Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Stock86 schrieb:
Der Vertrag ist aktiengebunden. An welche genau kann ich allerdings nicht sagen. Aber man erkennt ganz schön den Corona Knacks.

Ah okay. Aktien-/fondsbasiert und ohne garantierten Rechnungszins war damals wesentlich seltener als heute.

Den Vertrag würde ich an meiner Stelle vermutlich loswerden wollen. Aktien lassen sich eben in Form von breit diversifizierten ETFs erheblich günstiger in Selbstverwaltung halten. Bei noch langen Laufzeiten vermute ich - trotz der Steuerfreiheit einer Anlage im Mantel einer alten KLV - den Renditevorteil bei der DIY-Methode. Dazu hat man mehr Kontrolle und volle Transparenz.

Wäre es dagegen ein Vertrag der "Klassik" mit hohem Garantiezins und einem Underlying, welches primär aus Anleihen besteht, würde ich ihn als konservativen Portfoliobaustein behalten.

Aber das liegt eben daran, dass ich die wichtige Anlageklasse Aktien eben anderweitig abdecke. Für dich kann da etwas ganz anderes gelten, vor allem wenn du Berührungsängste hast/hättest. Wegen der Steuerfreiheit und Steuereinfachheit des Vertrages könntest du ihn auch einfach laufen lassen. Aufdrängen tut sich eine Kündigung nicht. Sieht okay aus das Ding.

Stock86 schrieb:
Eine Frage hätte ich allerdings noch. Ist die steuerfreie Auszahlung bei Verträgen von vor 2005 wirklich ohne irgendeine Falltür oder Dinge, die man bedenken muss? Finanztip hat verschiedene Kriterien aufgelistet, aber das sollte eigentlich alles hinkommen.

Bei meinen Eltern hats vor 3 respektive 5 Jahren ohne jede Komplikationen geklappt. Die haben einfach nichts gemacht und die volle Ablaufleistung ohne jede Abzüge überwiesen bekommen (Nürnberger und Debeka).
 
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die Monatsrate war 65€?
also wurden da nach 5 Jahren 3900€ einbezahlt und das ding steht bei 500€ wtf...
alleine schon deshalb würde ich da reflexartig auf Verkaufen drücken.

Mal ganz simpel durchgerechnet:
Das ding machte jährlich 3,93%, ohne berücksichtigung der Maklerkosten.
Du bist aber nur bei ~+2000€ was ehr in richtung 1,2% geht ( wegen der Maklerkosten)
Im gleich Zeitraum machte der MSCI World jährlich 7,5% Rendite
Dein Depot würde also bei ~35.000€ stehen, anstatt wie jetzt bei ~16.000€

Was lässt dich annehmen, dass das Produkt in Zukunft in irgend einer Art und weiße besser laufen könnte als in der Vergangenheit?


Das Thema Steuern ist doch hier auch völlig irrelevant.
Es ist ja schön, wenn die Gewinne Steuerfrei sind.
Dafür müssten aber auch Gewinne vorhanden sein....
Ich zahl lieber auf 20.000€ Gewinn 4000€ Steuern,
als dass ich 2000€ Gewinn Steuerfrei bekomme.


Schlechte Produkte muss man loswerden, da hilft alles nix.
Ich hab mich vor 4 Jahren entschieden, meinen Riester Vertrag zu kündigen.
~13.000€ hatte ich eingezahlt, ich hab ~11.000€ raus bekommen.
Die 11.000€ sind dann in einen FTSE All-World gewandert.
Die 11.000€ stehen jetzt bei 16.000€
Ich hätte den Vertrag natürlich auch beitragsfrei stellen können.
Aber wozu? um dann in 30 Jahren 15.000€ zu bekommen?
bis dahin werden aus den 11.000€ im FTSE All-World vermutlich >100.000€

Kosten fressen dir den Zinseszins effekt weg.
Daher sollte man immer verstehen, welche Kosten anfallen!
 
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In den ersten 6-7 Jahren wurden ca. 40€ monatlich eingezahlt. Meine Mutter weiß es nicht mehr genau. War aber weniger als heute. Gerade die ersten Jahre haben den Vertrag mit ca. 2.000€ teuer bezahlt. Das ist natürlich richtig. Kann ich aber heute leider nicht mehr ändern. Ich lass mir die Kündigung mal durch den Kopf gehen. Danke dir.

Hab die Werte mal genauer aufgeschrieben. Demnach errechne ich mir auch eher grobe 1.5% auf letzten 20 Jahre. Und nach 14 Jahren war der Vertragswert das erste mal höher als die Einzahlungen. Also alles nicht super prickelnd, aber immerhin sind die Einzahlungen nicht verloren.

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Hab noch etwas zum Anlagenmix gefunden.

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"Performance"

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Meinen Riestervertrag habe ich auch gerade gekündigt. Die VWL geht jetzt zu Oskar und die ausgezahlte Summe ebenfalls in den FTSE All-World.
 
Die Abschlusskosten sind (und noch mehr waren) bei solchen Verträgen recht frontloaded. Dass der Vertragswert erst spät die Summe der Einzahlungen überstieg wäre noch nicht pauschal verdächtig gewesen.

Aber dass die Anlageverteilung jetzt nicht primär Aktien, sondern einen kruden Mischfonds mit scheinbar recht hohen laufenden Kosten abbildet, ist bähh. Das ist eher ein "worst-of-all-worlds". Da überraschen mich die erreichten brutto 3,93% für den Durchschnitt ja sogar noch positiv.

Wieder: Deine Asset-Allokation, aber das würde ich nun mit Blick auf die Zukunft doch nicht haben wollen.
 
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Bei mir wird morgen fest angelegtes Geld wieder frei und ich überlege gerade was ich damit machen soll.

Ich kenne mich nicht sonderlich gut aus mit Aktien, Gold, usw,
daher halte ich es mit der Verwaltung meines angesparten Vermögens recht simpel:

Ich würde es auch weiterhin gerne eher einfach halten, so dass ich als Laie nicht anfangen muss mich intensiv mit der Materie auseinanderzusetzen.
Immobilien möchte ich (noch) nicht kaufen - dafür reicht das morgen freiwerdende Geld auch gar nicht.

Ich habe in letzter Zeit immer mal wieder gehört, dass man damit rechnen sollte, dass irgendwann in 2025 die die breit gestreuten ETFs fallen werden für ca. 1-2 Jahre aufgrund der Arbeitsmarktsituation in Amerika und einigen anderen Faktoren. Was denkt ihr dazu? Würdet ihr ggf. an meiner Stelle sogar einen Teil der World ETF verkaufen?
Ganz allgemein: was würdet ihr mir raten? Morgen wird etwa 1/3 vom Eurovermögen frei, d.h. ich muss dann für ca. 15% meines Gesamtvermögens entscheiden wie ich es weiter investieren möchte.
 
Welcher Anlage Horizont?

Wenn es mehr als 10 Jahre sind, dann kannst du den Wertpapier Anteil erhöhen.

Langfristig werden die Kurse weiter steigen. Ob es dieses Jahr einen Rücksetzer geben wird, kann niemand seriös sagen.
 
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Ja, auf jeden Fall langfristig >10 Jahre. Also meinen Anteil an MSCI World ETF noch weiter erhöhen, oder eher andere Wertpapiere?
 
Folge weiter dem KISS Prinzip, keep it short and simple. Du könntest, wenn du den ETF schon lange besparst, auf einen anderen MSCI World ETF wechseln. Dann hast du später beim Verkauf die Möglichkeit unabhängig(er) von FIFO zu verkaufen.

Achte bei der Auswahl des ETF auf einen geringen TER, Domizil Irland und 30% steuerliche Teilfreistellung.
 
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Dann schau ich mich mal nach einem anderen MSCI World ETF um. Danke für die Tipps!

Micha- schrieb:
Langfristig werden die Kurse weiter steigen. Ob es dieses Jahr einen Rücksetzer geben wird, kann niemand seriös sagen.
Ja, das ist mir bewusst. Mein Gedanke war, dass wenn sich jetzt überdurchschnittlich viele Tendenzen zeigen für einen Rücksetzer dieses Jahr, dann würde ich das Geld zunächst nochmal 1 oder 2 Jahre lang fest anlegen mit 3% Zinsen oder wieviel auch immer man zurzeit so bekommt, und danach dann wieder in ETF investieren.
 
Wenn jemand wüsste, dass 2025 der Aktienmarkt fällt, dann würden Fond-Manager welche 100te Milliarden Verwalten das Geld umschichten.
News Seiten hingegen müssen jeden Tag irgendwelche Click-Bait Nachrichten veröffentlichen.
Daher findest du auch unzählige Artikel, was man alles anders machen sollte.


Das sind jetzt Details:
Ich würde statt des MSCI World den MSCI ACWI bzw. das Schwesterprodukt FTSE All-World nehmen.

im MSCI World sind nur die Industrieländer
im ACWI sind auch die Schwellenländer.
Aktuell ist da die Aufteilung bei ~91% zu 9%
Der ETF wird also tendenziell fast Identisch zum MSCI World laufen.

Wenn jetzt aber die Schwellenländer besser laufen, wird der Anteil automatisch angepasst.
Also auch wenn sich die Welt ehr richtung Asien dreht, muss man sich um nix kümmern.
 
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florian. schrieb:
im ACWI sind auch die Schwellenländer
Ich halte da nicht viel von. Zum einen bleibt der Anteil klein und zum anderen warten jetzt alle schon lange auf den Boom.
 
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Wir hatten nur die letzten 10 Jahre einen starken US Boom.
Daher reden auch alle nur vom MSCI World.
Davor liefen Schwellenländer lange zeit besser.

Die Junge Generation hat 2020 mit dem Investieren angefangen, die kennen die 2000er Jahre nicht mehr.
Klar Investieren die alle nur in den MSCI World, lief gestern gut, das muss reichen!
Wenn man jetzt an eine Regression zur Mitte glaubt, wären die Schwellenländer wieder dran mit dem aufholen.
 
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Micha- schrieb:
Ich halte da nicht viel von. Zum einen bleibt der Anteil klein und zum anderen warten jetzt alle schon lange auf den Boom.
Klar, es bleibt die eigene Spekulation, genauso wie die, dass die USA weiter alles so übermäßíg dominieren werden wie in den vergangenne Jahren, dass China den positiven Weg der letzten Monate wieder verlässt usw.

Cinematic schrieb:
Mein Gedanke war, dass wenn sich jetzt überdurchschnittlich viele Tendenzen zeigen für einen Rücksetzer dieses Jahr, dann würde ich das Geld zunächst nochmal 1 oder 2 Jahre lang fest anlegen mit 3% Zinsen oder wieviel auch immer man zurzeit so bekommt, und danach dann wieder in ETF investieren.
Und dann denkst Du in 1-2 Jahren ein paar Wochen zu lange darüber nach und der Markt steht ganz "unerwartet" im 1-2 stelligen Prozentbereich höher wie heute.

Es gibt auch Spekulationen, dass man in den "näheren" Zukunft (und diese Leute denken nicht nur an 1-2 Jahre) mit weniger Rendite der Weltwirtschaft (die aktuell beim MSCI World zu zu 70,4% aus Firmen mit Aktiensitz in den USA besteht) rechnen sollte.

Entweder, Du hast dazu eine eigene Meinung/Strategie, die Du dann auch verfolgst, oder Du bleibst bei KISS, gehst einzig davon aus, dass die Weltwirtschaft nicht komplett untergeht und rechnest mit einer für Dich denkbaren Durchschnittsrendite über die kommenden 10-30/40 Jahre (oder gar noch mehr, je nach Alter).

Cinematic schrieb:
Was denkt ihr dazu?
Mir persönlich ist der US-Anteil im FTSE All World zu hoch (im Gegensatz zum MSCI World sind da aber schon einige bei MSCI als Schwellenländer definieren Länder dabei), wobei ich derzeit eher meinen Europa-Anteil im Depot erhöhe.
 
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Danke für eure Ratschläge. Ich denke ich werde schauen, dass ich auch mal die Schwellenländer zu einem gewissen Teil mit im Portfolio drin habe.

Micha- schrieb:
Achte bei der Auswahl des ETF auf einen geringen TER, Domizil Irland und 30% steuerliche Teilfreistellung.
Wie kann bei ETFs erfahren, ob ich 30% steuerliche Teilfreistellung bekomme? Würde dies bedeuten, dass ich 30% weniger Kapitalertragssteuer zahlen muss?

Und was haltet ihr davon etwa 3-5% des Portfolios in Aktien wie CocaCola, McDonalds, und Berkshire Hathaway B zu investieren? Ein Kumpel von mir meinte, dass das ziemlich krisensichere Aktien seien und gut geeignet für ein langfristiges Investment.
 
Cinematic schrieb:
Wie kann bei ETFs erfahren, ob ich 30% steuerliche Teilfreistellung bekomme? Würde dies bedeuten, dass ich 30% weniger Kapitalertragssteuer zahlen muss?
Das sollte der Normalfall sein. Aber zur Sicherheit kontrollieren, zum Beispiel auf justetf
Cinematic schrieb:
Und was haltet ihr davon etwa 3-5% des Portfolios in Aktien wie CocaCola, McDonalds, und Berkshire Hathaway B zu investieren?
Nichts. Die sind in MSCI World eh schon drin.
 
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Absichtlich provokant: du hast 20% Gold, 45% sichere Zinsinvestments und willst dann noch in "sichere" Aktien investieren. Bist du Prepper oder was? :confused_alt: Mehr MSCI World ist ja wohl das mindeste, was dein Portfolio an Risiko vertragen kann.
 
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Stock86 schrieb:
Erstmal vielen Dank für eure Einschätzungen. Ich bin schon mal froh, dass es scheinbar kein völlig unsinniger Vertrag ist. :) Der wurde damals von meiner Mutter abgeschlossen und ich habe erst letztes Jahr etwas davon mitbekommen und die monatlichen Zahlungen (aktuell 65€) übernommen.
Vor 20 Jahren wusste auch noch keiner was von ETFs und die Gefahr sich mit Aktien die Finger zu verbrennen war recht hoch... (Stichwort Telekom)... Daher hat wohl jeder was aufgeschwatzt bekommen damals: Ich würde mal fragen, ob du die Einzahlungen reduzieren kannst... Kündigen/rückkaufen ist denke ich teurer...
 
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Cinematic schrieb:
Ich habe in letzter Zeit immer mal wieder gehört
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Man hört IMMER diverse Sachen die ein Grund zum Verkaufen wären - sollte das irgendwann mal nicht der Fall sein dann verkaufe ich alles aus Angst vor einer Euphorieblase.

Irgendwann haben die Crashpropheten gezwungenermaßen mal wieder Recht, da aber keiner weiß wann das sein wird bringt es nichts (außer garantiert keiner Rendite) aus dem Markt auszusteigen.

Wenn du einen langen Anlagehorizont hast, dann würde ich persönlich den Aktienanteil drastisch erhöhen.
Historisch gesehen outperformen Aktien jede andere Anlageklasse auf lange Sicht (deutlich).
Da mir die Bewertungen aktuell aber ziemlich hoch erscheinen würde ich auch nicht alles auf einmal umschichten.

Ich habe ca 10% Cash und der Rest sind Aktien und BTC, muss jeder selbst wissen womit man sich wohl fühlt.
 
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Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Dein Aktienanteil im Gesamtportfolio ist schon echt sehr gering. Je nach Alter und Vermögen würde ich schauen das deutlich zu erhöhen.

Meine grobe Aufteilung wäre wie folgt:
Alter bis 40:
Aktien/Fonds: 75%
Geldmarkt/Tagesgeld: 15%
Sonstige (Rohstoffe/Immos/Krypto): 10%

Alter ab 60:
Aktien/Fonds: 50%
Geldmarkt/Tagesgeld: 35%
Sonstige (Rohstoffe/Immos/Krypto): 15%

Nur als sehr sehr grobe Richtwerte. Natürlich können da auch gerne noch andere Assets mit reingemischt werden. Ich würde schauen, wenn das Vermögen >200k sein sollte da auf jeden Fall noch Immobilien mit reinzunehmen. Aber am besten nicht über Fonds oder so, sondern wirklich selbst verwaltet.
 
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