RTX Spark im Test: Fazit
6/6„The One PC“ lautet das Motto für Notebooks mit Nvidia RTX Spark. Das eine System, das alles kann: KI, Content Creation und Gaming. Wird Nvidia RTX Spark diesem Ansatz gerecht? Ja, allerdings nicht ohne Einschränkungen. Doch der Reihe nach.
Windows × Arm
RTX Spark nutzt wie Snapdragon X(2) Windows 11 on Arm. Doch wer das zum Anlass nehmen will, direkt den Browser zu schließen, dem sei gesagt: Um die Kompatibilität mit Anwendungen, aber auch Spielen ist es Ende 2026 inzwischen gut bis sehr gut bestellt.
Nvidia profitiert hier von Qualcomms und Microsofts Bemühungen der letzten Jahre und bringt insbesondere in Sachen KI-Tools (llama.cpp, Agenten, ComfyUI etc.), den mit RTX-Technologien ausgestatteten Anwendungen (Adobe, Blender etc. pp.) und Spielen (volles Featureset, mehr Anti-Cheat-Technologien) der Plattform noch einmal einen ordentlichen Schub. Das wird wiederum auch Qualcomm zugute kommen.
Ja, im Einzelfall kann es „on Arm“ weiterhin zu Problemen kommen und wenn es sie gibt, wiegen sie schwer. Aber ein generelles Problem ist Windows 11 on Arm nicht mehr. Wer von Windows auf einen Mac wechselt, schneidet definitiv mehr Zöpfe ab.
Highlight Unified Memory
Das Highlight der neuen Plattform ist zweifelsohne der Wechsel auf Unified oder Shared Memory. War Nvidia im Notebook bisher auf maximal 24 GB VRAM beschränkt, sind jetzt bis zu 96 GB möglich und damit geht in Zeiten von KI und KI-Agenten, aber auch in spezifischen Anwendungen und Spielen deutlich mehr. Nutzer, die allein deshalb zuletzt zu Mac mini oder MacBook Pro gewechselt sind, wissen ein Lied davon zu singen.
Doch Vorsicht: Das Basismodell mit 24 GB zu Preisen ab 2.899 Euro erlaubt es, maximal 8 GB Grafikspeicher fest zuzuweisen. Da Windows 11 mit einigen offenen Apps schnell die als RAM vorgesehenen 16 GB belegt, ist der Vorteil des Shared Memorys gegenüber Systemen mit 16 GB RAM und einer 8-GB-Grafikkarte (aktuell ab 1.300 Euro) klein bis nicht vorhanden. Erst mit der 32-GB-Konfig sind bis zu 16 GB Grafikspeicher sicher nutzbar, die 48-GB-Version hängt mit reservierbaren bis zu 32 GB dann die bisher verfügbaren dGPUs ab.
| Modell | Anteil GPU-Speicher | |
|---|---|---|
| Default | Einstellbar | |
| Nvidia RTX Spark 24 GB | 8 GB | 4 – 8 GB |
| Nvidia RTX Spark 32 GB | 14 GB | 4 – 16 GB |
| Nvidia RTX Spark 48 GB* | 22 GB | 4 – 32 GB |
| Nvidia RTX Spark 64 GB | 30 GB | 4 – 48 GB |
| Nvidia RTX Spark 96 GB* | 46 GB | 4 – 72 GB |
| Nvidia RTX Spark 128 GB | 62 GB | 4 – 96 GB |
| * Zum Start nicht angekündigt, kommen aber auch | ||
Mit dem vollen Featureset
Ein durchaus starkes Argument für RTX Spark ist, dass die Plattform das gesamte von Nvidia bekannte Featureset der Blackwell-Generation mit auf die Windows-on-Arm-Plattform bringt. Angefangen bei CUDA über die DLSS-Technologien in Anwendungen und Spielen ist alles verfügbar, was bis dato auf Windows 11 für x86-CPUs geboten wurde. Ob das Argument zieht, hängt von den individuellen Umständen ab.
Leistung und Effizienz
In Sachen Leistung überzeugt RTX Spark N1X in der großen Ausbaustufe mit Blick auf die TDP (im Test mit bis zu 80 Watt und damit dem zulässigen Maximum) im Vergleich mit der Kombination aus x86-CPU und passender Nvidia-dGPU. Die Effizienz liegt deutlich höher. Diese Kombination aus Leistung und Stromverbrauch gab es von Nvidia bis dato nicht.
Absolut wird dabei maximal die Leistung einer GeForce RTX 5070 Laptop GPU erreicht. Je nach Anwendung liegt RTX Spark N1X aber auch deutlich zurück. Das ist in Anbetracht der TDP nicht schlecht und der breiten GPU zu verdanken. Wer mehr GPU-Leistung benötigt, für den hat RTX Spark in der 1. Generation noch kein Produkt parat.
Die CPU wiederum ist in Anwendungen schnell, kann ihre schon älteren Kerne trotz moderner N3-Fertigung insbesondere gegenüber der Generation M5 und M6 von Apple aber nicht verstecken. Das gilt auch in Bezug auf die Effizienz unter Last.
Aber auch unter geringer Last hat Nvidia allem Anschein nach noch Arbeit vor sich. Das Testmuster in Form des Asus ProArt P16 (trotz des falschen Displays) hat in den Akkulaufzeittests die Erwartungen an eine Arm-Plattform mit 99,9-Wattstunden-Akku nicht erfüllt. Und auch vom Surface Laptop Ultra waren kurz vor Veröffentlichung des Artikels ähnliche Werte zu hören.
Der Schlussstrich
Alles in allem präsentiert sich Nvidia RTX Spark (N1X) nach langem Anlauf als neue, sehr interessante Plattform im Windows-Ökosystem. Ihre Stärken sind das vollständig gebotene Nvidia-Ökosystem in Kombination mit Shared Memory und die für sich genommen hohe Effizienz, die Windows 11 in Zukunft für tiefer im System verankerte, lokal laufende KI-Agenten (Autopilot, OpenClaw, Hermes Agent etc.) nutzen will. Nvidia hat unter Windows dabei mit RTX Spark vorerst die Nase vorne.
Der versammelten Konkurrenz auf einen Schlag die Rücklichter zeigen, kann RTX Spark aber nicht, dafür sind Effizienz und Leistung nicht hoch genug und AMD Gorgon Halo mit 192 GB stemmt noch größere Modelle im Windows-Ökosystem. Auch ist das Portfolio dafür noch zu klein.
Wettbewerbern die Rücklichter zu zeigen, dürfte langfristig auch mit Blick auf Apple Nvidias Ziel sein, Gen 1 ist davon aber noch ein gutes Stück entfernt. Nicht ohne Grund hat wohl auch Nvidia auf dem Event zu RTX Spark vor einer Woche in San Francisco gleich mehrfach betont, dass Spark 1.0 erst der erste Schritt sei.
Preise und Verfügbarkeit
Der größte Schatten über Nvidia RTX Spark ist am Ende – wie bei jedem anderen Hersteller aktuell auch – der Preis. Wenn es alle trifft, trifft es keinen, könne man meinen? Jein.
Denn der hohe Preis schreckt private Konsumenten ab. Nvidias Ansatz „The One PC“ dürfte es bei Ottonormalnutzern daher schwer haben und eher das 1. Drittel im Motto „KI. Create. Play.“ das schlagende Kaufargument einer spitzeren Zielgruppe sein. Wer ein Notebook vorrangig zum Spielen kauft, sollte ohnehin zu den klassischen CPU-dGPU-Kombinationen greifen, die viel günstiger sind.
Notebooks mit Nvidia RTX Spark sind ab dem 16. Oktober im Handel verfügbar, einige Partner hatten bereits vor einer Woche Vorbestellungen entgegengenommen. Die Preise beginnen bei 2.899 Euro für den Surface Laptop Ultra mit 24 GB LPDDR5X und 512 GB großer SSD. Einen echten Grafikspeicher-Kapazitätsvorteil aus Unified Memory bietet diese Konfiguration mit maximal 8 GB VRAM allerdings nicht und 512 GB sind Ende 2026 mit Spielen und KI-Modellen wirklich im Nu belegt.
Vernünftigerweise sollte man unter 32 GByte RAM und 1 TByte den Laden mit einem RTX Spark nicht verlassen. Kostenpunkt: mindestens 3.299 Euro. Das Testmuster Asus ProArt P16 mit 64 GB LPDDR5X und 1 TB großer SSD kostet hingegen 4.299 Euro. Im Vergleich zu Apple nehmen sich die Preise nichts.
| 24 GB | 32 GB | 48 GB | 64 GB | 128 GB | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| N1X | 512 GB | 1 TB | 2 TB | 512 GB | 1 TB | 2 TB | 512 GB | 1 TB | 2 TB | 512 GB | 1 TB | 2 TB | 512 GB | 1 TB | 2 TB | |
| Surface Laptop Ultra | 18C | 2.899 | 3.399 | – | – | 3.759 | – | – | 4.599* | – | – | – | – | – | – | – |
| 20C | – | – | – | – | 4.239 | – | – | – | – | – | 4.959 | 5.439 | – | 6.879 | – | |
| Asus ProArt P14 | 20C | – | – | – | – | 3.299* | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – |
| Asus ProArt P16 | 18C | 2.999 | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – |
| 20C | – | – | – | – | – | – | – | 3.899* | – | – | 4.299* | – | – | – | 6.699* | |
| MSI Prestige N16 Flip AI+ | 20C | – | – | – | – | 3.449* | – | – | – | – | – | 4.749* | – | – | – | 7.999* |
| HP OmniBook Ultra 16 | 18C | – | – | – | – | 2.999* | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – |
| 20C | – | – | – | – | – | 4.299* | – | – | – | – | 4.299* | – | – | 5.799* | – | |
| HP OmniBook X 14 | – | erscheint nicht in Deutschland | ||||||||||||||
| Lenovo Yoga Pro 9n | 18C | – | – | – | 3.329 | 3.299* | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – |
| 20C | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | 4.699* | 5.609 | – | – | 5.939 | |
| Lenovo Yoga 9 2-in-1 | 18C | – | – | – | 3.629 | 3.699* | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – |
| 20C | – | – | – | – | 3.699* | – | – | – | – | – | 4.989 | 5.199* | – | – | – | |
| Dell XPS 16 Creator Edition | – | noch keine Preise bekannt | ||||||||||||||
| Alle Preise „ab“, einige OEMs bieten die Wahl zwischen Windows 11 Home und Pro | ||||||||||||||||
Was bringt die Zukunft?
RTX Spark ist gekommen um zu bleiben, die aktuelle Nvidia-Roadmap ist in diesem Punkt eindeutig. Und es dürfte nicht nur bei einem „N2X“ bleiben.
Es ist davon auszugehen, dass Nvidia das RTX-Spark-Portfolio in Zukunft noch deutlich breiter aufstellen wird. Ob es wie bei Apple in Zukunft verschiedene Klassen (Vanilla, Pro, Max, Ultra) geben wird? Gut möglich, denn aktuell fehlt es der Plattform an noch mehr GPU-Leistung. Und wie wäre es mit einem kleineren N2 für günstigere Systeme ohne KI-Agenten-Ambitionen?
Die Frage, die sich daran anschließt: Wird Nvidia in Zukunft noch dGPUs für Notebooks veröffentlichen, oder ist RTX Spark in Zukunft das Notebook-Angebot des Konzerns – mit eigener Arm-CPU für Windows on Arm und mit x86-Prozessor von Intel für das klassische Windows? Dazu gibt es bisher weder offizielle Verlautbarungen noch Gerüchte.
Es bleibt also spannend, wie die Reise mit RTX Spark, aber auch mit Windows on Arm weitergehen wird.
Was meint ihr?
Was ist eure Meinung zu Nvidia RTX Spark. Wie schneidet es in euren Augen gegenüber bisherigen CPU+dGPU-Kombinationen ab? Wie seht ihr RTX Spark im Vergleich zu AMDs APUs oder Apple Silicon aufgestellt? Was macht die Plattform mehr, was weniger gut? Lasst es uns in den Kommentaren wissen! Und unterstützt uns gerne mit einem deaktivierten Adblocker oder ComputerBase Pro, damit wir den enormen Arbeitseinsatz, den Artikel wie diese uns über Tage abverlangen, auch in Zukunft schultern können!
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel sowie das Testsample Asus ProArt 16 von Nvidia im Rahmen einer Veranstaltung des Herstellers in San Francisco unter NDA erhalten. Die Kosten für Anreise, Abreise und drei Hotelübernachtungen wurden von dem Unternehmen getragen. Eine Einflussnahme des Herstellers auf die oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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