Phantom Blade Zero im Test: Fazit

 5/5
Wolfgang Andermahr
77 Kommentare

Das Problem mit dem Steam-Key

Nanu, was ist denn bei den Benchmarks los? Wer sich die Benchmark-Seite ansieht, wird schnell feststellen, dass ein paar Grafikkarten fehlen. Während abgesehen von ein paar Einsteiger-Modellen sämtliche üblicherweise getesteten 3D-Beschleuniger von Nvidia vertreten sind, fehlen auf der Seite von AMD ausgerechnet die aktuellen Modelle Radeon RX 9070 und Radeon RX 9070 XT – und mit Letzterer die derzeit mit Abstand beliebteste AMD-Grafikkarte unter den Lesern.

Das war so nicht geplant, stattdessen kam uns der Publisher und damit auch der Entwickler des Spiels in die Quere. Denn dieser hat kurz vor Abschluss der Testreihen den Test-Key über Steam deaktiviert – ja, wirklich. Damit steht uns Phantom Blade Zero zurzeit nicht mehr zur Verfügung, das Spiel lässt sich nicht mehr starten. Wir versuchen derzeit, einen neuen Vorab-Key für den Test zu erhalten. Bislang ohne Erfolg. Entsprechend bitten wir darum, das Fehlen einiger Grafikkarten-Modelle sowie Testreihen zu entschuldigen.

Ein sehr gutes Spiel mit einer weniger guten PC-Version

Phantom Blade Zero scheint spielerisch ein voller Erfolg zu sein – die Pressestimmen sind entsprechend positiv. Die PC-Version kann an das Niveau dagegen nicht anknüpfen. Diese ist zwar nicht grundsätzlich schlecht, hat aber mit mehreren Problemen zu kämpfen.

Das Positive ist erst einmal, dass die Grafikqualität des Spiels hoch ist. Um einen Grafikknaller handelt es sich zwar nicht und es gibt auch explizite Schwächen, doch das Auge bekommt einiges geboten. Das liegt dieses Mal aber weniger an Raytracing und auch nicht an Pathtracing. Vielmehr sind die grafische Basis und die künstlerische Gestaltung gelungen.

Die optischen Vorteile von Raytracing sind dagegen gering. Ja, größere Wasserstellen sehen besser aus. Sonst bringen die RT-Reflexionen und RT-Schatten aber eher nur wenig. Immerhin, auf einer GeForce-Karte kosten diese auch kaum etwas, auf einer Radeon dagegen deutlich mehr. Deswegen sollte Raytracing auf einer AMD-Grafikkarte auch gleich abgeschaltet bleiben.

60 FPS werden erreicht ab (Direkt zu den Benchmarks):
Nvidia AMD Intel
2.560 × 1.440 RTX 5070
RTX 4070
RX 9060 XT
RX 7700 XT
X
3.840 × 2.160 RTX 5070 Ti
RTX 4080
RX 9070
RX 7900 XT
X

Der Spiel-Denoiser rauscht zu sehr

Das ist optisch ohnehin besser, denn der Spiel-Denoiser kommt allen voran mit den Schatten überhaupt nicht zurecht. Das hat zur Folge, dass je nach Szene ein Großteil des Bildes massiv rauscht, was sehr störend ist. DLSS Ray Reconstruction ist die Problemlösung für Nvidia-Grafikkarten. Das kostet etwas Leistung, verbessert die Bildqualität aber deutlich. Das konkurrierende FSR Ray Regeneration von AMD gibt es dagegen gar nicht erst. Das sollte es bei modernen Spielen nicht mehr geben. Wird der AI-Denoiser von einem der beiden Hersteller genutzt, sollte auch immer derjenige des anderen eingebaut werden.

Pathtracing bringt deutlich mehr für die Grafik. Sonderlich groß sind die Differenzen aber auch nicht. In den letzten Pathtracing-Spielen hat die Optik mehr von der besseren Beleuchtung profitiert. In Phantom Blade Zero sind die Unterschiede oft gering und nur ab und zu gut zu sehen. Aber immerhin, dafür sind die Leistungskosten von Pathtracing gering. Für die im Spiel Nvidia-exklusive Technologie sind sie sogar erstaunlich gering.

DLSS 4.5 funktioniert sehr gut, FSR 4.1 hat Grafikfehler

Doch auch für Rasterizer-Optik benötigt es eine recht schnelle Grafikkarte beziehungsweise aggressive Upsampling-Modi. Hier zeigen sich DLSS 4 und vor allem DLSS 4.5 allen anderen Technologien überlegen. Das sonst sehr gute FSR Upscaling 4.1 kann dieses Mal nicht mithalten, denn FSR hat äußerst merkwürdige Grafikfehler, die wir so bis jetzt noch nirgends gesehen haben. Das sollten die Entwickler schnellstmöglich angehen. Die übrigen Upsampler, FSR 3.1, XeSS und TSR, liegen qualitativ meilenweit zurück. Die Qualität ist teils erschreckend schlecht.

Bei den Benchmarks liegt bei reiner Rasterizer-Optik AMD Radeon dann überraschend weit vor Nvidia GeForce. Dass eine Radeon RX 9070 GRE in WQHD schneller als eine GeForce RTX 5070 Ti ist, erlebt man auch nicht alle Tage. In Ultra HD gelingt das der Radeon dann nicht mehr, das Ergebnis bleibt aber stark. Vor allem RDNA 4 ist pfeilschnell unterwegs, während Intel Arc sehr langsame Frameraten aufweist. Und mit Raytracing bringt Intel Arc das Spiel gleich zum Absturz. Auch mit Raytracing ist vor allem RX 9000 immer noch zügig unterwegs, GeForce RTX holt aber deutlich auf.

Die PC-Version hat noch Luft nach oben

Die PC-Version hat also einige Baustellen, die teils schon etwas merkwürdig anmuten. Ein so langes Shader-Compiling nervt. FSR 4.1 sollte ohne Grafikfehler funktionieren und FSR Ray Regeneration überhaupt einmal vorhanden sein. Die GeForce-Performance ist verbesserungswürdig und der Spiel-Denoiser kaum zu gebrauchen. Das sind noch nicht alle, aber die schwerwiegendsten Probleme der PC-Version. Ist man von diesen nicht oder nur kaum betroffen, läuft das Spiel mit den entsprechenden Einstellungen durchaus ordentlich.

Phantom Blade Zero im Benchmark-Test
Die technischen Merkmale
Phantom Blade Zero Eigenschaften
Entwickler S-GAME
Publisher S-GAME
Engine Unreal Engine 5.7.4
API DirectX 12
Nvidia Reflex ✓ (nur mit Frame Gen)
Nvidia Reflex 2 Nein
AMD Anti-Lag 2 Unklar
Intel XeLL ✓ (nur mit Frame Gen?)
HDR ✓
Widescreen (21:9) ✓ (Screenshot-Vergleich)
Kantenglättung Nicht vorhanden
Temporales Upsampling
Nvidia DLSS Super Resolution ✓ (DLSS 4.5 für Performance-Modus im Spiel
DLSS 4.5 komplett per Nvidia-App)
Nvidia DLSS Multi Frame Generation ✓ (6×)
Nvidia DLSS Dynamic-MFG ✓
Nvidia DLSS Ray Reconstruction ✓
Nvidia DLSS 5 Neural Rendering Nein
AMD FSR Upscaling ✓ (4.1 im Spiel)
AMD FSR Frame Generation ✓ (4.0 im Spiel)
AMD FSR Ray Regeneration Nein
Intel XeSS Super Resolution ✓ (2.0 im Spiel)
Intel XeSS Frame Generation ✓ (2× im Spiel)
Epic UE TSR ✓
Native Auflösung + Upsampling ✓ (DLAA, FSR + XeSS + TSR Native)
Manuelles Nachschärfen ✓
Direkt zur Upsampling-Analyse
Raytracing
Software-Lumen (UE5) ✓ (Beleuchtung, Reflexionen)
Hardware-Lumen (UE5) Nein
Globale Beleuchtung Nein
Reflexionen ✓
Schatten ✓
Umgebungsverdeckung Nein
Pathtracing ✓
Direkt zur Raytracing-Analyse
60 FPS im Benchmark ab (mit DLSS/FSR)
WQHD RTX 5070 / RTX 4070 / RX 9060 XT / RX 7700 XT
UHD RTX 5070 Ti / RTX 4080 / RX 9070 / RX 7900 XT
Direkt zu den Benchmarks
Release-Datum 29. Oktober 2026
Preis zum Release 60 Euro
70 Euro (Deluxe Edition)

ComputerBase hat Phantom Blade Zero von Nvidia zum Testen erhalten. Das Spiel wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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