druckluft schrieb:
[...]Genau deine Denkweise ist hier der falsche Ansatz. Es geht hier nicht um ein Upgrade, sondern der TE möchte ein komplett neues System anschaffen. Eine CPU funktioniert alleine ohne Unterbau nicht, deswegen ist es völliger Quatsch das Preisleistungsverhältnis nur auf den Einzelpreis der CPU zu beziehen. Wenn der Rechner durch einen Aufpreis von 10% um 16% leistungsfähiger wird ist das eben so. Akzeptier das bitte
Es geht mir hier ja nicht um Denkweisen sondern um Logik. Es ist und bleibt einfach Unsinn, den Prozessorpreis mit der Systemgesamtleistung in Relation zu setzen, welche vor allem bei einem Gamingrechner mindestens zur Hälfte durch die Grafikkarte bestimmt wird (Ich akzeptiere also nicht

).
Was man gerne machen kann, ist, die Gesamtleistung des Systems in Relation zum Gesamtpreis zu setzen. Als Anhaltspunkt könnte man dazu Benchmarks verwenden, die CPU- und GPU-Leistung einrechnen. Bleiben wir beim System des TE (um mal wieder den Bogen zu schlagen

), so gehe ich äußerst stark davon aus, dass sein System mit einem i7-4790K nicht 16% mehr Punkte liefern würde als mit einem Xeon 1231v3.
Kurz bei 3dMark rausgesucht, mal als Vergleichswerte:
i7-4790 (leider ohne K, also auf 3,6GHz) mit R9 290: ~10800 Punkte auf Firestrike (Ich würde das K-Modell auf ~11200 schätzen)
Xeon 1230v3 (leider nicht den 31er, also 100 MHz weniger) mit R9 290: ~10100 Punkte auf Firestrike
Sind demnach wohl eher ~9% mehr Gesamtleistung, auch wenn es gerne 16% mehr CPU-Leistung sind. Ob man dafür jetzt 150€ mehr ausgibt, sei jedem selbst überlassen, ich rate allerdings aus allen bisher genannten Gründen davon ab.
druckluft schrieb:
Takt lohnt sich immer, da die Rohleistung proportional ansteigt, solange nicht Dinge wie die RAM-Anbindung limitieren. Sieht man ja auch recht schön an dem von mir verlinkten DAW-Benchmark. Und warum sollten Games nicht entsprechend von höherer CPU-Rohleistung profitieren, wenn die Grafikkarte ausreichend dimensioniert ist?
Klar, Spiele werden sicherlich davon profitieren, wenn die Graka tatsächlich mal nicht der Flaschenhals ist. Frage ist nur, in wie fern sie profitieren? Was soll ich mit den paar Prozent mehr Takt? Vor allem, da die Kernanzahl in Zukunft wahrscheinlich noch wichtiger wird? Wie ich bereits schrieb: Der Mehrtakt des Q6600 (unübertaktet 2,4GHz) gegenüber dem Q9550 (unübertaktet 2,833GHz) bringt heutzutage so gut wie nichts mehr. Und genau das wird meiner Meinung nach mit dem i7 im Vergleich zum Xeon passieren. Wenn einer alt aussieht, tut es der andere ebenfalls.
Ich würde eher sagen: Takt lohnt sich immer, Kerne lohnen sich mehr!
druckluft schrieb:
Du versuchst schon wieder meine Worte zu verdrehen. Ich habe nirgendwo über Sinn oder Unsinn eines 8-Kerners zu geschrieben. Ich habe nur spekuliert, dass die Entwicklung nicht so schnell gehen wird, weil für einen 8-Kerner bei der derzeitigen RAM-Technologie Quadchannel nötig wäre, was wiederum die Preise eines Gesamtsystems in die Höhe treiben würde.
War nicht mein Plan, deine Worte zu verdrehen und ich habe auch deine Bedenken bezüglich echter 8-Kerner verstanden. Ich wollte nur anmerken, dass es ähnliche "Schwierig-machbar-Argumente" zu anderen Zeiten schon mal gab. Letztendlich haben sich diese aber nicht bewahrheiten können. Du glaubst also wirklich, dass wir in 4..5 Jahren immer noch bei 4C/8T im Consumerbereich stehen, obwohl wir da schon seit Längerem unterwegs sind?
druckluft schrieb:
Ja das wird er, aber dafür ist er auch entsprechend teurer. Und den 4930K für Games zu empfehlen wäre eine Wette darauf, dass zukünftig verstärkt Games erscheinen die von mehr als 4 Kernen profitieren.
Ich halte übrigens nichts davon, alle 2-3 Jahre eine neue jeweils günstige CPU anzuschaffen. Man benötigt zusätzlich immer ein komplett neues System. Hier fährt man langfristig günstiger, wenn man bei der CPU einmal richtig leistungsfähig kauft und diese dafür 2 Jahre länger nutzt und ggf. noch übertaktet. Wenn man die Leistungszuwächse der vergangenen Jahre als Maßstab heranzieht, kann man davon ausgehen dass der 4790K in etwa die Leistung auf Niveau eines kommenden Skylake 4-Kern Xeons liegen wird. Selbst wenn du dann das heutige System verkaufst, wirst du mit der Neuanschaffung nicht günstiger wegkommen. Was hingegen Sinn macht, ist in 2-3 Jahren die Grafikkarte aufzurüsten. Hier gibt es in diesem Zeitrahmen noch Leistungssprünge die sich lohnen. Und genau das empfehle ich dem TE um Kosten zu sparen: Heute eine für die Zukunft leistungsfähigere CPU, bei sehr überschaubaren Mehrkosten und dazu ein späteres Grafikkartenupgrade. Deshalb auch meine langen Worte.
Hehe, wetten tut man ja immer

Auch wenn ich die Wette auf eine Tendenz in Richtung "mehr als 4 Kerne" eher eingehen würde, als eine Wette auf eine Stagnation in der Kernzahl.
2..3 Jahre für ein CPU-Upgrade-Intervall halte ich auch für unsinnig, da hast du Recht. Ich gehe eher davon aus, dass der Xeon 1231v3 oder i7-4790K ~5 Jahre hält. Ob der 4930K jetzt im Umkehrschluss relativ zur Kernzahl ~8 Jahre hält, bezweifel ich mal, wird wahrscheinlich schwierig. Soweit möchte ich mir aber auch gar nicht anmaßen in die Zukunft zu schauen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich gebe in Sachen Langlebigkeit dem 4790K ein Jahr mehr als dem Xeon 1231v3 und dafür würde ich heute keine 150€ mehr ausgeben.
A propos Langlebigkeit: Die meisten Benutzer sehen ihren PC ja eigentlich als Embedded System und es ist ihnen egal, was dort werkelt, hauptsache es werkelt schnell genug. Würde man also den Preis mit der Langlebigkeit in Relation setzen, müsste der i7-4790K 1,5-mal so lange halten wie der Xeon. Hielte der Xeon 5 Jahre, müsste der i7 also 7,5 Jahre halten (200€ vs 300€) oder mit starken Kühler für 50€ extra sogar fast 9 Jahre. Da glaube ich nicht dran.