Normalerweise hänge ich mich ja nicht in die Problemthreads der Kunden anderer Netzbetreiber als der Telekom. Aber hier muß ich doch mal dumm nachfragen:
Wozu zum teufel sollte man zur Messung der Leitungsdämpfung den Querschnitt und die Länge der Leitung wissen? Diese Daten sind vielleicht zur Berechnung interessant, aber nicht für die Messung. Und es gibt noch ein paar mehr Daten, die bei der Berechnung eine Rolle spielen.
Davon abgesehen haben die reinen ORKA daten noch keinerlei Aussagekraft, da sie weder die Dämpfung der Leitung vom DSLAM zum Hvt berücksichtigen (die kann bei manchem Netzbetreiber schon mal bis zu 8dB betragen, der krasseste Wert, den ich bislang gemessen habe), zum Anderen berücksichtigt ORKA auch nicht die Dämfung ab Apl. Und es gibt genügend Beispiele, z.B. Anmietungen in großen Industriegeländen, in denen die "Hausverkabelung" ab Apl 30dB ausmacht, während die Leitung der Telekom bis zum Apl nur 10dB Dämpfung hat. Gleiches trifft auch für viele Betonblöcke im Osten zu.
Die Werte der Fritz! Boxen widerspiegeln fast immer die aktuelle, reale Dämpfung im jeweiligen Gesamtaufbau. Was sollte die Technik auch anderes machen, als daß sich DSLAM und Endeinrichtung verständigen, mit welchem Pegel das Signal ausgesendet wird, den Pegel des eingehenden Signals zu ermitteln und aus der Differenz die Dämpfung zu errechnen.
Daß es derzeit nur ein Meßgerät gibt, das bei ADSL2+ und schnelleren Anschlüssen die korrekte Dämpfung ermittelt, steht auf einem anderen Blatt, denn die alte, in der unglaubwürdigen Wiki genannte Dämpfung von 18dB stimmt schon lange nicht mehr, da sie die falsche Grundfrequenz von 300KHz als Grundlage nimmt. Da ADSL2+ und VDSL andere (mehr) Frequenzbänder nutzen, mußte auch die Grundfrequenz, bei der eine bestimmte Dämpfung nicht überschritten werden darf, auf 1MHz (bei ADSL2+, bei VDSL liegen die Frequenzen noch deutlich höher) angepaßt werden.