75 News auf der Themenseite!
Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Dir gefällt ComputerBase? Lasse dir unsere neuesten Artikel in der Google-Suche ganz oben anzeigen!