RTX Spark im Test: Gaming-Leistung
4/6Gaming mit „RTX-Stack“
Wie im Abschnitt Kompatibilität erörtert, laufen schon länger sehr viele Spiele auf Windows 11 on Arm. Doch mit Qualcomms Snapdragon-X(2)-Plattform als einziger aktueller Basis war das in der öffentlichen Wahrnehmung quasi kein Thema.
Ein Grund: Notebooks mit Qualcomm Snapdragon X(2) fristen in den online sichtbaren Kreisen (der Gamer) weiterhin ein Nischendasein. Die Plattform ist unbekannt, die GPU-Leistung relativ gering und von Windows 11 on Arm gab es die letzten Jahrzehnte ebenfalls wenig Positives in Bezug auf Gaming zu vernehmen – so der Leumund, teils zu Recht. Nvidia RTX Spark könnte daran etwas ändern.
Denn RTX Spark bietet nicht nur mehr Leistung als Snapdragon X(2), sondern auch das von Windows 11 x86 seit Jahren bekannte Featureset: Game-Ready-Treiber (GeForce 617.42, entspricht dem aktuellen Treiber), Nvidia App, Nvidia Broadcast oder auch Nvidia Frame View inklusive. Qualcomm hingegen fing bei null an und ist von da aus bisher nicht weit vorangekommen.
Nvidia RTX Spark wiederum setzt auf eine Blackwell-GPU und bietet daher alle Features, die auch GeForce RTX 5000 auf Basis von Blackwell bietet – wenngleich die GPU keinen solchen Namen trägt. Dazu gehören:
- DLSS 5 (Neural Rendering)
- DLSS 4.5 Super Resolution (Upscaling)
- DLSS 4.5 Ray Reconstruction (Raytracing Denoising)
- DLSS Multi Frame Generation (bis 6×)
- DLSS MFG Dynamic
- Nvidia Reflex (nein, auch RTX Spark bringt kein Reflex 2 mit)
Wie beschrieben, zieht Windows 11 on Arm in puncto Gaming-Kompatibilität auch heute nicht schlagartig mit Windows 11 für x86 gleich.
Aber die Plattform wird durch Nvidias Beitritt deutlich aufgewertet und viele Nutzer werden wohl erstmals überhaupt mit dem Gedanken, dass auch auf Windows 11 on Arm gespielt werden kann, in Berührung kommen. Nvidias (Marketing-)Wort hat in diesem Punkt definitiv mehr Gewicht und erreicht zugleich die passende Klientel.
Benchmarks
Aber wie schnell ist RTX Spark N1X im Vollausbau im Asus ProArt P16 im Profil Performance in Spielen jetzt wirklich? Die nachfolgenden Benchmarks verraten es. Durchgeführt wurden sie mit der Standardeinstellung für die Speicherallokation: 30,5 GB der 64 GB waren als Grafikspeicher zugewiesen. Zur besseren Einordnung noch einmal die „vergleichbaren“ GeForce RTX Laptop GPUs im Überblick.
| Modell | GPU | Shader | Speicher, Interface, Bandbreite |
TGP | max. Dynamic Boost 2.0 |
|---|---|---|---|---|---|
| RTX Spark N1X 20 Kerne | N1X | 6.144 | 4-96 GB LPDDR5X 256 Bit 300 GB/s |
45-80 Watt (SoC-TDP) | – |
| RTX 5070 Desktop | GB205 | 6.144 | 12 GB GDDR7 192 Bit 672 GB/s |
250 Watt | – |
| RTX 5070 Ti Laptop | GB205 | 5.888 | 12 GB GDDR7 192 Bit 672 GB/s |
60 – 115 Watt | 25 Watt |
| RTX Spark N1X 18 Kerne | N1X | 5.120 | 4-96 GB LPDDR5X 256 Bit 300 GB/s |
45-80 Watt (SoC-TDP) | – |
| RTX 5070 Laptop 12 GB | GB206 | 4.608 | 12 GB GDDR7 128 Bit 384 GB/s |
50 – 100 Watt | 15 Watt |
| RTX 5070 Laptop | GB206 | 4.608 | 8 GB GDDR7 128 Bit 384 GB/s |
50 – 100 Watt | 15 Watt |
| RTX 4070 Laptop GPU | AD106 | 4.608 | 8 GB GDDR6 128 Bit 256 GB/s |
35 – 115 Watt | 25 Watt |
3DMark Suite
Der Blick auf die synthetischen Benchmarks der 3DMark Suite lässt erst einmal aufhorchen: RTX Spark N1X mit 6.144 Shadern kann sich mit deutlich niedrigerer TDP gegen die RTX 4070 Laptop GPU behaupten und liegt nur geringfügig hinter der GeForce RTX 5070 Laptop GPU zurück. Nur im weniger die GPU fordernden Solar Bay fällt RTX Spark zurück. Ein Fingerzweig? Ja, wie sich in Gears of War: E-Day und Cyberpunk 2077 noch zeigen wird.
Doch zuvor darf auch der Blick auf die Leistung der Snapdragon X2 in 3DMark nicht fehlen. Die SoCs schneiden im 3DMark noch verhältnismäßig gut ab, haben aber gegen RTX Spark nicht den Hauch einer Chance. In Bezug auf Gaming on Windows on Arm öffnet Nvidia also wirklich eine neue Leistungsdimension.
Gears of War: E-Day
In Gears of War: E-Day, das auf RTX Spark als x86-Titel inklusive Epics Easy Anti-Cheat (EAC) mit allen Features lauffähig ist, kann RTX Spark die Position auf Augenhöhe mit RTX 5070 und 4070 Laptop GPU trotz Shader-Vorteil auch im GPU-Limit (UHD) nicht mehr halten und fällt zurück – bis zu 20 Prozent hinter die RTX 5070 Laptop GPU mit weniger Shadern, aber deutlich höherer TDP und Speicherbandbreite.
Mit fallender Auflösung zeigt sich ein weiterer Einflussfaktor: Die CPU in RTX Spark N1X kann die GPU nicht schnell genug mit Daten versorgen und wird zum limitierenden Faktor, der sich schon in 3DMark Solar Bay gezeigt hat. Insbesondere zur mobilen X3D-CPU, aber auch zum schon älteren Ryzen 9 8945HS im Blade 14 wird der Abstand immer größer. Die Ergebnis-Screenshots zeigen den fallenden Einfluss der GPU als limitierender Faktor sehr gut:
Apropos „Gears of War: E-Day läuft problemlos auf Windows 11 on Arm“: Ja, tut es. Nur nach dem Beenden gibt es jedes Mal eine Meldung von Easy Anti-Cheat (EAC). Sie ist inhaltlich aber ohne Belang.
Cyberpunk 2077
Die nachfolgenden Benchmarks in Cyberpunk 2077 mit noch einmal ein paar mehr Vergleichskandidaten greifen in Full HD das CPU-Limit-Thema auf RTX Spark erneut auf.
Der UHD-Lauf eröffnet aber noch eine andere Perspektive: Den beiden dedizierten GeForce mit nur 8 GB Speicher geht selbiger aus, während RTX Spark im Testmuster auf 30,5 GB zurückgreifen kann und bei – zugegeben niedrigen FPS – am Ende sogar vorne liegt. Das ist ein reines Speicherthema.
Was Cyberpunk 2077 auch noch einmal deutlich macht: Snapdragon X(2) hat keine Chance auf der gleichen Plattform gegen Spark und Apples M5 Max bleibt auch in der Praxis schneller. Spiele, die unter macOS laufen, sind ohne externe Tools aber auch heute noch sehr selten anzutreffen.
Leistung im Akkubetrieb
Nvidia hat in Aussicht gestellt, dass RTX Spark im Akkubetrieb die Leistung des Netzbetriebs erreicht. Der Test in Gears of War: E-Day bestätigt das: Nur drei Prozent niedriger liegen die FPS, wenn das Notebook nicht am 140-Watt-Netzteil hängt.
Bei Notebooks mit unter 100 Watt Verbrauch ist das allerdings kein Novum. Hintergrund der gesenkten Leistung im Akkubetrieb ist in der Regel nicht der Wunsch nach längerer Laufzeit die Ursache, sondern dass der Akku selbst die benötigte Leistung gar nicht abgeben kann. Bei Systemen mit niedrigerem Verbrauch ist das hingegen kein Problem.
DLSS 5 in NBA 2K27
Mit dem vollen „RTX-Stack“ unterstützt RTX Spark auch DLSS 5. Und weil Nvidia für den Test des Notebooks vorab bereits die 2. Generation des DLSS-5-Modells in der Arm64-Version mit mehr Leistung bereitstellen konnte, haben wir uns das auch noch angesehen.
Fazit: DLSS 5 läuft, doch ist auf RTX Spark kein Selbstläufer – dafür ist die Leistung des Chips nicht hoch genug. Es gilt also auf die Settings zu achten.
Umso besser, dass das am 16. Oktober in NBA 2K27 generell verfügbare neue DLSS-5-Modell wirklich wesentlich weniger FPS kostet: +29 Prozent FPS gibt es im Durchschnitt, +9 Prozent sind es bei den 1%-Low-FPS.
Zwischenfazit
Nvidia RTX Spark N1X im Vollausbau schneidet im GPU-Limit mit Blick auf die niedrige TDP sehr gut ab. Das Leistungsniveau dedizierter dGPUs der gleichen Klasse mit weitaus höherer TDP wird aber wie erwartet nicht erreicht.
Im CPU-Limit fällt die Leistung gegenüber den Vergleichsnotebooks stärker zurück. Die 20-Kern-Arm-CPU in RTX Spark N1X ist offenkundig der Flaschenhals. Je nach Spiel spielt das weniger oder mehr eine Rolle.
Nichtsdestoweniger hebt RTX Spark das Thema Gaming auf Windows 11 on Arm auf ein Niveau, das es mit Snapdragon X bisher nicht zu erreichen vermochte. Neben der Leistung spielt hierfür das 1:1 von Windows 11 x86 übernommene Featureset inklusive der bekannten Apps eine große Rolle.
- 3DMark Steel Nomad + X
- Cinebench 2026
- Gears of War: E-Day (neu!)
- Apple M1 – M6