@MacroWelle:
Du hast natürlich recht. Wir lauern allerdings wie eine Katze gebannt auf 'echte' Benchmarkergebnisse, die 'Daneb/Shanghai' und 'Agena/Barcelona' vergleichbar machen (könnten). Leider reagiere auch ich zu oft im Affekt.
Trotzdem sehe ich Kritik angebracht. AMD legt weder die Testumgebung noch die verwendete Software sowie die mit der Software im Speziellen durchgeführten Meßverfahren. So kann man, als Beispiel, mit dem CineBench sicherlich auf der selben Plattform unterschiedliche Tests fahren.
AMDs Präsentation ist leider zu grell, zu bunt, zu barock und damit völlig überladen. Quantität kann Qualität niemals ersetzen, das ist unmöglich! Wie ich schon zu sagen versuchte, diese Augenwischerei deutet meiner Meinung nach wieder einmal in Richtung Verschleierung. Derzeit geistern wieder ein paar obskure AMD-Behauptungen durch die Medien, die dem neuen Chip nehazu phantastische Leistungszuwächse andichten. Der Eindruck ensteht, als sei dies eine generelle Steigerung. Bei näherem Hinsehen aber sind es partielle Verbesserungen, die im Gesamtsystem selbst mit hochspezialisierter Software wie z.B. wissenschaftlichen Modellen mit hohem Fließkommarechenanteil vermutlich nicht mit mehr als 5 - 10 % zu Buche schlagen werden - eher etwas geringer. Ein sehr ähnliches Bild ergab sich mit Einführung des K10, der weit hinter den vollmundigen Versprechungen des Herstellers zurückblieb.
Und weil es vielleicht schon OT ist - ich bin sicher, daß man ohne Fokus auf die 'Plattform' nach Weihnachten mit einer Synthese aus der AMD/ATI- und Intel-Welt eine hervorragende Eigenwurschtel-Plattform zusammenstellen können wird, die leistungsfähig ist. Mir ist der AMDsche Plattformgedanke noch nicht ganz aufgeschlossen, AMD hat nicht den Markt, um mit einem Plattformkonzept a la Intel punkten zu können. Die meisten Spielzeugsysteme der OC- und Spielefraktion sind sowieso weit jenseits der für Plattformen als 'stabil' und 'garantiert' geltenden Spezifikationen und werden kaum so alt, als daß sich eine Langlebigkeit auszahlen würde - was mitunter ein Kriterium der Plattform sein soll.
@gruffi:
In der Chip- und CPU-Industrie geht kaum noch ein Die-Shrink ohne Verbesserungen vom Band. Im Falle AMDs sind im Moment die Gemüter gereizt, auch bei mir, die Erwartungshaltung an den 'Innovationsprimus' ist hoch. Leider kommt von AMD nicht mehr so sehr viel. In einer der ersten c't zum Thema C2D war zu lesen, daß Intels meßbaren 25% Leistungssteigerung durch Aufbohren der dreifach skalaren Architektur auf eine vierfach skalare Architektur geschafft habe. Ich kann das als 'Laie' nur so widergeben, da ich den Chip nicht designt habe. Im C2D sind so viele 'Unannehmlichkeiten' hinsichtlich 64Bit Betrieb implementiert, daß viele, nicht nur ich, auf AMD hofften. Intel punktet massiv bei Ausführungs-Benchmarks unter archaischen Betriebssystemen wie Windows in deren 32 Bit Varianten oder brilliert mit FPU-Benchmarks, die leider mit 32-Bit Bibliotheken gemacht wurden. Setzt man aber konsequent 64 Bit Software auf UNIX-Plattformen ein, brechen Intel CPUs weitaus stärker als AMDs Prozessoren ein - jeder kann das mal mit einem PathScale, PGI oder NAG F95/C99 Compiler selber ausprobieren. Der Intel Compiler muß außen vor bleiben, er ist 'parteiisch'.
Nun, jetzt bin ich OT ... Im Grunde hat AMD nie von einer neuen Architektur des Daneb/Shanghai gesprochen, sondern nur von einem Shrink und Verbesserungen. Größere, radikalere Veränderungen sind (hoffentlich) mit der nächsten Generation und AM34 Systemen zu erwarten, bis dahin aber hat Intel gewiß die Krücken im Core-i7 (winzige Caches, 64Bit ungeeignet) 'wegdesignt' und legt durch Die-Shrink und leichte IPC-Verbesserungen nochmals ordentlich zu. Eigentlich hat AMD, nach Meinung vieler 'Kenner', das bessere Design - so gut, daß Intel es nachbaut! Nur: wo bleibt die adäquate Pflege und Weiterentwicklung? Was wir heute sehen ist lediglich ein Ausschlachten dessen, was man von digital/Alpha ererbt hat ...