iPhone Duo im Test: Kameras und Fazit

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Nicolas La Rocco
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Das iPhone Duo mag das teuerste iPhone im Portfolio von Apple sein, das bedeutet aber nicht, dass es mit den besten Kameras ausgestattet ist, die Apple zu bieten hat. Das wiederum bedeutet aber nicht, dass sich mit dem iPhone Duo keine guten Fotos schießen lassen. Zumal das faltbare Smartphone eine Reihe ganz eigener Modi bietet, die man nicht bei Geräten wie dem iPhone 18 Pro (Max) findet. Aber der Reihe nach.

Vier Kameras, davon zwei auf der Rückseite

Insgesamt vier Kameras sind im iPhone Duo verbaut, zwei davon auf der Rückseite, eine im Außendisplay und eine weitere im Innendisplay. Apple sagt, dass die rückseitige Hauptkamera ein neues Modell speziell für das iPhone Duo sei. An den Spezifikationen wie 48 Megapixel, f/1.6 oder 26 mm Brennweite gemessen sind Parallelen zur Hauptkamera des iPhone 17 und iPhone Air zu erkennen. Auch die vermutete Sensorgröße von 1/1,56 Zoll spricht dafür. Die Ultra­weit­winkel­kamera mit 13 mm Brennweite, 48 MP, f/2.2 und Autofokus entspricht hingegen ganz offiziell der Ultra­weit­winkel­kamera des iPhone 18 Pro Max.

Wir waren zum Fotografieren tagsüber und abends mit dem iPhone Duo in Berlin unterwegs – bei bedecktem Wetter und somit fernab bester Licht­bedingungen. Wer Fotos mit dem iPhone Duo schießt, erhält dennoch durchweg solide Ergebnisse, die auf den zwei Bildschirmen des Smartphones betrachtet auf Anhieb kaum Schwächen offenbaren, weil man dort eher durch die Fotos blättert, anstatt sie mit der Lupe auf Fehler zu untersuchen. Ja, die Kameras des iPhone Duo schwächeln eher als die des iPhone 18 Pro Max, aber Weit- und Ultra­weit­winkel­kamera liefern zufriedenstellende Ergebnisse.

Das Teleobjektiv vermisst man

Es mangelt dem Kamerasystem eher ein wenig an Flexibilität, obwohl an anderer Stelle neue Optionen hinzukommen. Wer viel und gerne mit einem Tele­objektiv fotografiert, wird mit dem zwei­fachen Zoom auf dem Sensor der Haupt­kamera nicht glücklich. Hier bietet das iPhone 18 Pro einen deutlichen Mehrwert, zumal ein Sensor-Zoom vom Look her nicht gleich­zu­setzen mit einem Tele­objektiv ist. Ein Teleobjektiv ist aber nicht nur Stilmittel, manchmal ist es einfach zwingend notwendig. Im Zoo oder auf Messen, wenn Menschen oder Produkte aus der Ferne fotografiert werden müssen, ist das Teleobjektiv kaum wegzudenken.

Selfies mit der Hauptkamera

Im Gegenzug kann man mit dem iPhone Duo die vielleicht besten Selfies von allen Apple-Smartphones schießen, schließlich lässt sich dafür zur Hauptkamera greifen, für die als Sucher dann das Außendisplay fungiert. Eine weitere neue Funktion ist „Duo Preview“, damit erhält die fotografierte Person eine Vorschau des Motivs und sieht somit dieselbe Vorschau wie die fotografierende Person. Darüber hinaus gibt es mit dem „Blickfang“ einen Modus, der in erster Linie Kinder dazu animieren soll, in die Kamera zu blicken. Apple bedient sich dabei einer Reihe lustiger Snoopy-Animationen.

Selfies mit der Hauptkamera
Duo Preview und Blickfang

Innere Kamera hinter dem OLED-Panel

Neben der Selfie-Kamera auf der Außenseite, die einen quadratischen Sensor nutzt und somit bei jeder Ausrichtung des Smartphones Fotos im Breit- und Hoch­kant­format aufnehmen kann, verbaut Apple auf der Innenseite eine in das Display eingelassene respektive hinter dem OLED-Panel versteckte Kamera. Diese befindet sich tatsächlich hinter der Pixelstruktur, die dafür an dieser Stelle in der Dichte reduziert wurde.

Selfie-Kamera im Außendisplay
Selfie-Kamera im Außendisplay

Aus unserer Sicht war es die richtige Entscheidung, diese Kamera so umzusetzen, anstatt eine weitere Aussparung wie auf der Außenseite in Kauf zu nehmen. Wer gute Selfies schießen will, hat beim iPhone Duo mit der Außen- und Hauptkamera zwei bessere Optionen, und für FaceTime ist der 4-Megapixel-Sensor auf der Innenseite völlig ausreichend. Im Gegenzug bekommen Anwender ein vollflächiges Display ohne störende Elemente. Die gröbere Pixelstruktur lässt sich zwar vor allem bei Schrift in diesem Bereich ausmachen, in den meisten Alltagssituationen geht sie aber komplett unter.

Selfie-Kamera im Display (bewusst hervorgehoben)

Selfies wiederum sollte man nicht mit dieser Kamera aufnehmen, denn Apples Foto-Algorithmen gelingt es nicht vollständig, die Pixelstruktur, durch die der Sensor gucken muss, aus den Aufnahmen heraus­zu­rechnen. Wer in die Aufnahmen zoomt, kann wie eine Art Gittermuster erkennen, das über dem Gesicht von Personen liegt.

Fazit

Zum Hands-on-Termin kurz nach der Ankündigung des iPhone Duo urteilten wir, dass es sich um die beste erste Generation eines faltbaren Smartphones handele, die ein Hersteller bislang abgeliefert hat. Hinter der Headline steckte also einiges an Lob, aber auch der Hinweis, dass es sich eben um die erste Generation handelt, für die man gewisse Kompromisse eingehen muss. Dieses Fazit übertragen wir nun auch auf den vollständigen Test.

Apple macht vieles richtig mit dem iPhone Duo: der Formfaktor sagt zu, die Verarbeitung ist hervorragend, das Testgerät ist bislang nicht von den Problemen betroffen, die im Netz die Runde machen und die Apple auch von offizieller Seite bestätigt hat.

Highlight des iPhone Duo ist eindeutig der matte Innenbildschirm mit sehr gut verstecktem Falz, auch das stufenlos einstellbare und mit hochwertiger Haptik überzeugende Scharnier ist Apple gut gelungen. Das Auf- und Zuklappen ist immer wieder ein schönes Erlebnis und Apps wie Video, Fotos, Spiele, Browser oder Messenger kommen auf dem großen Bildschirm voll zur Geltung.

Auch an der Leistung des Smartphones gibt es nichts auszusetzen, selbst wenn das iPhone 18 Pro die größeren Reserven aufweist. Überraschend gut fallen auch die Batterielaufzeiten aus, vorherige Sorgen bestätigten sich nicht im Test.

Apple iPhone Duo im Test
Apple iPhone Duo im Test

Drei Punkte gibt es dann aber doch, anhand derer man erkennt, dass es sich um das erste iPhone Duo handelt. Das ist zum einen die Software, die noch zum neuen Format aufholen muss. Jeden Tag kommen im App Store neue Apps hinzu, die für das iPhone Duo optimiert sind, man wird aber immer wieder auch Beispiele finden, auf die das noch nicht zutrifft. Das erinnert ein wenig an die Anfänge des iPad oder iPhone 6 Plus und iPhone X. Im Apple-Ökosystem lösen sich solche Probleme für gewöhnlich aber ziemlich schnell in Luft auf, weil Entwickler eher als bei Android Optimierungen veröffentlichen.

Dann wäre da noch das Thema Touch ID – ein Kompromiss, weil Apple Face ID noch nicht unsichtbar hinter beiden Bildschirmen verstecken kann. Weil beim Testen des iPhone Duo, etwa wenn darauf Akkutests liefen, immer wieder auch ein iPhone 18 Pro Max zum Einsatz kam, fällt die Präferenz eindeutig zugunsten von Face ID aus. Die Gesichtserkennung ist schlichtweg praktischer im Alltag, auch weil damit häufiger eine Hand frei bleiben kann.

Dass nur zwei statt drei (rückseitige) Kameras verbaut sind, ist tatsächlich ein eher unterrangiger Kompromiss, doch wer viel mit dem Teleobjektiv fotografiert, wird es auf dem iPhone Duo definitiv vermissen – und auf mich trifft das sowohl beruflich als auch privat zu. Hardware-Einschränkungen wie Face ID und Kameras sind zudem nichts, das sich wie die Software im Laufe der Zeit „von selbst“ für die Besitzer lösen wird.

Das iPhone Duo ist damit ein (faltbares) Smartphone für all diejenigen, die von Stunde Null an diesen neuen Formfaktor und Weg von Apple begleiten möchten, die nicht vor dem ein oder anderen Kompromiss zurückschrecken und dennoch gewillt sind, dafür auch noch sehr viel Geld auf den Tisch zu legen – mehr als für jedes andere iPhone. Der erste große Schritt ist mit dem Duo bereits gemacht, viele weitere werden folgen.

Apple iPhone Duo (512 GB)
30.10.2026
  • Matter Innenbildschirm
  • Kaum sichtbarer Falz
  • Das von Apple gewählte Seitenverhältnis
  • Hohe visuelle Qualität beider Displays
  • Stufenloses Scharnier
  • Gute Batterielaufzeiten
  • Sinnvoll umgesetztes Multitasking
  • Apps werden schnell angepasst
  • Sehr hohe Leistung
  • Gutes Lautsprecher-Layout
  • Drei gute, eine brauchbare Kamera
  • IP68-Zertifizierung (Anwender sollten dennoch Vorsicht walten lassen)
  • Außendisplay kann sich beengt anfühlen
  • Touch ID ist ein Kompromiss
  • Apps müssen teils noch aufschließen
  • Kein Teleobjektiv

ComputerBase wurde das iPhone Duo leihweise von Apple zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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