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BlackBerry Q10 im Test: Die Neuauflage des Klassikers mit Tastatur

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Sasan Abdi
52 Kommentare

Bedienung

Das große Alleinstellungsmerkmal des Q10 ist die Kombination von Touch- und Tastatur-Eingabe, womit die alte Kompetenz von BlackBerry-Geräten eingefangen werden soll. Diese Konservierung hat natürlich handfeste Auswirkungen auf die Bedienung, womit ein weiterer Aspekt in puncto „Mut der Verantwortlichen“ angesprochen wäre. Dieser rührt daher, dass sich die Produktentwickler trauen, die breite Masse der Smartphone-Nutzer umerziehen zu wollen. Letztere wurde insbesondere über die Zugkraft des iPhones über Jahre hinweg zu einer intuitiven Touch-Eingabe erzogen – klar, dass manchem Zeitgenossen die gleichzeitige Nutzung von diesem Paradigma und einer echten Tastatur im Jahr 2013 seltsam vorkommen wird.

Hier hat man es mit einer Glaubensfrage zu tun, die kaum objektiv bewertet werden kann. Einerseits lässt man sagen, dass es sich hierbei um einen unnötigen Bruch in den Bedienlogiken handelt: Von der leichten Touch-Eingabe zum behäbigen Knöpfchendrücken und zurück? Wozu so kompliziert? Andererseits, und hier hat man es nach gut anderthalb Wochen der intensiven Nutzung mit unserer Sichtweise zu tun, ist auch die Feststellung zulässig, dass das Q10 die Vorteile beider Paradigmen kombiniert: Man öffnet den Browser per Touch, schreibt die Adresse flink in die entsprechende Zeile und öffnet die Seite per „Enter“-Taste oder Touch.

Auf eine solche Nutzung muss man sich aber definitiv einlassen. In den ersten Momenten des Umgangs mit dem Q10 kann man förmlich spüren, wie das Gehirn beim Wechsel von Glas auf Tastatur immer wieder erschrickt, was sich in einem extrem kurzen Moment der haptischen Verunsicherung oder zumindest Überraschung ausdrückt.

BlackBerry Q10 - Tastatur
BlackBerry Q10 - Tastatur

Hat man diese Schwelle aber erst einmal überwunden, lässt sich mit dem Q10 fabelhaft schnell arbeiten und navigieren. Dies liegt einerseits an der guten Responsivität des Displays, vor allem aber an der sehr guten Tastatur, die mit einem knackigen Druckpunkt nur so dazu einlädt, in Windeseile E-Mails, Facebook-Nachrichten und anderes zu tippen. Dass man sich an dieser Stelle schnell zurechtfindet, liegt auch am nach wie vor gelungenen vierreihigen QWERTZ-Layout, das ebenfalls ein Erbe der älteren Geschwister ist und immer noch überzeugt.

Dieses Layout unterscheidet sich nur in einem Punkt von der letzten Riege der BlackBerry-Geräte: Auf dem 0-Knopf liegt auch der Start für die solide, aber nicht bahnbrechende Spracheingabe. Besonders ambitionierte Nutzer können so Touch-, Tastatur- und Spracheingabe kombinieren, was mit ein bisschen Übung wirklich gut funktioniert.

Bei allem Lob muss allerdings auch erwähnt werden, dass eine solche Konzeption im Vergleich zur klassischen Touch-Eingabe zumindest bei uns keinen Geschwindigkeitsvorteil mit sich bringt: Eine E-Mail schreibt sich auf Glas mittlerweile genauso schnell wie auf einer echten Tastatur. Allein, auf das Gefühl kommt es an.

Ein weiterer erwähnenswerter Punkt ist, dass mancher alteingesessene BlackBerry-Nutzer ein Trackpad oder Ähnliches verwechselt. Auch wir erwischten uns immer wieder bei dem Versuch, mit dem Daumen mittig nach einem zentralen Steuerelement zu fassen. Eine solche Konditionierung gewöhnt man sich dank des responsiven Displays aber schnell ab.

Gravierender ist da schon, dass man auf den Landscape-Modus verzichten muss. Das typische Smartphonekippen, um Bilder zu zeigen, entfällt also, weil sich ein solcher Vorgang nicht mit einer festen, echten Tastatur verbinden lässt. Hier wird erneut und nicht zum letzten Mal deutlich, dass das Konzept des Q10 seine Vor- und Nachteile hat.

Display

Das Display des Testkandidaten ist, es klang bereits an, gleich in mehrfacher Hinsicht ein Exot: Da ist erstens das ungewöhnliche Seitenverhältnis von 1:1. Zweitens rangiert es bei einer Größe von nur 3,1 Zoll am unteren Ende dessen, was gegenwärtig auf dem Markt angeboten wird. Drittens, und hier handelt es sich um ein BlackBerry-internes Alleinstellungsmerkmal, kommt hier ein Super-AMOLED-Display zum Einsatz, was ein kleines Novum darstellt.

In diesem Zusammenhang setzen die Verantwortlichen auf eine weniger attraktive PenTile-Matrix, was bedeutet, dass Puristen tendentiell bei extrem eingezoomten Inhalten wie schwarzer Schrift auf weißem Grund leichte Ausfransungen erkennen können. Die alte Diskussion um technologiebedingte Unschärfen kann trotzdem vernachlässigt werden, weil sich die Darstellung aufgrund der soliden Auflösung von 720 × 720 Pixeln auf einem hervorragenden Niveau bewegt – bedingt durch die geringe Bildschirmgröße reicht es so für eine Punktdichte von sehr guten 330 ppi.

Und auch bei den Schwarzwerten kann man das Display des Q10 AMOLED-typisch loben, denn hier ist Schwarz wirklich Schwarz. Getrübt wird der sehr gute Eindruck ein wenig durch eine weitere typische Eigenschaft der Technologie: Von der Seite betrachtet lässt sich ein klarer Grünstich erkennen.

BlackBerry Q10 - Display
BlackBerry Q10 - Display
Display-Helligkeit
  • Helligkeit min.:
    • Apple iPhone 5
      4
    • Huawei Ascend G 615
      6
    • HTC Desire C
      10
    • HTC One SV
      10
    • HTC Desire X
      12
    • Sony Xperia T
      12
    • Google Nexus 4
      12
    • HTC One
      13
    • Asus Padfone 2
      15
    • Samsung Galaxy Note II
      16
    • Samsung Galaxy Xcover 2
      16
    • Samsung Galaxy S4
      17
    • Huawei Ascend P1
      17
    • HTC One X+
      18
    • Samsung Galaxy S III
      19
    • Sony Xperia Z
      19
    • Motorola Razr i
      20
    • Samsung Ativ S
      20
      Stufe „niedrig“
    • Huawei Ascend D Quad XL
      22
    • Nokia Lumia 610
      23
    • BlackBerry Z10
      26
    • Huawei Ascend Y300
      32
    • Huawei Ascend Y201 Pro
      34
    • Samsung Galaxy Express
      38
    • Samsung Galaxy S III mini
      41
    • BlackBerry Q10
      41
    • HTC 8X
      45
      Stufe „niedrig“
    • Sony Xperia J
      47
    • Nokia Lumia 920
      57
      Stufe „niedrig“
    • HTC 8S
      64
      Stufe „niedrig“
    • Nokia Lumia 520
      74
      Stufe „niedrig“
    • Nokia Lumia 820
      83
      Stufe „niedrig“
    • Nokia Lumia 720
      90
      Stufe „niedrig“
    • Nokia Lumia 620
      100
      Stufe „niedrig“
    • Nokia Asha 311
      138
      Nicht einstellbar
  • Helligkeit max.:
    • Nokia Lumia 620
      638
      Weißpunkt: ca. 5.800
    • Nokia Lumia 720
      568
      Weißpunkt: ca. 6.700
    • Apple iPhone 5
      544
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • HTC One
      483
      Weißpunkt: ca. 6.600
    • Huawei Ascend D Quad XL
      453
    • Google Nexus 4
      451
      Weißpunkt: ca. 6.600
    • Sony Xperia T
      450
    • HTC One X+
      428
      Weißpunkt: ca. 6.000
    • BlackBerry Z10
      426
      Weißpunkt: ca. 5.500
    • Sony Xperia Z
      402
      Weißpunkt: ca. 6.600
    • HTC 8S
      401
      Weißpunkt: ca. 6.100
    • Asus Padfone 2
      390
    • HTC One SV
      376
      Weißpunkt: ca. 6.500
    • Sony Xperia J
      361
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Nokia Lumia 920
      356
      Weißpunkt: ca. 6.300
    • Samsung Galaxy Xcover 2
      351
      Weißpunkt: ca. 7.400
    • Huawei Ascend G 615
      338
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • HTC 8X
      330
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • Nokia Lumia 610
      327
      Weißpunkt: ca. 5.220
    • Samsung Galaxy S III mini
      319
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Nokia Lumia 820
      314
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • Samsung Galaxy S4
      304
      Weißpunkt: ca. 7.000
    • Huawei Ascend Y201 Pro
      292
      Weißpunkt: ca. 6.400
    • Nokia Lumia 520
      290
      Weißpunkt: ca. 6.500
    • HTC Desire C
      284
      Weißpunkt: ca. 6.300
    • HTC Desire X
      284
      Weißpunkt: ca. 8.100
    • Huawei Ascend P1
      278
      Weißpunkt: ca. 6.500
    • Huawei Ascend Y300
      255
      Weißpunkt: ca. 4.300
    • Samsung Galaxy Express
      247
      Weißpunkt: ca. 6.500
    • Samsung Galaxy S III
      235
      Weißpunkt: ca. 7.000
    • Samsung Ativ S
      227
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Samsung Galaxy Note II
      222
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • Motorola Razr i
      215
      Weißpunkt: ca. 5.900
    • Nokia Asha 311
      138
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • BlackBerry Q10
      120
      Weißpunkt: ca. 6.000
Display-Kontrast
  • Kontrast:
    • Samsung Galaxy S III
      5.000:1
      OLED-Display
    • Huawei Ascend P1
      5.000:1
      OLED-Display
    • Samsung Galaxy Note II
      5.000:1
      OLED-Display
    • Motorola Razr i
      5.000:1
      OLED-Display
    • Nokia Lumia 820
      5.000:1
      OLED-Display
    • Samsung Galaxy S III mini
      5.000:1
      OLED-Display
    • Samsung Ativ S
      5.000:1
      OLED-Display
    • Samsung Galaxy Express
      5.000:1
      OLED-Display
    • Samsung Galaxy S4
      5.000:1
      OLED-Display
    • BlackBerry Q10
      5.000:1
      OLED-Display
    • BlackBerry Z10
      1.520:1
    • Sony Xperia T
      1.320:1
    • HTC One X+
      1.304:1
    • HTC Desire X
      1.290:1
    • Apple iPhone 5
      1.208:1
    • HTC 8S
      1.179:1
    • Nokia Lumia 720
      1.159:1
    • Google Nexus 4
      1.127:1
    • HTC One
      1.097:1
    • Asus Padfone 2
      1.096:1
    • Sony Xperia J
      1.031:1
    • Nokia Lumia 620
      1.029:1
    • Nokia Asha 311
      985:1
    • Huawei Ascend G 615
      938:1
    • Samsung Galaxy Xcover 2
      877:1
    • HTC One SV
      874:1
    • Huawei Ascend D Quad XL
      792:1
    • HTC Desire C
      788:1
    • Nokia Lumia 520
      784:1
    • Huawei Ascend Y201 Pro
      768:1
    • HTC 8X
      733:1
    • Nokia Lumia 610
      726:1
    • Nokia Lumia 920
      693:1
    • Huawei Ascend Y300
      689:1
    • Sony Xperia Z
      574:1
Einheit: Kontrast

Ein zweiter Kritikpunkt wird beim Blick auf die ermittelten Display-Werte deutlich. Während die Darstellung in geschlossenen Räumen und auch bei durchschnittlich hellem Tageslicht exzellent ausfällt, kann man in einem gleißend hellen, sommerlichen Park mit dem Q10 durchaus in die Bredouille geraten.

Grund hierfür ist die schwache Maximalhelligkeit: Mit 120 cd/m² belegt der Testkandidat den enttäuschenden letzten Platz in unserem breiten Testfeld. Einschränkend muss dazu jedoch angemerkt werden, dass sich hier ein weiterer AMOLED-typischer Effekt beobachten lässt, sodass dieser unter Standard-Einstellungen (Helligkeit 100 Prozent, weißer Hintergrund, kein Zoom) ermittelte Wert deutlich nach oben variieren kann: Erfolgt die Messung beispielsweise bei weiter eingezoomten Inhalten, sind durchaus auch 230 cd/m² möglich.

Hierbei handelt es sich um eine technologiebedingte Eigenschaft, was erklärt, weshalb die formal sehr schwachen Helligkeitswerte im Alltag nicht im Besonderen – in einem sommerlichen Park haben viele aktuelle Smartphones ihre Probleme – auffallen. Aus diesem Grund soll dieser Aspekt nur abgeschwächt in die Wertung einfließen – erwähnenswert ist er aber allemal.

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