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Fractal Design Define One im Test: Testergebnisse, Messwerte und Fazit

 2/2
Jan Wichmann
137 Kommentare

Testsystem und Methodik

Das verwendete Testsystem ist mit einem Ryzen 9 3900X und einer Radeon RX 6800 XT im (ehemals) gehobenen Leistungssegment angesiedelt, um so die Wärmeentwicklung ungeschönt und unter realen Bedingungen zu beobachten. Da ab Werk einzig Frontlüfter verbaut sind, wird außerdem eine Testreihe untersucht, bei der ein Hecklüfter verbaut wurde.

Fractal Design Define One im Test
Fractal Design Define One im Test
Verwendetes Messsystem
Komponente
CPU Ryzen 9 3900X, 105 Watt TDP
Mainboard MSI X470 Gaming M7 AC
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance RGB DDR4-3200
Grafikkarte ASRock Radeon RX 6800 XT Taichi (Länge: 330 mm)
SSD Mushkin Helix-L 1 TB, M.2
CPU-Kühler be quiet! Dark Rock Pro 4 (Höhe: 163 mm)
Netzteil Corsair RM1000e (Tiefe: 140 mm)
Gehäuselüfter ab Werk Front: 3 × Fractal Design Momentum 12 (120 mm, 4-Pin)

Zwei Szenarien und eine Besonderheit

Gegenüber punktuellen Temperaturmessungen zu einem willkürlichen Zeitpunkt werden alle ermittelten Temperaturen und GPU-Lüfter-Drehzahlen im Zeitverlauf protokolliert und dargestellt. Ermittelt werden die Messwerte über einen Zeitraum von 30 Minuten, der vom Start des Spiels Cyberpunk 2077 (WQHD, volle Details) bis zu dessen Beendigung reicht. Dabei werden zwei Betriebsmodi untersucht:

  1. Mit einer Lüfterdrehzahl, die in 30 cm Abstand zur Front bei gemessenen 33 dB(A) liegt und damit als noch flüsterleise zu bezeichnen ist. Jedwedes Nebengeräusch im Raum lässt das Gehäuse aus der Wahrnehmung verschwinden.
  2. Mit höchster Drehzahl der Lüfter, also bei maximaler Gehäuse-Kühlleistung.
Die Testreihen – Fractal Design Define One Solid
Name Front Heck CPU-Kühlerlüfter
01 F – low 3 × Momentum 12
ca. 1.100 rpm
600 rpm
02 F – high 3 × Momentum 12
ca. 1.700 rpm
03 FH – low 3 × Momentum 12
ca. 1.000 rpm
1 × NF-A12
1.000 rpm
04 FH – high 3 × Momentum 12
ca. 1.700 rpm
1 × NF-A12
2.000 rpm
05 FHC – high 3 × Momentum 12
ca. 1.700 rpm
1 × NF-A12
2.000 rpm
1.200 / 1.500 rpm
F = Front / FH = Front+Heck / FHC = Front+Heck+CPU

Lautstärke und Rahmenbedingungen

Damit die CPU-Temperatur ohne den Einfluss einer automatischen Steuerung gemessen werden kann, wird der CPU-Lüfter mit festen 600 U/min betrieben. Die GPU-Lüftersteuerung wird hingegen aktiv gelassen. Im Leerlauf stehen die Lüfter also still. Unter Spielelast versuchen sie die GPU knapp unter der kritischen Zieltemperatur zu halten.

Der Geräuschpegel ohne aktive Geräuschquellen im Raum beträgt 31,4 dB. Die Skalierung der Einheit Dezibel (dB) erfolgt logarithmisch. Das bedeutet, dass eine Steigerung von 10 dB für das menschliche Empfinden etwa einer Verdopplung der Lautstärke entspricht. Die Raumtemperatur betrug zum Testzeitpunkt zwischen 24,0 und 25,0 °C.

Lautstärke nach Betriebsmodus – Front
  • Nur Gehäuse im Leerlauf (33,5 dB entspricht lautlos):
    • 05 Define One, FHC, high
      44,4
    • 04 Define One, FH, high
      43,8
    • 02 Define One, F, high
      43,6
    • 01 Define One, F, low
      33,4
    • 03 Define One, FH, low
      33,3
  • Gesamtsystem unter Last (Spiel):
    • 05 Define One, FHC, high
      44,4
    • 04 Define One, FH, high
      43,9
    • 02 Define One, F, high
      43,8
    • 01 Define One, F, low
      34,5
    • 03 Define One, FH, low
      34,5
Einheit: dB(A)

Bevor es an die Temperaturen geht, gilt der erste Blick wie immer der Lautstärke in den verschiedenen Situationen. Die erste Erkenntnis ist dabei, dass die verbaute Dämmung Wirkung zeigt und die subjektiv wahrgenommene Lautstärke niedrig ausfällt. Die verbauten Lüfter können daher selbst im lautlosen Betrieb mit 1.100 RPM betrieben werden. Die reinen Lautstärkemessungen zeigen indes keine Besonderheiten.

CPU-, VRM-, SSD- und RAM-Temperatur

Trotz Dämmung und geschlossener Front steht das Fractal Define One in Sachen Kühlung gut da. Die CPU-Temperaturen der Testreihe 04 liegen im Mittel bei 57 °C und somit nur etwa 3 °C höher als bei vergleichbaren Gehäusen mit offener Front.

Darüber hinaus zeigt sich, dass von einer Erhöhung der Drehzahl der CPU-Kühlerlüfter (Testreihe 05) alleine die CPU und die Spannungswandler profitieren.

Etwas kurios ist hingegen der Vergleich der lautlosen Testreihen 01 und 03. In allen Bereichen liegen beide Testreihen entweder gleichauf oder es zeigt sich ein klarer Vorteil für die Testreihe 01.

Das Verhältnis blieb bei einem zweiten Durchlauf auf ähnlichem Niveau, sodass festzuhalten ist, dass in dieser Konstellation auf einen Hecklüfter verzichtet werden kann. Dabei ist besonders hervorzuheben, dass in der Testreihe 01 die Frontlüfter schneller (1.100 rpm) drehen, als sie es in Testreihe 03 tun (1.000 rpm).

Diagramme
CPU-Temperatur (Tctl/Tdie)
304050607080°C 150100150200250300350400450500550600650700750800

Unterm Strich sind die erreichten Werte im Mittel als gut zu bewerten. Zum Vergleich: Ein sehr gutes Ergebnis, wie das vom Antec Flux Pro Noctua Edition (Test), läge bei der vergleichbaren Testreihe 04 (also mit gedrosselter CPU-Kühlerdrehzahl) hinsichtlich der CPU-Temperatur zwischen 51 und 52 °C. Einen solchen Wert erreicht das Define One nicht mal unter maximaler CPU-Belüftung – das Opfer für die geschlossene Front.

GPU-Temperatur und -Lüfterdrehzahl

Die Grafikkarte zeigt sich nahezu unbeeindruckt von dem Geschehen in der Front. Das störrische Modell pendelt sich sowohl in den lautlosen Testreihen als auch bei maximaler Lüfterdrehzahl stets in seinem Sweetspot ein, der zumeist zwischen 87 und 90 °C liegt. Hier ist die Kühlleistung nur als durchschnittlich zu betiteln.

Diagramme
GPU-Temperatur
20406080100°C 150100150200250300350400450500550600650700750800

Fazit

Das Fractal Design Define One tritt ein großes Erbe an, denn auch wenn (schallgedämmte) Gehäuse mit geschlossener Front über die letzten Jahre etwas aus der Mode gekommen sind, lieferte das Define in inzwischen sieben Generationen stets zuverlässig das ab, was seit 2010 von der Serie erwartet wurde.

Das neue Fractal Design Define One behält zwar den geschlossenen, schalldämmenden Charakter bei, doch nicht nur beim Namen (Define One statt Define 8) wird ein Bruch mit der bisherigen Serie deutlich. Auch optisch und funktional interpretiert das Define One die Serie neu, viele bekannte Tugenden bleiben dabei auf der Strecke.

Fractal Design Define One im Test
Fractal Design Define One im Test

Was die Define-Serie über Generationen neben Optik und Dämmung ausmachte, war eine gewisse Finesse gepaart mit einem umfassenden Featureset. Das sind beides Punkte, die beim neuen Define One fehlen. Konkret sind die Fronttür, die gebürstete Optik, einige I/O-Anschlüsse, der Lüfter-Hub, flexible Optionen im Innenraum und die Festplattenoptionen nicht mehr mit von der Partie. Geblieben sind die geschlossene Front, die Dämmung und der kleine LED-Streifen.

Patzer leistet sich das Define One keine. Die Kühlleistung ist als durchschnittlich zu bezeichnen und kann trotz geschlossener Front mit manchen offenen Gehäusen mithalten – das passt. Ohne Frage ist das Fractal Design Define One ein gutes Gehäuse, bei dem vor allem die Verarbeitungsqualität stimmt, doch gegenüber den Vorgängern wirkt das One abgespeckt. Das gilt es vor dem Kauf, insbesondere beim geplanten Wechsel von einem Vorgänger, unbedingt zu bedenken.

Fractal Design Define One – Modell- und Preisübersicht
Modell Seitenteil Farbe UVP in Euro Preisvergleich
Define One Dark Solid ohne Seitenfenster Schwarz 154,99 € TBA
Define One Dark TG mit Seitenfenster
dunkel getönt
Schwarz TBA
Define One Light Solid ohne Seitenfenster Weiß TBA
Define One Light TG mit Seitenfenster
leicht getönt
Weiß TBA
Fractal Design Define One (Solid)
02.09.2026
  • Sehr gute Verarbeitungsqualität
  • Gehäusedämmung
  • Gutes Platzangebot
  • Gutes Kabelmanagement
  • Verzicht auf bekannte Features

ComputerBase wurde das Define One leihweise von Fractal Design unter NDA zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin.

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