1TB SATA-HDD angeschossen, äußerst wichtige Daten - wie retten?

Albatrosser

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Hallo!

Gleich vorweg mein Dank an euch - das Forum hat mir schon so manches mal passiv-lesend geholfen, auch wenn's diesmal damit leider nicht getan ist :(.

Vor drei Tagen begann mein Rechner (AMD 5000 BE auf Asus M2A-VM, 2GB RAM, 2x HDD Maxtor 160 GB v. 2006, WD 1 TB v. 2010), ein hochfrequentes Knistern / Zischen von sich zu geben. Ich konnte es erst nicht einordnen, und nach einer Weile verschwand es, bis es - wie es halt so geht - wieder auftauchte und der Rechner mit einem Schlag ausging.

Nach einigen Sekunden versuchte ich ihn wieder hochzufahren, aber er ging nach 2, 3 Augenblicken wieder aus. Da das Netzteil und das ganze Case ziemlich heiß waren, ließ ich ihn abkühlen, und nach einer Viertelstunde, in der ich das Case wegen der Temperatur öffnete, fuhr ich ihn abermals hoch.

Ich kam zwar ins Betriebssystem (Win XP pro SP 2), aber der Rechner lief nur noch extrem langsam (vergleichbar mit CPU Auslastung von 95-100%, war aber bei 0-5%). Daten verschieben war auch kaum mehr möglich, da der Explorer bei jeder Aktion abgeschmiert ist.

Wegen des Ausgehens und des Geräusches davor hab ich erstmal auf ein Ableben des Netzteils getippt, wäre ja nicht das erste mal, doch Austausch brachte keine Besserung.

Als nächstes habe ich dann die WD-1TB HDD in meinen Zweitrechner gepackt (Sata 1 war von einer baugleichen WD 10EADS belegt, die angeschossene kam auf Sata 2), um möglichst direkt weiter arbeiten zu können (dort sind meine wichtigsten Daten und Programme verstaut).

Damit habe ich allerdings die Symptomatik auch in den Zweitrechner übertragen... womit feststand, dass die HDD beim Crash was abbekommen hat. Im Windows des Zweiten war folglich auch die HDD mit ihren Partitionen anfangs trotz Erkennung nicht unter dem Arbeitsplatz gelistet.

Unter der Datenträgerverwaltung habe ich sie als fremden Datenträger importiert, woraufhin ich wieder meine drei Partitionen angezeigt bekam ("dynamisch, einfach, fehlerfrei (risiko)").

Seither habe ich wieder Zugriff auf alle, aber nur im Kriechtempo und ein Backup ist nur File-für-File und damit MB-für-MB möglich, bis der Explorer sich wieder aufhängt. Bei 300 belegten GB natürlich keine Lösung, und für files größer als 5 MB geht's schon gar nicht, da die nicht kopiert werden und während dem Übertragungsvorgang abbrechen. Zudem verabschiedet sich die HDD regelmäßig aus der Konfiguration und kann nur manchmal reaktiviert werden (steht dann als Online - Fehlerfrei) drin.

Nun habe ich bisher...

- alle BIOS-Einstellungen gecheckt
- Quick Boot deaktiviert, UDMA und PIO Geschwindigkeit sicherheitshalber auf 2 bzw. 1 reduziert, SMART-Funktion aktiviert
- mit verschiedenen Festplatten-Prüfprogrammen (Win-Scandisk (abgebrochen), WD-Diagnosetool(mit Fehlermeldung "SMART Status: PASS
Test Result: FAIL
Test Error Code: 06-Quick Test on drive 1 did not complete! Status code = 07 (Failed read test element), Failure Checkpoint = 97 (Unknown Test) SMART self-test did not complete on drive 1") verbesserter Chkdsk mit GUI (kam für jede Partition nicht über die Indizes hinaus) und TestDisk, aber nur mit der Analyse) versucht, evtl.defekte Sektoren zu ermitteln, und schließlich
- , um ein Durchlaufen von Checkdisk zu erzwingen in der Registry einen Auto-Check vor dem Systemstart eingerichtet, der gerade noch läuft (wenigstens das mal) und von vielen Datensatzsegmenten meldet, dass sie fehlerhaft sind.


Nun weiß ich gerade auch nicht weiter; ich hatte einerseits schon viel 'schlimmere' Fälle, in denen Partitionen so zerschossen waren, dass nur noch mit file recovery was ging, und der "Restzugriff" auf alle wesentlichen Daten ist möglicherweise kein schlechter Ausgangspunkt.

Andererseits hatte ich aber noch nie solche Unmengen von zudem sehr wichtigen Daten zu retten. Ironischerweise ist das die HDD - gewesen - , auf der ich vorigen Monat sämtliche Backups einer vor zehn Tagen mit Lesekopffehler über den Jordan gegangenen Festplatte gesichert hatte...
Professionelle Datenrettung kommt leider absolut nicht in Frage, weil es sich um geschäftlich relevante Daten handelt und ich damit gegen einige NDAs verstoßen würde, Freigabe bekäme ich niemals.

Platz habe ich noch 800 GB frei auf der ersten SATA, also genug um jede Form von Backup unterzubringen - wem fällt hierzu eine Lösung ein?!

Vielen Dank im Voraus, und sorry dass es so ein Roman wurde, aber ich denke mal, je mehr Information, desto weniger Kristallkugel?

Viele Grüße,

Albatrosser

P.S.: die Suchfunktion habe ich schon verwendet, und zu vielen Teilproblemen auch was gefunden, aber leider nichts, was konkret genug auf das Problem mit meiner HDD zutrifft. Mechanische Geräusche sind seit dem Crash im übrigen keine vorhanden und das Dateisystem als solches ist auf Sicht noch komplett intakt, weshalb ich es entgegen der FAQ auch mit datenverändernden Programmen probiert habe (wie gerade Chkdsk und TestDisk).
 
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Ernst@at

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Nun habe ich bisher...

- alle BIOS-Einstellungen gecheckt
- Quick Boot deaktiviert, UDMA und PIO Geschwindigkeit sicherheitshalber auf 2 bzw. 1 reduziert, SMART-Funktion aktiviert
- mit verschiedenen Festplatten-Prüfprogrammen (Win-Scandisk (abgebrochen), WD-Diagnosetool(mit Fehlermeldung "SMART Status: PASS
Test Result: FAIL
Test Error Code: 06-Quick Test on drive 1 did not complete! Status code = 07 (Failed read test element), Failure Checkpoint = 97 (Unknown Test) SMART self-test did not complete on drive 1") verbesserter Chkdsk mit GUI (kam für jede Partition nicht über die Indizes hinaus) und TestDisk, aber nur mit der Analyse) versucht, evtl.defekte Sektoren zu ermitteln, und schließlich
- , um ein Durchlaufen von Checkdisk zu erzwingen in der Registry einen Auto-Check vor dem Systemstart eingerichtet, der gerade noch läuft (wenigstens das mal) und von vielen Datensatzsegmenten meldet, dass sie fehlerhaft sind.
... viel Unsinn gemacht.

Es liegt weder ein Screenshot der SMART-Werte vor, nach dem man den Fehlertyp eingrenzen könnte, noch wurde schonend mit der Platte, die einen Headcrash hinter sich haben könnt, umgegangen.

Die einzige sinnvolle Möglichkeit wäre gewesen, sofort eine sektorweise Kopie anzufertigen (von dem, was noch fehlerfrei gelesen werden kann) solange die Platte das überhaupt noch mitmacht und dann weiterzusehen. Stressende Scans und gar ein Win chkdsk drüberzulassen macht nur noch mehr kaputt

Professionelle Datenrettung kommt leider absolut nicht in Frage, weil es sich um geschäftlich relevante Daten handelt und ich damit gegen einige NDAs verstoßen würde, Freigabe bekäme ich niemals.
Angesichts der vorgegebenen Wichtigkeit der Daten ist das ein lachhaftes Argument.
Seriöse Datenrettungsunternehmen leben nicht vom Verkauf fremder Daten.
Stattdessen selbst herumzupfriemeln und damit einen völligen Verlust der Daten in Kauf nehmen ist die fahrlässigere Variante.
 

Albatrosser

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Hi,

und danke erstmal.

Leider bin ich kein Profi, wäre aber auch gerne einer, dann hätte ich nämlich alles richtig gemacht. Natürlich hätte die Festplatte auch nicht krepieren müssen, aber jetzt ist's halt wie es ist.

Mittlerweile weiß ich auch dass ich es ganz anders hätte machen sollen, aber hinterher ist man leider immer schlauer - nach einem Tag Googlen, Lesen und Schlussfolgern hab ich's eben so gemacht, wie es mir am besten schien, und nicht vorher gewusst wie es noch klüger gewesen wäre. Ich hatte ja überhaupt nicht mit der Festplatte als Problem gerechnet, deshalb ging ich auch nicht sonderlich schonend damit um.




Und - der Wert der Daten ist für mich sicher geringer als für den Auftraggeber, d.h. wenn sie kaputt sind, sind einige Monate Arbeit futsch - bitter für mich.,

Aber wenn der ganze Mist in falsche Hände kommt, sieht die Sache völlig anders (und ungleich teurer) aus. Dann geht's nämlich nicht nur um meinen Progress, sondern um den von einigen Dutzend Angestellten, und so macht das eben doch Sinn und ist nicht so "lachhaft", jedenfalls nicht für mich. Sorry.


Also, nachdem ich mich jetzt rechtfertigt und entschuldigt habe und das nächste Mal sehr, sehr viel umsichtiger sein werde: was kann ich jetzt noch machen?

Danke im Voraus.

P.S.:

SMART-Werte:
Ergänzung ()

Hier die SMART-Daten, sorry - leider in 2 jpgs...


P.P.S.:

darf ich TestDisk über die Platte laufen lassen mit Analyse? :/

Und ich bitte um Entschuldigung, wenn ich schroff oder unhöflich rüberkomme. Ist nur eine extrem bescheidene Situation gerade. :(
 

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Ernst@at

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Dieses Smart-Display scheint mir suspekt - wenn die letzte Spalte die Daten sein sollen, sind die Betriebsstunden 0,
Kannst Du mal einen Screenshot von CrystalDiskInfo posten - und Edit/Copy Option/Identify Device Einstellen, dann mit Copy in die Zwischenablage, und in eine Textdatei
 

Albatrosser

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Hi nochmal.

Ja, das was ich verwendete war das Diagnose-Tool von WD.

CrystalDisk gibt mir folgendes an Info:
 

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Ernst@at

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Sieht scheußlich aus - 1427 als defekt markierte Sektoren...
Das beste Ergebnis zur Rettung erzielst Du, wenn Du eine andere 1TB besorgst und die Platte sektorweise mit einer Rescue-Boot-CD darauf überträgst. Das ist die schonendste Methode, soviel wie möglich noch kopieren zu können, bis dahin so wenig Aktivität mit der Platte wie möglich. Keine Scans oder sonstigen Späße
Anschließend kann man die durch Defektstellen in Mitleidenschaft gezogenen Dateien identifizieren und weitere gezielte Leseversuche vornehmen, die vielleicht klappen.
Anschließend kann man ermitteln, welchen Unsinn das chkdsk angerichtet hat
Ich such mal das HowTo dazu...
Ergänzung ()

Anleitung ddrescue CD
die ISO der CD gibts auf www.sysresccd.org zum download
 
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Albatrosser

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Nachtrag:

Nach anderthalb Tagen Arbeit kann ich jetzt Vollzug melden - 100% der entscheidenden Daten sind sicher und vollständig intakt auf meiner neuen Platte.

Hätte ich NIE dran geglaubt.

Nochmal vielen, vielen Dank!
 
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