Fractal Design Define One im Test: Die Dämmung bleibt, aber vieles ist anders

Jan Wichmann
137 Kommentare
Fractal Design Define One im Test: Die Dämmung bleibt, aber vieles ist anders

Mit dem Define One führt Fractal Design seine altehrwürdige Gehäuseserie fort. Neben der dezenten Einbettung alter Designakzente bleiben überdies alte Tugenden erhalten, wodurch das Gehäuse auch weiterhin eine Geräuschdämmung besitzt. Im Detail ist der damalige Ruhm jedoch beim neuen Modell etwas verflogen, wie der Test zeigt.

Das Fractal Design Define One im Detail

Ein schweres Erbe

Die Define-Serie startete Anfang 2010 mit dem Fractal Design Define R2 (Test) des seinerzeit neuen Gehäuseherstellers Fractal Design. Mit langsam drehenden Lüftern und einer Schallisolierung war die Serie auf einen Silent-Betrieb ausgerichtet. Die schlichte, aber dennoch wertige Front aus zumeist gebürstetem Aluminium sprach über Jahre hinweg eine Vielzahl von Käufern an. Bis ins Jahr 2020 legte Fractal Design das Gehäuse in verschiedenen Varianten, mit kleinen und großen Ablegern, auf, ehe es nach dem Define 7 (Test) vorerst still um die Serie geworden ist.

Liste der ComputerBase-Gehäusetests zur Define-Serie

Nach nunmehr sechs Jahren bricht Fractal Design diese Stille und macht die Define-Serie fit für die Neuzeit. Nach zahlreichen Awards für die Vorgängermodelle klärt dieser Test, ob das neue Define One daran anknüpfen kann.

Fractal Design Define One (Solid)
02.09.2026
  • Sehr gute Verarbeitungsqualität
  • Gehäusedämmung
  • Gutes Platzangebot
  • Gutes Kabelmanagement
  • Verzicht auf bekannte Features

Farben und Varianten

Während der Vorgänger Define 7 in drei Größen mit zahlreichen Modellen aufgelegt wurde, reduziert Fractal Design die Produktpalette beim Define One deutlich. Zur Auswahl steht lediglich eine Größe mitsamt zwei Ablegern, wobei der Nutzer zwischen einem geschlossenen Seitenteil (Solid) und einem Glaselement (TG) wählen kann. Bei der Farbauswahl kann abermals zwischen Schwarz und Weiß gewählt werden.

Fractal Design Define One – Modell- und Preisübersicht
Modell Seitenteil Farbe UVP in Euro Preisvergleich
Define One Dark Solid ohne Seitenfenster Schwarz 154,99 € Bestpreis
Define One Dark TG mit Seitenfenster
dunkel getönt
Schwarz ab 152 Euro
Define One Light Solid ohne Seitenfenster Weiß ab 152 Euro
Define One Light TG mit Seitenfenster
leicht getönt
Weiß ab 152 Euro
Fractal Design Define One – Modellübersicht
Fractal Design Define One – Modellübersicht (Bild: Fractal Design)

Die Preise belaufen sich modellunabhängig auf rund 155 Euro. Das Fractal Design Define One soll zeitnah den Einzelhandel erreichen.

Äußeres Erscheinungsbild

Das Fractal Design Define One kann seine Wurzeln nicht leugnen. Die Designsprache wird beim neuesten Modell schlicht übernommen. Nutzer, die die Vorgänger kennen, werden an vielen Stellen Parallelen erkennen, die das Define One in teils neuer Form gezogen hat.

Eine äußere Kerneigenschaft der Serie ist auch beim One schnell ausgemacht: Eine geschlossene Front mit seitlichen Lufteinlässen. Auch der über alle Serien hinweg verbaute vertikale LED-Streifen und der in Metall gehaltene Power-Knopf sind geblieben.

In diesen Aspekten lebt die Front die Tradition, in drei anderen bricht sie allerdings hart damit:

  1. Eines der optischen Erkennungsmerkmale der bisherigen Define-Modelle war stets eine Frontpartie in gebürsteter Metalloptik, das Define One bietet sie nicht mehr.
  2. Auf eine Fronttür und die damit einhergehende Möglichkeit, ein optisches Laufwerk zu verbauen, wird verzichtet.
  3. Das I/O-Panel wurde beschnitten. Während die letzten Versionen stets vier USB-A-Anschlüsse und teils zusätzlich einen USB-C-Anschluss boten, sind es beim Define One nur noch zwei USB-A- und ein USB-C-Anschluss.

Auch am Deckel wird dem Nutzer die zuvor bestehende Wahl zwischen Lochgitter- und geschlossenem Deckel genommen, denn das Define One kommt ohne Wechselblech daher und setzt einzig auf ein nahezu vollflächig perforiertes Lochgitter.

Fractal Design Define One im Test

Die Seitenelemente sind plan und als kleine optische Besonderheit an den hinteren Enden um die Ecke gebogen. An der Rückseite wird eine Blende für die nach außen verlagerten Kartenverschraubungen sowie ein Netzteil-Bracket geboten.

Am Boden geht das Define One neue Wege und steht nicht auf vier kleinen Füßen, sondern auf einem umlaufenden Sockel, in dem zugleich der Staubfilter des Netzteils eingelassen ist. Er springt mittels Push-to-Open-Funktion elegant nach außen und lässt sich ebenso mühelos wieder einstecken.

Abgesehen von den Änderungen der neuen Generation gegenüber den Vorgängern zeigt sich das Define One bei der äußeren Verarbeitungsqualität makellos. Spaltmaße, Haptik und das gesamte Äußere vermitteln beinahe den Eindruck, als wäre das Gehäuse aus einem Stück gefertigt. Sehr gut!

Innenaufbau und Alltagserfahrungen

Die Seitenelemente lassen sich werkzeuglos mittels Push-Pins öffnen und offenbaren zugleich das verklebte Dämmmaterial. Dicke und Beschaffenheit ähneln dabei denen des Define 7. Auch der Deckel und die Front lassen sich ohne Werkzeug entfernen, wobei zur Demontage der Front zuvor zwei Arretierungen gelöst werden müssen.

Das unter dem Deckel liegende Lüfter-Bracket kann nach Lösen zweier Schrauben entnommen werden, sodass für einen leichteren Einbau auch keine störende Querstrebe im Weg ist.

Auch in der Front ist eine Dämmmatte verklebt. Die seitlichen Lufteinlässe fallen gegenüber den Vorgängern breiter aus, jedoch setzen die vorherigen Generationen auf kleine Streben, während das Define One fortan kleine Lochgitter bietet – optisch fügen sich diese besser ein. In den Einlassstreben sind von innen kleine Staubfilter angebracht, die sich leicht entnehmen und reinigen lassen.

Im Innern selbst setzt das Define One auf ein Zwei-Kammern-Design, bei dem Netzteil und ein Teil der Datenträger unter einer Blende versteckt werden. Die vordere Hardware-Kammer wurde in vielen Punkten auf den aktuellen Standard angepasst. Zum guten Ton gehört dabei ein Grafikkartenarm, der äußerst gut umgesetzt ist, jedoch zur Höhenverstellung von hinten verschraubt ist. Erschwerend hinzu kommt, dass die entsprechenden Schrauben am Mainboard-Träger von einer Kabelhalterung verdeckt werden. Hier torpediert sich das Define gehörig selbst.

Fractal Design Define One im Test

Die großzügige Hardware-Kammer bietet einen großen, gummierten Kabeldurchlass und hält auch Aussparungen für rückwärtige Mainboard-Anschlüsse (Back Connect) bereit – sowohl für entsprechende ATX- als auch für mATX-Platinen. Eine Vorrichtung zur vertikalen Montage der Grafikkarte wird nicht geboten – sowohl das Define R7 als auch das R6 boten diese noch.

Eine Besonderheit, die zumindest noch kein Define-Vorgänger innehatte, zeigt sich im vorderen Bereich. Wie zuletzt beim Fractal Design Pop 2 Air (Test) und Fractal Design Meshify 3 (Test) kommt auch das neue Define mit einer „Luftmulde“ daher, die die in der Front frisch geförderte Luft direkt zur Grafikkarte leiten soll.

Fractal Design Define One im Test
Fractal Design Define One im Test

Im hinteren Bereich kehrt dafür wieder Ernüchterung ein. An gleich mehreren Punkten setzt Fractal Design den Rotstift an. Festplattenkäfig und Lüfter-Hub oder gar ‑steuerung wurden gestrichen. Gleiches gilt für die zuvor bekannte Möglichkeit, Festplatten im vorderen Gehäusebereich einzuhängen.

Aufgrund der frontseitigen Luftmulde können darunter nur noch zwei 2,5"-Laufwerke gesteckt werden. Weitere Festplatten werden wie schon im Meshify 3 mittels Schienen am Mainboard-Träger befestigt. Die zwei im Lieferumfang enthaltenen Schienenpaare nehmen entweder zwei 3,5"- oder bis zu vier 2,5"-Festplatten auf. Zwar ist es löblich, dass diese Schienen-Brackets an mehreren Stellen am Träger verschraubt werden können, jedoch ist die Umsetzung sehr fummelig und bedarf zudem eines Schraubendrehers. Richtige Bracket-Halterungen, wie sie zuvor verbaut wurden, mitsamt Rändelschrauben, wären hier das Mindeste.

Das Kabelmanagement im Define One ist dagegen sehr gut. Neben einigen Ösen und herkömmlichen Klettbindern (auch im Heck) stehen zwei justierbare Halterungen zur Verfügung, die an verschiedenen Punkten am Träger montiert werden können. Die Halterungen können per Druckknauf in der Höhe justiert werden, sodass Kabel eingelegt und dann fest verspannt werden. Simpel und gut gelöst.

Fractal Design Define One im Test

Der Hardware-Einbau verlief mit zwei Ausnahmen weitestgehend unkompliziert. Neben der bereits beschriebenen, umständlichen Höhenverstellung des Grafikkartenhaltearms sorgte die Kabellänge der in der Front verbauten Lüfter zunächst für ein Stirnrunzeln. Hier fehlten gut 30 cm, um die in Reihe gesteckten Lüfter überhaupt mit einem entsprechenden Anschluss zu verbinden. Doch Entwarnung: Dem Lieferumfang liegt eine ausreichend lange 4-Pin-Verlängerung bei.

Belüftungsoptionen

Auch bei den möglichen Lüfterpositionen wurde das neue Define One gegenüber seinen Vorgängern beschnitten. Es können fortan keine Lüfter im Boden verschraubt werden. Ebenso können am Heck nur noch 120-mm-Lüfter verbaut werden – zuvor fanden hier auch 140-mm-Modelle Platz.

AiO-Wasserkühlungen erlaubt das Define One bis zu einer Radiatorengröße von 360 mm. Die reguläre Tiefe für Radiatoren (ohne angesetzte Lüfter) beträgt in der Front 40 mm. Mit der Entnahme der Lüftermulde kann dies auf bis zu 65 mm erhöht werden. Im Deckel können maximal 280-mm-Modelle verbaut werden, damit fällt das Define One kleiner aus als das ebenfalls vorgestellte Fractal Design Summit.

Fractal Design Define One
Fractal Design Define 7
Fractal Design Define R6
Mainboard-Format: E-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Back-Connect
E-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Chassis (L × B × H):
482 × 235 × 500 mm (56,63 Liter)
Schalldämmung
Variante
482 × 235 × 500 mm (56,63 Liter)
Schalldämmung, Seitenfenster
547 × 240 × 475 mm (62,36 Liter)
Schalldämmung, Fronttür
Variante
547 × 240 × 475 mm (62,36 Liter)
Schalldämmung, Seitenfenster, Fronttür
543 × 233 × 465 mm (58,83 Liter)
Schalldämmung, Fronttür
Variante
543 × 233 × 465 mm (58,83 Liter)
Schalldämmung, Seitenfenster, Fronttür
Material:
Kunststoff, Stahl
Variante
Kunststoff, Stahl, Glas
Kunststoff, Stahl
Variante
Kunststoff, Stahl, Glas
Kunststoff, Stahl
Variante
Kunststoff, Stahl, Glas
Nettogewicht:
11,10 kg
Variante
11,30 kg
13,49 kg
Variante
13,45 kg
12,40 kg
I/O-Ports / Sonstiges: 1 × USB 3.1 20 Gbit/s (USB 3.2 Gen 2x2) Type C, 2 × USB 3.0 (USB 3.2 Gen 1), HD-Audio 1 × USB 3.1 (USB 3.2 Gen 2) Type C, 2 × USB 3.0 (USB 3.2 Gen 1), 2 × USB 2.0, HD-Audio
2 × USB 3.0 (USB 3.2 Gen 1), 2 × USB 2.0, HD-Audio, Lüftersteuerung
Variante
1 × USB 3.1 (USB 3.2 Gen 2) Type C, 2 × USB 3.0 (USB 3.2 Gen 1), 2 × USB 2.0, HD-Audio, Lüftersteuerung
Einschübe: 2 × 3,5"/2,5" (intern)
2 × 2,5" (intern)
1 × 5,25" (extern)
7 × 3,5"/2,5" (intern)
2 × 2,5" (intern)
vollmodulare Laufwerkskäfige
1 × 5,25" (extern)
6 × 3,5"/2,5" (intern)
2 × 2,5" (intern)
vollmodulare Laufwerkskäfige
Erweiterungsslots: 7
Lüfter: Front: 3 × 140/120 mm (3 × 140 mm inklusive)
Heck: 1 × 120 mm (optional)
Deckel: 2 × 140/120 mm (optional)
Front: 3 × 140/120 mm (2 × 140 mm inklusive)
Heck: 1 × 140/120 mm (1 × 140 mm inklusive)
Deckel: 3 × 140/120 mm (optional)
Boden: 2 × 140/120 mm (optional)
Front: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional) (2 × 140 mm inklusive)
Heck: 1 × 140/120 mm (optional) (1 × 140 mm inklusive)
Deckel: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Boden: 2 × 140/120 mm (optional)
Staubfilter: Front, Netzteil Deckel, Front, Netzteil, Boden
Kompatibilität: CPU-Kühler: 171 mm
GPU: 368 mm – 393 mm
Netzteil: 180 mm
CPU-Kühler: 185 mm
GPU: 315 mm – 491 mm
Netzteil: 353 mm
CPU-Kühler: 185 mm
GPU: 330 mm – 477 mm
Netzteil: 300 mm
Preis: ab 155 € / ab 152 € ab 152 € / ab 165 € 129,99 € / – / 149,99 €

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

IFA 2026 (4.–8. September 2026): ComputerBase ist vor Ort!
Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Dir gefällt ComputerBase? Lasse dir unsere neuesten Artikel in der Google-Suche ganz oben anzeigen!