Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Also wenn ich netto merklich weniger haben soll bei 35.000€ EInkommen muss ich aber gewaltige Dividenden und Kursgewinne haben (relativ zu meinem Einkommen).....

Mal gerechnet an nem Singel, Jahreseinkommen 35000, Dividenden/Aktiengewinne 5801€ macht das ganze 120€ im Jahr aus die er nach dieser "Reform" mehr zahlen müsste.

Bei einem Singel mit 50000€ Jahreseinkommen und 1080€ DIvidende/Aktiengewinne sind dann 864,8€ mehr zu zahlen.

Bei verheirateten ist das dann nochmal deutlich weniger.

Die Differenz ist übrigens immer auch der Steuernachteil, den Erwerbstätige jetzt erleiden, wenn sie die Dividenden/Aktiengewinn durch ihre Erwerbstätigkeit verdienen (statt eben dieses Einkommen aus Aktiengewinnen/Dividenden zu erhalten).

Versteht man jetzt langsam, warum die Abgeltungssteuer vorallem allem vermögende bevorteilt? und zwar umso mehr, umso mehr EInkommen durch AKtien/divididenden erlangt wird.

PS: Dabei auch nicht vergessen, man müsste, damit sich das so darstellt acuh jedes Jahr entsprechend Dividenden/Aktiengewinne in diesem Umfang haben und nie Verluste, die man gegenrechnen kann.
 
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Die 54.000 € von oben haben natürlich auch ein Denkfehler. sie sind die Grenze zwischen einem reinen Einkommen aus Gehalt und einem reihen Einkommen aus Kapitalerträgen. Wer jetzt schon Erträge aus Kapital hat, dessen Steuersatz ist jetzt ja auch schon über dem eines äquivalenten Gehaltempfängers, sofern man unter 54.000 € ist.
Ich habs mal für Verschiedene Fälle durchgerechnet
Gerechnet hiermit
EinkommenSteuer daraufKapitalerträgeSteuern daraufSummeSumme Steuern (aktuell)Summe Steuer (neu)
15.000 €1010 €500 €125 €15.500 €1135 €1131 €
15.000 €1010 €5000€1.250 €20.000 €2260 €2226 €
20.000 €2.226 €500 €125 €20.500 €2351 €2397 €
20.000 €2.226 €5.000 €1.250 €25.000 €3516 €3626 €
35.000 €6660 €500 €125 €35.500 €6758 €6822 €
35.000 €6660 €5.000 €1.25040.000 €7910 €8333 €
60.000 €16.063 €500 €125 €60.500 €16.188 €16.273 €
60.000 €16.063 €5000 €1250 €65.000 €17.313 €18.163 €
Schon bei 20.000 € einkommen und 500 € aus Kapitalerträgen wäre die neue Regelung schlechter für einen als die alte (sofern der Rest, der für 2021 gilt, gleich bleibt)
Der individuelle Steuersatz ist ja nur so niedrig im Verhältnis zum Grenzsteursatz, weil die ersten 10.000 ja frei sind.
 
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@Nilson hat es mit Beitrag 3943 auf den Punkt gebracht, bereits ein Kleinstsparer mit 20.000€ Jahreseinkommen und 500€ Kapitalerträge macht nach der Steuerreform Minus. Ich für meinen Fall hätte den 42% Steuersatz auf Aktiengewinne, was 16% zusätzliche Abgaben bedeutet. Dadurch sinken die Gewinnchancen erheblich, während das Verlustrisiko vollständig bleibt. Die gesamte Anlageklasse wird durch die geplante Steuerreform unattraktiv, wodurch das linksgrüne Märchen vom bösen Milliardär bloßgestellt wird. Es geht hier nicht um irgendwelche superreichen, für so einen Fall könnte man auch einfach die Abgeltungssteuer überhalb von 100k erhöhen. Nein, es geht ganz konkret um das Ausnehmen von Kleinanlagern.

Meine Frau und ich haben schon länger vor die ETW für 500k+ am Ende der Zinsbindung zu verkaufen und das Geld in Aktien anzulegen. In Deutschland macht das dann aber keinen Sinn mehr, weshalb wir ans Auswandern denken. In Österreich bekommen wir von unserem Brutto Gehalt obendrein noch mehr Netto raus und können günstig in Wien wohnen, weil dort der Wohnungsmarkt nicht derart krass aus den Fugen gelaufen ist. Da können wir uns in guter Lage ein schönes Haus für 2000€ mieten und von den Kursgewinnen/Dividenden die Miete easy bezahlen (500k bei 7% entspricht 35k Brutto / 25k Netto in AT). So können wir praktisch gratis wohnen, in einem schönen Haus anstatt einer Wohnung, und als Zuckerl gibts noch mehr Nettogehalt.
 
Mustis schrieb:
Diese Feststellung spielt jetzt welche Rolle?

Nicht dein Ernst? Bezog sich auf die erste Version deines Posts, nachdem man ja gewaltige Kapitalerträge haben müsste, um weniger netto zu bekommen. Danach hast du deinen Fehler ja scheinbar eingesehen und den Sinn Satzes durch das Wörtchen "merklich" abgeändert.

Uiuiui.
 
SIe ist nachwievor attraktiv. Sie beseititgt aber die Bevorteilung von kapitalerträgen (die vornehmlich vermögende erzeugen) zu Einkomemn aus Erwerb.

Deine Aussage mit den 42% auf Kapitalerträge ist nachwievor Unsinn, neoliberaler Schwachsinn der nur deine egoistische unosziale Denkweise aufdeckt.

@Bennomatico
Wenn du 1€ zu versteuernde Kapitalerträge hast, stellst du dich schlecht? Das rechne mal bitte vor.

@Nilson Deine Steuerwerte sind merkwürdig hoch. Ich habe den hier verwendet: https://www.brutto-netto-rechner.info/ und habe da bei 35.000€ Jahreseinkommen grade mal 4482€ Steuer, du jedoch 6660.

Kein wunder also, dass deine Tabelle sich derart schnell vershciebt. Kann das sein, dass dein Rechner die ganzen Sozialabgaben einrechnet?
 
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Sie ist insofern attraktiver/fairer/sozialer, als dass sie die Verschiedenen Einkommensarten gleich stellt. Sie ist für die meisten insofern nicht attraktiv, weil viele dann mehr Steuern zahlen als vorher, sofern sich sonst nichts an der Berechnung ändert.
 
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Ich bin grad echt verwirrt. Wieso spucken die Rechner so unterschiedliche Ergebnisse aus. Ich verstehs nicht...
 
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Der kommt auch auf nur 4500 €. :freak: ich rechne das gleich noch mal durch
 
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Stunrise schrieb:
Das ist die typisch linksgrüne Kommunistenstory von den bösen Superreichen, der du da glaubst.

Die Aktiengewinne sollen auf das Jahresgehalt ontop gerechnet werden, d.h. als Berechnungsgrundlage dient die Grenzsteuer.

Jede halbwegs gebildete IT Fachkraft hat den Spitzensteuersatz von 42% (ab ~57000€ Jahreseinkommen), selbst wer nur 36000€ Jahresgehalt hat, dem sein Steuersatz für Aktiengewinne liegt bei 34%.

Ja sogar absolute Niedriglöhner mit 24000€ Jahreseinkommen müssen dann 28,4% aufwärts abdrücken, also mehr als bisher. Wahnsinn, dass selbst in entsprechenden Kreisen niemandem diese Auswirkungen bewusst sind.

Mir geht es gerade weniger im den sicher sinnvollen Inhalt.

Zu "typisch linksgrüne Kommunistenstory" fällt mir in einem Forum von eigentlich aufgeklärten Menschen nichts ein. Ich habe keine der beiden Parteien gewählt aber halte einfach nichts von dieser Rhetorik.

Es ist doch schön, dass Ihr beide vermögend seit und Du etwas gegen die "linksgrünen" hast. Dann verkauft doch die Wohnung und wandert aus. Dann ist alles in Ordnung und man muss sich nicht mehr darüber aufregen, wie schlecht es uns in Deutschland geht.

Beim Einkommen sollte man nicht nur von sich ausgehen. Es gibt sehr viele Menschen in Deutschland, die nicht mal in die Nähe des Jahreseinkommens von 57.000 € kommen, sondern eher im unteren bis mittleren Lohnbereich arbeiten.

Zum Thema selber sage ich als wohl nicht mal halbwegs gebildete Fachkraft erstmal nichts.
Die Aussagen von @Nilson sind erstmal schön dargestellt.

@Mustis
Was sagt denn Deine Berechnung aus? Da haben wir mal zwei Tabellen zum gegenüberstellen.

Ich finde das Thema interessant, solange es sachlich diskutiert wird.
 
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ICh habs! XD

Dein Rechner rechnet mit zu versteuerndem EInkommen! Meiner mit tatsächlichem Lohn. Bei deinem beträgt das Bruttogehalt nicht 35.000€ sondern 35.000+Freibetrag....

Daher ist deine Tabelle auch so verschoben. Bei dir fehlt letztlich überall der Steuerfreibetrag von 9168€
 
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Edit: Mit dem Link von @Mustis sieht es nun so aus:
EinkommenSteuer daraufKapitalerträgeSteuern daraufSummeSumme Steuern (aktuell)Summe Steuer (neu)
15.000 €189 €500 €125 €15.500 €314 €256 €
15.000 €189 €5000€1.250 €20.000 €1.439 €1.131 €
20.000 €1.131 €500 €125 €20.500 €1.256 €1.239 €
20.000 €1131 €.5.000 €1.250 €25.000 €2.381 €2.181 €
35.000 €4.482 €500 €125 €35.500 €4.607 €4.605 €
35.000 €4.482 €5.000 €1.25040.000 €5.732 €5.739 €
60.000 €11.556 €500 €125 €60.500 €11.681 €11.733 €
60.000 €11.556 €5000 €1250 €65.000 €12.806 €13.362 €
 
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Bei mir sieht die Rechnung in etwa so aus
  • Gehalt: 60000€
  • Kapitalgewinne: 5000€
  • 801€ Freibetrag
  • kein Soli, keine Kirchensteuer
  • Bayern
Single, keine Kinder: Mehrbelastung 460,21€

Bei nur 5000€ Kapitalerträgen muss der single also satte 460€ zusätzlich an Steuern bezahlen im Vergleich zum aktuellen Stand. Und das auch nur, wenn der Freibetrag bleibt und nicht gleich mit abgeschafft wird.

Alt
Lohnsteuer: 11556,96€
KapErt.Steuer: 1049,75€
Steuerbelastung: 12606,71€

Neu

Lohnsteuer auf 64199€: 13.066,92

Ich wollte die Rechnung auch für Verheiratet, 2 Kinder, Steuerklasse 4, durchgehen, aber der Rechner spuckt tatsächlich höhere Steuerabgaben aus, wenn ich angebe Kinder zu haben und als Freibetrag 1 eingebe (je Kind 0,5) - da wäre die Mehrbelastung gar 580€. Oder ist hier irgendwo ein Fehler?

https://www.brutto-netto-rechner.info/

Man sieht deutlich, dass es nicht um superreiche geht, Aktionäre sollen einfach wesentlich mehr abdrücken. Und um Aktien gehts hier ja, die Anlageklasse wird unattraktiv. Wie mir scheint juckt das außer mir aber niemanden, vielleicht auch gerade deswegen sind hier die Steuern so hoch.
 
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Also ich finde 460,21€ ja vertretbar bei deinem Einkommen. ^^ Jedenfalls nicht so erschreckend wie 42% oder? Ich hoffe du verstehst jetzt mehr, warum ich zunächst etwas irritiert war bezüglich deiner Aussagen.


Wegen dem Ehegatten und den Steuern, das kommt schon so hin so wie man das dann in dem Rechner eingibt. Der eigent sich nicht wirklich für Splittingtarif. Den müsstest du auswählen können und dann das gemeinsame Bruttoeinkommen eingeben, damit du die Steuervorteile siehst. Durch den Splittingtarif werden ja alle Freibeträge verdoppelt (Steuerfreibetrag, Freibetrag auf Kapitalertrag etc.)

Da kannst du hier glaub ich besser rechnen: https://www.nettolohn.de/rechner/splitting-veranlagung-steuer.html
oder der, sieht noch besser aus: https://www.steuerklassen.com/lohnsteuerklassen/ehegattensplitting/rechner/
 
@Nilson
Bei Kapitalerträgen gibt es doch noch die Freibeträge zum gegenrechnen. Sind die in der Tabelle berücksichtigt?
 
Stimmt auch wieder. Ich sehe, das wird ein Fass ohne Boden. Bei Aktien-Fonds müssten ja auch nur 70 % wegen der Teilfreistellung versteuert werden. Ich lass es mal so, man sieht ja, dass es bei 35.000 € kaum einen unterscheid zwischen alt/neu gibt, egal ob 500 € oder 5.000 € Kapitalerträge. Die 801 € werden da nicht viel dran ändern.
 
Hatte ich ja oben mit drin. gerechnet mit 5000 entspricht das effektiv Dividenden/Aktiengewinnen von 5801€.

Die neue Regelung wäre sicherlich im Falle Stunrise schlechter, hat er ja jetzt auch nachvollzogen. Aber wir reden von 460€ mehr bei 65.000€ Brutto (womit er ja schon recht weit oben steht in der Einkommenstabelle. Wäre er verheiratet würde es nochmal deutlich sinken.

Wie gesagt, wirklich davon profitieren tun vermögende, die einen hohen Anteil an Einkommen über Kapitalerträge haben. Die also dafür noch nichtmal zwingend 8h am Tag arbeiten müssen.

Ich meine, man kann, selbst wenn man wie Stunrise "negativ" betroffen ist, erkennen, dass das eine unfaire Bevorteilung einer Einkommensart darstellt, die umso stärker greift, je vermögender man ist.

Ich finde auch nicht, dass er mit 5000€ Kursgewinnen/Dividenden unbedingt zu "Kleinanlegern" gehört.
 
Ich bin aktuell nicht negativ beeinflusst, weil ich verheirtatet 3/5 bin und obendrein keine 5000€ Kapitaleinnahmen jährlich habe. Aber es macht meine Pläne kaputt die Bude für überteuertes Geld zu verkaufen und aus Zinserträgen in einem schönen Mietshaus zu wohnen. Weil ich gieriger Kapitalist gern einen Garten für meine Kinder hätte und das anders nicht zu finanzieren ist. Wirklich betroffen wäre ich nur, wenn ich den surrealen Wertzuwachs der ETW versteuern müsste.

Es ist einfach nur erscheckend, dass in einem Aktienthread keine Sau ein Interesse daran zu haben scheint, dass geplant ist eben diese Gewinne mit dem Faktor 1,68x der bisherigen Regelung zu besteuern (bei 55k Bruttogehalt). Es wird hier sogar relativiert, warum es gut sein soll. Was ist daran gut, wenn ich morgen weniger Geld habe als heute, auch wenn ein anderer noch stärker belastet wird? In Deutschland gibts überall nur diese Neider, es geht nicht darum, dass arme reicher werden, sondern nur dass reiche ärmer sind. An dieser Reform verlieren 98% der Aktionäre (>20k Jahresbrutto) und die anderen 2% (<20k Jahresbrutto) bleiben gleichgestellt. Und die "kleineren" Verlierer geilen sich daran auf, dass "größere" Verlierer ja noch mehr verlieren.
 
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Naja, wie kommst du drauf, dass es keinen interessiert. :)
Ich wusste davon nichts, kenne mich da nicht aus, habe eure Diskussion mitverfolgt und ich finds jetzt auch kacke. ^^
Finde die 25% jetzt schon echt... heftig.
 
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