Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Eine Immobilie ist nunmal immer ein gewaltiges Klumpenrisiko. Das widerspricht tota dem Ansatz, breit diversifiziert zu Investieren.
 
Gibt's eine Seite mit einer schönen Übersicht über die nächsten Quartalszahlen Termine der magnificent 7 Aktien?
 
Micha- schrieb:
Ich bin auch der Meinung, daß für Kleinanleger unter 1 Mio € sich allenfalls eine selbstbewohnte Immobilie lohnt.
Wobei man das ja dann eher weniger als Invest sehen sollte. Einen Invest für Kapital kann ich auch jederzeit wieder abstoßen wenn ich will/muss.
Beim selbstbewohnten Haus/Wohnung wird das deutlich schwerer. Zudem wirst du damit ja keinen Cashflow aufbauen und die Wertsteigerung bringt dir auch wenig, wenn du darin wohnen bleiben willst.
Ich würde da eher eine Immobilie zur Vermietung sehen, kann man schon auch mit 300-400k€ Vermögensstand angehen.
Die Zeiten von "ohne EK kaufen" sind mMn aber aufgrund der aktuellen Zinsen momentan wenig interessant (auch wenn der Leitzins ja seit dem Langzeithoch wieder gesunken ist). Als man die Kredite zu ~1% bekommen hat, war das schon lukrativ, wenn man das passende Objekt gefunden hat.
ABER: Man muss schon auch immer Bock drauf haben, Vermieter zu sein. Wie bei Aktien zu investieren und dann einfach Hände weg und zusehen ist beim Vermieten seltenst der Fall.
Risikokosten und die Arbeit, die dazu kommt (Rennovierungen, Mietersuche, Ansprechpartner bei Problem usw.) muss man immer einkalkulieren. Die finanziellen Risiken kommen auch dazu. Gibt sicher einige, die auch in der Niedrigzinsphase noch varaible Zinssätze vereinbart haben und jetzt dann langsam in der unangenehmen Realität ankommen. (Großschadensereignisse und störrische Versicherungen kommen dann noch dazu. Sind dann wieder alles Dinge, die mich mit einem ETF oder anderen Investformen nicht interessieren müssen).
Ich beobachte in meiner Region den Markt seit ca. 3 Jahren und im letzten halben Jahr hat die Anzahl an Immobilien aus den Baujahren seit 2011 deutlich zugenommen. Z.t. auch Zwangsversteigerungen von Banken.
Micha- schrieb:
Die Immobilienbesitzer im Donbass
Den Vergleich zu Deutschland finde ich da relativ schwierig. 1. Wohnen wir nicht Tür an Tür mit Russland, dass uns als ehemaliges Staatsgebiet sieht und 2. Gibt es immernoch Nato und einige Länder dazwischen. Und auch ansonsten sind alle Länder um uns herum jetzt nicht grad eine Gefahr für uns. Selbst wenn mal Alice Braun Weidel ans Lenkrad kommen würde.
Insofern einen Bombenkrieg in DE als realistisches Szenario für die nächsten 20 Jahre zu sehen halte ich für sehr pessimistisch, um damit den Invest in Immos als Risiko sehen zu wollen.

Micha- schrieb:
Immobilienmarkt ist Schwankungen unterlegen.
Sicherlich. Aber im Vergleich z.B. zu Einzelaktien immernoch sehr stabil. Natürlich abgesehen von solchen Szenarien wie USA 2008. Aber solche Verhältnisse erwarte ich für Europa/DE eher weniger.

Versteh mich nicht falsch - ich will Immobilien nicht als Heilsbringer und Goldgrube ansehen - nur es zu verteufeln halte ich ebenso für falsch. Es ist wie immer: Es kommt drauf an.
 
Ich seh Immobilien abseits vom eigenen Wohneigentum sehr kritisch.
wie du schon sagtest, macht es Arbeit und die Rendite ist auch nicht sonderlich gut.

Immobilien haben nur den Vorteil, dass man mit Hebel Investieren kann.
Man braucht nur wenig eigenes Geld und bekommt von der Bank "sofort" 500.000€
Der Hebel sorgt natürlich für eine größere Rendite, als wenn man "nur" mit 50.000€ am Aktienmarkt anfängt.

Und Immobilien zwingen einen zum Sparen.
Wenn ich den Vertrag bedienen muss, muss ich den Vertrag bedienen...
Da kann man nicht mal eben die Sparrate reduzieren und einen zusätzlichen Urlaub machen.

Langfristig sind Aktien sinnvoller. (~7% vs. 4%? Rendite p.a)
Ich sehe Immobilien daher nur als teil der Diversifikation.
Das würde ich aber erst mit deutlich mehr als 1.000.000€ angehen.
Denn was bringt mir eine 200.000€ Bruchbude?
 
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Khaotik schrieb:
Wobei man das ja dann eher weniger als Invest sehen sollte. Einen Invest für Kapital kann ich auch jederzeit wieder abstoßen wenn ich will/muss.
Stimmt, wer mit sowas plant, hat halt ein Problem. Von daher verstehe ich auch die Diskussionen in der Presse nicht, wenn sich dort über die niedrige Eigenheimquote in Deutschland "beschwert" wird. Ein Immobilie ist für mich nur etwas, wenn ich sie selber für mind. 10, eher 20-XX Jahre bewohnen will und das auch ansatzweise absehen kann.

Khaotik schrieb:
die Wertsteigerung bringt dir auch wenig, wenn du darin wohnen bleiben willst.
Wenn die Wahl "pleite im Eigenheim" oder "reich zum Miete" besteht, dann ist das Eigenheim sicher die falsche Wahl.,

Wenn ich schon nur die aktuelle Miete für ein verglechbares Objekt (selbe Lage und Ausstattung) zu meiner ETW sehe, dann ist die Rendite nicht erst ab dem Zeitpunkt des abbezahlten Immo-Kredites gegeben. Selbst, wenn ich den entgangenen ETF-Gewinn durch meinen zu hohen Eigenanteil in der Finanzierung gegen rechne, habe ich diesen in 10 Jahren durch eingesparte Kaltmiete (wieder der vergleichbaren Neubauwohnung zur Miete, nicht des Altbaus, daher ohne Betrachtung der Nebenkosten) wieder drin.

Und nein, weder will noch muss ich mir die ETW schön rechnen. Für mich ist das darin gebundene Geld verloren und hat nur noch einen emotionalen Gegenwert. Wenn alles wie geplant verläuft, ziehe ich von hieraus max. in ein Pflegeheim. Und da ist es mir, bei aktuellen Bediungengen, völlig egal, ob der noch erzielbare Gegenwert der ETW dafür drauf geht oder ob ich mal etwas von meinen Zahlungen an die Sozialkassen zurück bekomme.

Khaotik schrieb:
Ich würde da eher eine Immobilie zur Vermietung sehen, kann man schon auch mit 300-400k€ Vermögensstand angehen.
Ich würde das absolut nicht machen. Außer, ich bin Handwerker, habe zu viel Freizeit und rechne all diesen zeitlichen Aufwand nicht mit ein. Bei all den schon vorhandenen und noch kommenden Enteignugsgesetzten für Vermieter würde ich mir das sonst nicht antun.

Khaotik schrieb:
Ich beobachte in meiner Region den Markt seit ca. 3 Jahren und im letzten halben Jahr hat die Anzahl an Immobilien aus den Baujahren seit 2011 deutlich zugenommen. Z.t. auch Zwangsversteigerungen von Banken.
Wer meinte, seine Immobilie damals nur mit 110% Finanzierung mit nur 10 Jahren Zinsbindung und 1% "Tilgung" finanzieren zu können, steht jetzt vor einem selber gemachten Problem.

florian. schrieb:
Denn was bringt mir eine 200.000€ Bruchbude?
Nicht jeder will das 200qm Haus mit 1000qm Garten haben. Die 200k€ Wohnung, im Zweifel selber renoviert, kann einem recht viel einbringen, wenn sie in der richtigen Stadt liegt (Stichwort Studentenbude). Mit solchen Mietern schätze ich die Gefahr eines Mietnomaden oder eines Mieters, den man wegen Eingenbedarf nicht mehr aus der Wohnung bekommt (oder erst mit Jahrzehnten Verspätung, wie das die Gerichte mittlerweile sehen) recht gering ein.
 
gymfan schrieb:
Wer meinte, seine Immobilie damals nur mit 110% Finanzierung mit nur 10 Jahren Zinsbindung und 1% "Tilgung" finanzieren zu können, steht jetzt vor einem selber gemachten Problem.
Ich habe mich auch immer ein wenig über den Leichtsinn gewundert. Die Leute haben oft auf Kante finanziert und wollten sich noch die letzten 0,2 oder 0,3% Zinsen sparen, statt eine längere Zinsbindung zu nehmen.
Aber einige dachten auch, dass das niedrige Zinsniveau ewig bleibt.
 
gymfan schrieb:
Wer meinte, seine Immobilie damals nur mit 110% Finanzierung mit nur 10 Jahren Zinsbindung und 1% "Tilgung" finanzieren zu können, steht jetzt vor einem selber gemachten Problem.

Wo ist denn das Problem? Es ging ja um Immos als Wertanlage und nach 10 Jahren kann man ohne Vorfälligkeitsentschädigung und sogar steuerfrei (für Gewinne) verkaufen. Wenn also die Mieter*innen deine Tilgung zahlen (auch wenn es nur 1% ist) hat man selbst bei einem gleichbleibenden Wert der Immobilie eben die 10% gut gemacht (klar es werden auch vorher je nachdem ca. 8% NK gezahlt). Ich will auch nicht sagen dass sich das immer rechnet, aber gerade als Gutverdiener kann man da schon was lohnendes draus machen. Durch AfA kriegt man auch einen negativen Cashflow ggf. noch positiv.
 
gymfan schrieb:
Ich würde das absolut nicht machen. Außer, ich bin Handwerker, habe zu viel Freizeit und rechne all diesen zeitlichen Aufwand nicht mit ein. Bei all den schon vorhandenen und noch kommenden Enteignugsgesetzten für Vermieter würde ich mir das sonst nicht antun.
Würde sagen, es steht und fällt mit den Rahmenbedingungen. Wenn man was wirklich gutes findet (vor 5-7 Jahren war das durchaus noch möglich) kann da so ein Immo-Invest auch mal die ETF-Rendite locker schlagen.
Davon ab sind auch Aktien und ETFs nicht völlig risikolos.
Es ist immer besser überhaupt was zu machen als das Geld nur im Sparbuch/Giro liegen zu lassen. Dann frisst dir die Inflation dein Vermögen ganz sicher auf.
gymfan schrieb:
Wer meinte, seine Immobilie damals nur mit 110% Finanzierung mit nur 10 Jahren Zinsbindung und 1% "Tilgung" finanzieren zu können, steht jetzt vor einem selber gemachten Problem.
Ja, genau den Punkt sehe ich auch und habe auch wenig Mitleid.
In der Zeit haben (leider) auch viele Leute weit über ihren Verhältnissen gebaut, oder je
Oftmals gerechnet mit zwei Vollgehältern ohne große Rücklagenbildung. Ggf. sogar schon kommende Gehaltserhöhungen o.Ä. eingerechnet um es sich schön zu reden.

illo47 schrieb:
Es ging ja um Immos als Wertanlage und nach 10 Jahren kann man ohne Vorfälligkeitsentschädigung und sogar steuerfrei (für Gewinne) verkaufen.
Das ist natürlich richtig. Die Diskussion hat sich da nur die zwei Bereiche Eigennutzung und Fremdnutzung vermischt.
Wenn man nach 10 Jahren verkauft mit ggf. leichtem Gewinn hat man ja erstmal keinen großen Verlust. Bei Eigennutzung ist das natürlich wieder was anderes in der Hinsicht.
 
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Mal eine generelle Frage zu ETFs, worauf ich aktuell nicht so wirklich eine Antwort für mich finde.
Wir haben hier diverse Sparpläne im Einsatz (Sohn, Frau und ich). Die werden halt monatlich mit Summe X bespart.

Dazu kommt aber auch eine angesparte Summe, die ich im Tagesgeld Hopping Prinzip über das Jahr verteile. War für mich bisher ok, aber ich vermute langfristig wird das Prozentual wieder schwierig.
Heißt der Anteil auf dem TG sollte dann vermutlich sinken, weil sonst die Inflation alles auffrisst.

Macht es generell Sinn höhere Einmalzahlungen in die besparten ETFs zu machen? Also quasi die Basis grundlegend nach oben zu pushen.
Weil man sollte ja schon die eh schon besparten Depots bedienen nehme ich an.

Ich denke Grundvoraussetzung ist der Verzicht des Geldes für 20+ Jahre. Am Ende vom Tag ist das doch einfach eine Investion in mehr Geld Richtung Rente?

Gedanklich bin ich halt immer bei dem monatlichen zurücklegen von Geld für die Zukunft, aber habe nie geklärt was ich eigentlich mit dem schon vorher vorhandenen Geld mache.
Und außerhalb dem Nutzen als EK für Immobilienkäufe, wovon ich persönlich gerade kein Freund bin bzw. es einfach bisher nie gepasst hat, ist ETF da doch vermutlich auch sinnvoll?
 
Wenn du das Geld komplett entbehren kannst, spricht erstmal nichts dagegen.

Alternative wäre Geldmarkt Fonds wie der DBXOAN. Dann sparst du dir das Hopping. Rendite ist natürlich auch mau.
 
Phear schrieb:
Ich denke Grundvoraussetzung ist der Verzicht des Geldes für 20+ Jahre. Am Ende vom Tag ist das doch einfach eine Investion in mehr Geld Richtung Rente?
Die 15-20 Jahre sind nur relevant, wenn man es als Katastrophe ansieht, wenn der Geldbetrag kleiner wird.

Bei Tagesgeld akzeptierst du quasi, dass dein Erspartes im Schnitt jedes Jahr ~1-2% an Wert verliert.
Du Sparst nicht, um mehr Geld zu haben, sondern du sparst, um das selbe Geld später zu verwenden.
Das kostet dich die ~1-2%, aber du bist bereit die Kosten zu tragen.

In Aktien und ETFs geht man, weil man das Ziel hat, dass das Geld mehr wird.
Kurzfristig hat man natürlich das Risiko, dass es auch mal deutlich mehr als ~1-2% verliert.
Langfristig hat man aber eine sehr gute Chance auf mehr Geld.

Ich finde man sollte die 15-20 Jahre Regel nur anwenden, wenn eine größere Investition ansteht, welche man kaum ändern kann, und bei welcher es knapp ist, ob man sie bezahlen kann. Kommt in 3 Jahren eine neue Heizung für 40.000€ und man hat 50.000€ an erspartem, dann sollte man das Geld nicht in Aktien (ETFs) anlegen. Hat man aber deutlich mehr Geld kann man auch das durchaus überlegen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Phear schrieb:
Dazu kommt aber auch eine angesparte Summe, die ich im Tagesgeld Hopping Prinzip über das Jahr verteile. War für mich bisher ok, aber ich vermute langfristig wird das Prozentual wieder schwierig.
Heißt der Anteil auf dem TG sollte dann vermutlich sinken, weil sonst die Inflation alles auffrisst.
Was meinst du mit "langfristig wird das Prozentual wieder schwierig"? Rechnest du mit sinkenden Zinsen?

Es gibt halt einen gewissen Zusammenhang zwischen Zinsen und Inflation: Grundsätzlich ist in einem Umfeld mit hohen Zinsen auch die Inflation höher und umgekehrt. Das trifft natürlich nicht immer zu, aber der Realzins ändert sich meist nicht so stark wie man durch Änderungen des Nominalzinses meinen könnte.
Mit einer sicheren Anlage wie Tagesgeld wird man also grundsätzlich kaum/keine reale Rendite erwirtschaften. Man kann immer nur annähernd einen Inflationsausgleich erhalten. Mir persönlich wäre Tagesgeld-Hopping zu lästig. Man kann auch z. B. mit Geldmarkt-ETFs dauerhaft Zinsen entsprechend des aktuellen Zins-Niveaus kassieren.

Die Frage ist, denke ich, eher welchen Anteil des schwankungslosen Tagesgelds willst du - unabhängig vom aktuellen Zinsniveau - in eine Aktien-Anlage schieben? Und da spricht natürlich nichts gegen Einmalzahlungen in eh schon besparte ETFs (man könnte auch die Sparrate temporär erhöhen). Voraussetzung ist natürlich, dass das Geld für 10+ Jahre entbehrt werden kann bzw., dass man einen potenziellen Wertverlust einkalkuliert, wenn man das Geld doch früher benötigt.
 
florian. schrieb:
Bei Tagesgeld akzeptierst du quasi, dass dein Erspartes im Schnitt jedes Jahr ~1-2% an Wert verliert.
Du Sparst nicht, um mehr Geld zu haben, sondern du sparst, um das selbe Geld später zu verwenden.
Das kostet dich die ~1-2%, aber du bist bereit die Kosten zu tragen.
Also aktuell sollte man damit eigentlich im Plus liegen. Minimal halt. Rendite irgendwas um die 0,6-0,8%. Zumindest so lange die Sparer Freibeträge noch nicht aufgebraucht sind. Also im Vergleich zu ETFs langfristig gesehen natürlich schlecht.
Zumindest, wenn man immer die guten Angebote mitgenommen hat. Das geht in der Regel ja in wenigen Minuten. Also zumindest bei allem, was per eID funktioniert.

Also ich war da bisher noch nicht unter 3% in den letzten Jahren eher Richtung 4%. Das fand ich halt ok mit dem Bewusstsein nicht reich zu werden damit ;)
feynman schrieb:
Rechnest du mit sinkenden Zinsen?
Die nächste Sitzung ist jetzt nächste Woche glaube ich und ich denke das wird weiter runtergehen. Ich habe mir aktuell noch die 3% gesichert bis Mitte des Jahres.
Aber danach wird es dann langsam spannend. Weil die Inflation ist ja aktuell im Februar eigentlich wieder nach oben gegangen.
florian. schrieb:
Kommt in 3 Jahren eine neue Heizung für 40.000€ und man hat 50.000€ an erspartem, dann sollte man das Geld nicht in Aktien (ETFs) anlegen.
Bei geplanten Ausgaben ok, bei ungeplanten Ausgaben hat man im Zweifel Pech. Das stimmt. Wobei ich mich dann auch frage, was bei Zeiträumen 5-10 Jahren zu mehr Geld führt.
Meines Wissens bisher nur Angebote mit höherem Risiko. Also vermutlich Einzelaktien und darauf spekulieren. Kostet mehr Zeit und mehr Risiko. Festgeld ist da ja auch nicht wirklich zielführend. Vor allem, weil es aktuell wirklich nur schlechte Festgeld Angebote gibt.

Zusammenfassend muss man sich eigentlich nur klar darüber werden, ob man Summe X geplant braucht die nächste Zeit und sonst in das ETF Depot und vergessen?
 
Phear schrieb:
Macht es generell Sinn höhere Einmalzahlungen in die besparten ETFs zu machen?
So lange Du das Geld die kommenden 10-20 Jahre vermutlich nicht benötigst, ja. Der Zeitbereich gilt aber nur, weil historisch kein Invest nach 15 Jahren mehr im Minus war. Die Zukunft kann niemand vorher sagen.

Das hat aber nichts mit der Rente zu tun. Habe ich heute ein relativ neues Auto und vermute, dass ich dieses erst in 10-15 Jahren ersetzen werden (alles eigenfinanziert), dann kann für mich auch dieser Betrag (falls heute vorhanden) heute in den weltweiten Aktien-ETF fließen.

Phear schrieb:
Und außerhalb dem Nutzen als EK für Immobilienkäufe, wovon ich persönlich gerade kein Freund bin bzw. es einfach bisher nie gepasst hat, ist ETF da doch vermutlich auch sinnvoll?
Das hängt ganz vom Familieneinkommen, den Kosten (nötige und ggf. verschiebbare) und sonstigen, u.U. unplanbaren Ausgaben ab.

Was macht ihr, wenn der Hauptverdiener der Familie arbeitslos wird (dann gibt es ALG1, das zahlt aber nur 67% des letzten Nettos, was reichen mag oder nicht). Oder wenn das für die Arbeit zwingend benötigte Auto ungeplant kaputt geht und keine Versicherung zahlt?

Alles kann man zur Not auch mit 10-50% Aufschlag aus dem ETF finanzieren, wenn der Markt gerade im Keller ist und der Depotwert trotzdem noch ausreicht.

Genauso wie man auf das Tagesgeldhopping verzichten kann, den risikoarmen Teil des Vermögens in Geldmarkt-Fonds anlegt und im Zweifel die paar Tage, bis das Geld aus dem Verkauf und der Überweisung auf das Girokonto eingegangen ist, entweder mit Warten oder dem Überziehugnskredit (oder der echten Kreditkarte) überbrücken.

Und am Ende musst nicht nur Du Dich mit dem ganzen wohl fühlen, sondern auch Deine Frau.

Phear schrieb:
Bei geplanten Ausgaben ok, bei ungeplanten Ausgaben hat man im Zweifel Pech. Das stimmt. Wobei ich mich dann auch frage, was bei Zeiträumen 5-10 Jahren zu mehr Geld führt.
Das wird Dir niemand sagen können, es ist das "schöne" an den risikoriecheren Investments.

In den leztten 5 Jahren war jeder schlcht dran, der sein Geld festverzinslich anstatt in weöltweiten Aktien-ETFs geparkt hat. Ähnliches gilt auch für Gold und Bitcoin. Ob das so weiter geht, weiss niemand.

Phear schrieb:
Zusammenfassend muss man sich eigentlich nur klar darüber werden, ob man Summe X geplant braucht die nächste Zeit und sonst in das ETF Depot und vergessen?
Auch da kann man Risikobereiter sein, wenn die vermutlich geplante Ausgabe nicht zu einem festen Termin (Tilgung eines Immo-Kredites) stattfinden muss. Eine Heizung lässt sich meist noch ein paar Jahre am LEben erhalten, das defekte Auto kann man auch per Miete oder Leasing finanzieren.

Meine Rente startet vermutlich in 8-9 Jahren. Bisher wandert alles Geld, was ich übrig habe und das nicht schon auf dem Tagesgald liegt (das ist eine von mir frei definierte Höhe und kein prozentualer Betrag von irgendwas), in den weltweiten Aktien-ETFs, bzw. derzeit auch teilweise in einem Euro Stoxx 600. Mein Depot muss erst mal um >25% einbrechen, um damit schlechter zu sein wie die letzeten 3,5 Jahre mit Tages-/Festgeld. Das Geld, das ab heute dort investiert wird, werde ich nicht zu Rentenbeginn ausgeben wollen.

Phear schrieb:
Weil die Inflation ist ja aktuell im Februar eigentlich wieder nach oben gegangen.
Ist sie das für Dich persönlich? Mir ist die offizielle Inflation recht egal, für mich zählt meine persönliche. (Meine) Lebensmitel sind teuerer geworden, Strom und Heizung bleiben erst einmal und Benzin ist mir egal. Ichbrauche das Auto nicht fpr die Arbeit, was sich für den Urlaub ergibt, wird im Urlaibdsbudget geplant. Bis der Sprit mal bei 2,50€ oder 4€ liegt, zählen ander Kosten viel mehr wie in paar Euro bei den Reisekosten (die ich durch andere Fahrweise wieder reinholen könnte, aber dann kann ich auch gleich zu Hause bleiben).
 
Phear schrieb:
Also aktuell sollte man damit eigentlich im Plus liegen. Minimal halt. Rendite irgendwas um die 0,6-0,8%.
Das ist aber nur eine (vermutlich sehr kurze) Sondersituation.
die Inflation liegt aktuell bei 2-2,5% der Leitzins bei ~3,5%
Schaust du nicht nur 1 Jahr an, sondern 3, sieht es schon wieder ganz anders aus.
da war die Inflation bei insgesammt ~16%, Zinsen gab es aber nur ~10%
Was auch eine Sondersituation war.
Im mittel macht man mit Tagesgeld aber grob 1% Verlust p.a.

Daher würde ich nur so viel Geld auf dem Tagsgeld Konto parken, wie du regelmäßig brauchst.

Ich hab das Gefühl, einige denken bei ETFs ist das Geld erstmal weg?
Aber auch da kommt man innerhalb von <5Tagen an alles ran.
Klar, man hat transaktionskosten von ~10-20€, aber ist das wirklich schlimm?
Klar, die Börse kann gerade schlecht stehen, aber ist das wirklich schlimm?

Ich bespar inzwischen einfach Stumpf den MSCI ACWI (bzw. das Schwesterprodukt FTSE All-World)
 
Ich bin erst im Oktober in ETFs eingestiegen und zwischendurch gab es schon ein ordentliches Plus von über 2000 Euro bei einer Summe von 30.000 in ETFs. Tagesgeldhopping habe ich auch länger gemacht, aber erstens der Aufwand und zweitens kommt nicht viel bei rum.
Ich habe bei Trade Republic auch Cash lieben neben den ETFs. Darauf gibt es die vollen Leitzinsen. Aktuell 2,75.
Ich sehe das Risiko bei großen ETFs als überschaubar an. Kann man auch jederzeit kaufen und verkaufen für 1 Euro.
Gerade gibt es eine ordentliche Delle, aber das wird wieder. Man muß nur ruhig bleiben und lange Zeiträume sind auch egal so schnell wie man kaufen und verkaufen kann.
Ich habe auch mit Bitcoin angefangen. Am Freitag gleich noch was dazu gekauft. Das ist schon eher Risiko.
 
florian. schrieb:
Ich hab das Gefühl, einige denken bei ETFs ist das Geld erstmal weg?
Naja weg vermutlich nicht, aber halt gebunden und im besten Fall unangetastet. So zumindest mein Ansatz dazu.

Tatsächlich habe ich gerade gesehen, dass es zu meiner Frage ein ganz informatives Video bei Finanzfluss gibt:
Also in Bezug auf Einmalinvestitionen in ETFs und den Vergleich zur Sparplan Einzahlung.

Aber ich denke ich habe mich auch mit den anderen Infos hier aus dem Thread und dem querschauen diverser Finanzfluss Videos erstmal etwas schlauer gemacht. Tagesgeld wird es nach wie vor geben, aber zukünftig zumindest mit reduziertem Kapital.

florian. schrieb:
Ich bespar inzwischen einfach Stumpf den MSCI ACWI (bzw. das Schwesterprodukt FTSE All-World)

Universalempfehlung ist doch sowieso irgendwie 70/30 World zu Emerging Markets? So handhabe ich das auch. Meine Frau hat noch minimal was in Small Caps und ich in AI Gedöns. Aber das läuft nebenher.
 
Phear schrieb:
Universalempfehlung ist doch sowieso irgendwie 70/30 World zu Emerging Markets? So handhabe ich das auch. Meine Frau hat noch minimal was in Small Caps und ich in AI Gedöns. Aber das läuft nebenher.
70/30 ist die Gewichtung nach Bruttoinlandsprodukt.
90/10 ist die Gewichtung nach Marktkapitalisierung
Da du Finanzfluss schaust: Thomas hat schon lang nichts mehr von 70/30 erwähnt.
Ich glaub er hat da ehr die Meinung von Andreas Beck übernommen.

Ich bin aber ehr Fan vom MSCI ACWI, der macht das automatisch, da kann mir das egal sein.
Ändert sich die Marktkapitalisierung, ändert sich auch die 90/10 Gewichtung.
"Schlimm" ist ein 70/30 Portfolio aber natürlich auch nicht.
 
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